Pleystein
03.07.2018 - 13:31 Uhr

Schützenverein angeschossen

Die Jahreshauptversammlung im November ist fast eskaliert. Es geht um den Kassenbericht und eine Lösung kostet den Vereinsvorstand viel Kraft. Schützenmeisterin Annelie Stahl verkündet nun, nicht mehr kandidieren zu wollen.

Bei der Neuwahl bestätigen die Mitglieder Annelie Stahl als Schützenmeisterin. Matthias Müller wurde zweiter Schützenmeister, neuer Kassier ist Andreas Müllner, Anneliese Hartung ist Schriftführerin, neue Sportwart ist Thomas Enslein (vordere Reihe, von links). Beisitzer sind Johannes Baier, die Kasse prüft Herbert Stahl, Josef Pflaum ist Beisitzer, weiterer Kassenprüfer ist Helmut Schreck (hintere Reihe von links). Zur Wahl gratulieren Bürgermeister Rainer Rewitzer (links) und Gauschützenmeister Stefan Brandmiller (rechts). bey
Bei der Neuwahl bestätigen die Mitglieder Annelie Stahl als Schützenmeisterin. Matthias Müller wurde zweiter Schützenmeister, neuer Kassier ist Andreas Müllner, Anneliese Hartung ist Schriftführerin, neue Sportwart ist Thomas Enslein (vordere Reihe, von links). Beisitzer sind Johannes Baier, die Kasse prüft Herbert Stahl, Josef Pflaum ist Beisitzer, weiterer Kassenprüfer ist Helmut Schreck (hintere Reihe von links). Zur Wahl gratulieren Bürgermeister Rainer Rewitzer (links) und Gauschützenmeister Stefan Brandmiller (rechts).

(bey) Die Neuwahlen des Vorstands des Schützenvereins 1516 Pleystein waren zäh. Nur 15 Mitglieder waren zur Jahreshauptversammlung im Café Enslein gekommen. Stahl erinnerte zunächst daran, dass die Jahreshauptversammlung im November beim Kassenbericht fast eskaliert war. Deshalb sei der Vorstand übereinstimmend zur Entscheidung gekommen, einen neutralen Kassenprüfer einzusetzen. Diese Aufgabe sei Matthias Müller übertragen worden.

Das Wohl der Mitglieder und das Ansehen des Schützenvereins 1516 haben aufgrund der Veröffentlichungen gelitten, bedauerte die Schützenmeisterin. Bei der Jahreshauptversammlung sei der Eindruck erweckt worden, dass alles, was im Verein geleistet wurde, keine Bedeutung mehr habe und sich vielmehr "ein Unruhegeist" eine Plattform verschafft habe. Nach diesen grundsätzlichen Erklärungen hob sie hervor, dass jetzt wieder die Gemeinsamkeit bestehe, den Schützenverein zu repräsentieren.

Dann berichtete die Schützenmeisterin über die Aktivitäten des Schützenvereins 1516. Daraus war zu entnehmen, dass sich die Schützen an den Heimatfesten in der Umgebung und bei kirchlichen Anlässen beteiligt haben, aber auch einer großen Zahl von Mitgliedern zu runden Geburtstagen gratulierten.

Höhepunkt im Vereinsleben sei die Verleihung der Sportplakette des Bundespräsidenten gewesen, die Bayerns Innenminister Joachim Herrmann in München auf der Praterinsel überreichte. Allein die Anmeldung und Bewerbung habe die Vereinsführung stark beansprucht. Die Auszeichnung sei vor allem den Mitgliedern zu verdanken, die seit Jahrhunderten mit Tatendrang und Willen den Verein empor gehalten haben. Aus dem Schlusswort Stahls war dann deutlich herauszuhören, dass mit dieser Jahreshauptversammlung ihre Amtszeit beendet ist.

Sportwart Christian Stahl berichtete über die Platzierungen bei den Rundenwettkämpfen 2016/2017. Hier habe die erste Mannschaft Luftgewehr in der Bezirksoberliga Nord Gruppe B mit dem 5. Platz abgeschlossen. Die zweite Mannschaft Luftgewehr habe sich in der A-Klasse nicht halten können und steige in die B-Klasse ab. Außerdem nahmen Schützen des Vereins am Oktoberfest Landesschießen 2017, beim Gauschießen und beim Uli-Grötsch-Pokal teil. Zur Tradition beim Schützenverein 1516 gehören laut Christian Stahl das Königs- und das Nussschießen. Gerhard Voit gab den Kassenbericht ab. Er berichtete, dass aufgrund von EDV-Problemen die Mitgliedsbeiträge 2017 erst in diesem Jahr erhoben werden, er aber dem Verein aus eigenen Mitteln diese Beiträge gutgeschrieben habe. Als sich niemand zur Führung des Schützenvereins bereit erklärte, wurde das Szenario für die kommende Zeit durchgespielt. Dabei wurde auch angedacht, ob ein Beitritt in den TSV Pleystein als Abteilung möglich wäre.

Nachdem aber Bürgermeister Rainer Rewitzer deutlich machte, dass auch dann Mitglieder der Schützen entsprechende Ämter übernehmen müssten, war diese Überlegung vom Tisch. Gauschützenmeister Stefan Brandmüller erklärte, dass bei Abbruch der Wahl innerhalb von sechs Wochen eine neue Mitgliederversammlung angesetzt werden müsse. Wäre diese dann mit Blick auf die Wahl des 1. Schützenmeisters wieder erfolglos, werde vom Amtsgericht möglicherweise die Auflösung des Schützenvereins vorgegeben.

Schützenmeisterin Stahl wollte eigentlich nicht erneut antreten. Angesichts dieser Perspektive erklärte sie sich dann doch bereit, das Amt für weitere drei Jahre zu übernehmen, gleichzeitig aber mit der Option, vorzeitig den Rücktritt zu erklären.





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