13.11.2020 - 10:22 Uhr
PleysteinOberpfalz

Pleysteiner "Pulverstoffel" für Weihnachtsfenster

Hermann Schneider hat den "Pulverstoffel" geschnitzt und bemalt.
von Autor TUProfil

Dass die Pleysteiner seit Jahrhunderten als „Pulverstoffel“ bezeichnet werden, ist zumindest in der nördlichen Oberpfalz hinlänglich bekannt. Man neckte sich früher mit diesem Spottnamen, aber von Auswärtigen hörte man ihn nicht sehr gerne. Heute sind die Bürger stolz darauf, denn zu jeder geschichtsträchtigen Stadt gehört auch ein Spitzname.

Mit den Überlieferungen beschäftigte sich Schnitzkünstler Hermann Schneider in den vergangenen sechs Monaten. Nachdem keinerlei Bildvorlagen existieren, ließ der Gründungs- und Ehrenvorsitzende der Schnitzergemeinschaft seiner Phantasie freien Lauf und schnitzte in seiner Werkstätte eine Statuette des "Pulverstoffels", dargestellt als einfältige, teilnahmslose Figur, eben ein "Stoffel", wie es im Volksmund heißt.

Das vom ehemaligen Porzellandesigner auch farblich hervorragend gestaltete Produkt dieser künstlerischen Kreativität kann sich wahrlich sehen lassen. Schneider fertigte aus Lindenholz ein 42 Zentimeter breites und 38 Zentimeter hohes Ensemble an, das neben dem Pulverstoffel auch das Stadtwappen und die legendäre Pulverkanone mit einigen Geschosskugeln sowie das Schild "Pulverland" präsentiert. Auch eine Anspielung auf den sogenannten "Pulverstoffelmarsch" darf in Form eines ebenfalls geschnitzten Schriftzuges nicht fehlen: "Der Pleysteiner Pulverstoffel mit die graussn Hulzpantoffel." Das Unikat kann ab dem ersten Adventsonntag bis Heiligdreikönig während der von der Schnitzergemeinschaft initiierten Weihnachtsfensterausstellung im Stadtkern im Fenster des Anwesens von Schneider in der Altstadt 36 bewundert werden.

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