12.01.2022 - 14:21 Uhr
PleysteinOberpfalz

Stadtrat einigt sich auf umstrittene Erweiterung des Baugebiets „Herrenpoint“

Oberhalb des Spielplatzes am Herrenpoint-Weiher in Pleystein entstehen zwei neue Bauplätze. Entgegen früherer Bedenken passe sich die vorgesehene Bebauung der Umgebung an, sagte Bürgermeister Rainer Rewitzer in der Stadtratssitzung.

Zwischen dem Kinderspielplatz (links unten) und der oberhalb liegenden Bebauung soll ein Baugrundstück ausgewiesen werden. Das zweite Grundstück liegt im Anschluss an die beiden Wohnhäuser zwischen dem Fußweg am Herrenpoint-Weiher und der Leuchtenberger Straße.
von Walter BeyerleinProfil

Mit 12:3 Stimmen hat der Stadtrat Pleystein die Festsetzungsvorschläge des Architekturbüros Thammer für die Erweiterung des Baugebietes „Herrenpoint“ um zwei Bauplätze gebilligt. Gleichzeitig wurden die in der Stadtratssitzung aus dem Gremium heraus geäußerten Anregungen in den Beschluss mit aufgenommen.

Die Erweiterung des Baugebietes hatte bereits im vergangenen Jahr für Diskussionen gesorgt. Der Bauausschuss befasste sich in seiner Sitzung Anfang Oktober bei einer Ortsbesichtigung mit den Fragen zur Bebauung der beiden Grundstücke. Kern des Problems war, dass ein starkes Zuschneiden des Parks am Herrenpoint-Weiher verhindert werden sollte. Zudem zeigte sich damals, dass Hauseigentümer ihre Grundstücksgrenzen nicht eingehalten haben und auch stadteigenen Grund bebaut oder bepflanzt haben.

Abbau der 20kV-Leitung macht neue Bebauung möglich

Bürgermeister Rainer Rewitzer erklärte, dass sich die jetzt vorgesehene Bebauung „E+D“ oder „E+1“ der Umgebung anpasse. Anlass für die Erweiterung sei die fehlende 20kV-Leitung, die früher beide Grundstücke überspannte. Diese sei vor einigen Jahren abgebaut worden und ermögliche jetzt eine Bebauung. Barbara Weig (FWG/SPD) schilderte nochmals ihre eigene Betrachtung zur Bebauung und stimmte der Änderung des Bebauungsplanes letztlich zu. Werner Rieß (FWG/SPD) sagte, dass die Bebauung seiner Ansicht nach die Parkanlage am Herrenpoint-Weiher beeinträchtige. Diese Bedenken habe er bereits bei vorhergehenden Terminen geäußert und er bleibe bei seinem Nein, sagte Rieß.

Geschäftsleiter Günter Gschwindler erklärte, dass nun frühzeitig die Träger öffentlicher Belange angehört würden und die Bürgerbeteiligung stattfinde. Die bereits bei der Stadt Pleystein vorliegenden Einwendungen von Bürgern wurden in der Sitzung nicht im Detail angesprochen. Nachdem sich diese hauptsächlich auf die schadlose Beseitigung des Abwassers und des Niederschlagswassers beziehen, erklärte der Geschäftsleiter kurz die Abwasserbeseitigung. Diese solle im Trennsystem erfolgen, jedes neue Haus brauche eine eigene, sechs Kubikmeter fassende Retentionszisterne zur Aufnahme von Regenwasser. Wichtig ist laut dem Geschäftsleiter vor allem die Errichtung des Regenüberlaufes am Pflaumbach. Erst wenn dieses wasserbauliche Vorhaben abgeschlossen sei, könne mit der Satzung ein Baurecht auf den Grundstücken geschaffen werden.

Treffen an Weiheranlage soll Frage der Bewirtschaftung klären

Neben der Kreisstraße Vohenstrauß – Pleystein befindet sich nach der Überquerung des Bocklradweges rechts in der Senke eine Weiheranlage. Eigentümerin Dr. Cornelia Nickl-Meckfessel stellte Antrag auf Neuerteilung der wasserrechtlichen Erlaubnis für deren Betrieb. Bürgermeister Rewitzer verlas dazu eine umfangreiche Stellungnahme der Stadt, aus der hervorgeht, dass die Bewirtschaftung der Weiher zu einer Benachteiligung unterhalb liegender Weiher führen könne. Auch ein Austrocknen des Stadtbaches sei möglich, sagte Rewitzer. Mit einer Gegenstimme nahm der Stadtrat die Stellungnahme der Stadt zum wasserrechtlichen Verfahren an, die als letzten Punkt den Vorschlag zu einer Ortsbesichtigung mit allen beteiligten Behörden und Fachstellen sowie den Eigentümern der von der Wassernutzung beeinträchtigten Weiher vorsieht.

Bürgermeister Rewitzer sprach in der Sitzung auch den Abschiedsbesuch von Axel Bartelt an. Es sei für den ausscheidenden Regierungspräsidenten wichtig gewesen, selbst noch einmal nach Pleystein zu kommen. Der Bürgermeister lobte die hervorragende Zusammenarbeit mit Bartelt und den Mitarbeitern bei der Regierung der Oberpfalz, die die Pleysteiner Interessen stets nach den gegebenen Möglichkeiten unterstützt hätten.

Einstimmig billigte der Stadtrat Pleystein außerdem die überplan- und außerplanmäßigen Ausgaben für das Haushaltsjahr 2021. Ebenfalls einstimmig nahm das Gremium den Jahresbetriebsplan 2022 für den Stadtwald Pleystein an, der einen Gewinn von rund 70.000 Euro ausweist. „Hoffentlich machen uns der Käfer oder ein Unwetter keinen Strich durch diese Rechnung“, sagte Bürgermeister Rainer Rewitzer.

Eine bekannte Jubilarin

Moosbach

 

 

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