15.10.2021 - 11:25 Uhr
PleysteinOberpfalz

Unverständnis über lange Straßensperre bei Peugenhammer

Obwohl Brücke und Straßenanbindung bei Peugenhammer fertiggestellt sind, müssen Verkehrsteilnehmer das Gebiet weiträumig umfahren. Kontaminiertes Aushubmaterial verzögert die Verkehrsfreigabe der Kreisstraße NEW 32.

Seit über einem halben Jahr müssen Verkehrsteilnehmer aus Richtung Neuenhammer und Georgenberg weiträumig umfahren. Der Geduldsfaden wird immer dünner. Noch dazu, weil Brücke und Straßenanbindung längst fertiggestellt sind. Allerdings haben aufwändige Bodenbeprobungen und die Abfuhr in eine entsprechende Deponie das Ganze verzögert.
von Elisabeth DobmayerProfil

Für viel Ärger bei der Bevölkerung im östlichen Bereich des Landkreises Neustadt sorgt mittlerweile die langanhaltende Sperrung der Kreisstraße NEW 32 bei Peugenhammer. Obwohl das Brückenbauwerk und die Straßenanbindung längst fertiggestellt sind, bleibt die Straße in Richtung Neuenhammer und Georgenberg noch immer für den Verkehr gesperrt. Ärger ist damit vorprogrammiert. Die Stimmen werden immer lauter. Vor allem Berufstätige aus diesem Gemeindebereich müssen seit rund einem halben Jahr eine längere Umfahrung in Kauf nehmen. Niemand kann verstehen, dass der Straßenzug nicht längst freigegeben wurde.

2500 Tonnen Aushubmaterial türmt sich

Auf der Fahrbahn Richtung Zottbachhaus türmen sich über 2500 Tonnen Aushubmaterial, das im Zuge des Straßen- und Brückenneubaus dort abgelagert wurde. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien beim zuständigen Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach, Dienststelle Weiden, gab Abteilungsleiter und Baurat Felix Steghöfer zur Auskunft, dass man sehr wohl bei derartigen Maßnahmen wisse, dass der Asphaltabraum und Erdaushub geogene Schadstoffe enthält. Allerdings können die genauen Beprobungen erst nach den endgültigen Aushubarbeiten durchgeführt werden. Die Untersuchung des Materials nehme in den entsprechenden Speziallaboren sehr viel Zeit in Anspruch. Erst dann sei eine Vergabe an ein Entsorgungsunternehmen möglich.

Reststoffdeponie im Landkreis Tirschenreuth lehnt Entsorgung ab

Laut Steghöfer sei man davon ausgegangen, dass das Material in der Reststoffdeponie Steinmühle im Landkreis Tirschenreuth entsorgt werden kann. Allerdings stellte sich heraus, dass dies aufgrund der verschiedenen Materialbelastungen nun doch nicht möglich war. Damit war vorprogrammiert, dass die Maßnahme zusätzlich eine Ausschreibung mit Vergabe verlangte. Diese sei nun erfolgt und in der vergangenen Woche an eine Nürnberger Firma vergeben worden.

Gemeinde in Thüringen soll aushelfen

Noch während des Gesprächs erhält Steghöfer per Mail die Mitteilung, dass das kontaminierte Erdmaterial in der Woche ab 25. Oktober in Richtung Osten abtransportiert wird. In der thüringischen Gemeinde Kriebitzsch soll ein zertifizierter Fachbetrieb die fachgerechte Entsorgung des verunreinigten Bodenaushubs übernehmen können. Sobald die Straße gereinigt ist, werde sie auch für den Verkehr freigegeben, verspricht Steghöfer und beruhigt damit wohl etwas die erhitzten Gemüter. Die Kosten für die Entsorgung seien in der Gesamtkalkulation von den veranschlagten knapp drei Millionen Euro für die beiden Brücken und den Straßenbau bereits inbegriffen, so Steghöfer.

Zu breite Wasserrinne?

Für weitere Aufregung im Zusammenhang mit dem Neubau sorgt eine Wasserrinne, die im Einmündungsbereich zur Gemeindestraße nach Oberbernrieth angelegt wurde. Sowohl Landwirte als auch andere Verkehrsteilnehmer wundern sich über die Breite und Tiefe dieser Neuanlage. Steghöfer verweist in diesem Zusammenhang auf die aktuellen bautechnischen Vorgaben. Es müsse verhindert werden, dass bei Starkregen Wasser von der abschüssigen Gemeindestraße über die Kreisstraße fließe und damit Verkehrsteilnehmer gefährde.

Über die Wintermonate dürfen sich die Autofahrer nach der Verkehrsfreigabe nun auf eine gewisse Entspannung einstellen. Allerdings beginnen nach den erfolgten Ausschreibungen, möglichst schon im Frühjahr, die Arbeiten an der zweiten Brücke bei Peugenhammer, die eine erneute Vollsperrung für eine Bausaison erforderlich machen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Erdentsorgung dann, durch die nun gewonnene Erfahrung, dann etwas zügiger vonstattengehen kann.

Neue Brücke über Zottbach in Pleystein: ein Millionen-Projekt

Pleystein
Seit über einem halben Jahr müssen Verkehrsteilnehmer aus Richtung Neuenhammer und Georgenberg weiträumig umfahren. Der Geduldsfaden wird immer dünner. Noch dazu, weil Brücke und Straßenanbindung längst fertiggestellt sind. Allerdings haben aufwändige Bodenbeprobungen und die Abfuhr in eine entsprechende Deponie das Ganze verzögert.
Der Asphaltabraum und der Erdaushub lagern auf der NEW 32 und verhindern so eine Verkehrsfreigabe.
Der Asphaltabraum und der Erdaushub lagern auf der NEW 32 und verhindern so eine Verkehrsfreigabe.
Im nächsten Jahr soll auch die zweite Brücke über den Zottbach erneuert werden. Auch dann wird es wieder eine Komplettsperre geben.
Die neue tiefe Wasserrinnen im Einmündungsbereich zur Gemeindestraße in Richtung Oberbernrieth sorgt insbesondere bei Landwirten aber auch bei anderen Verkehrsteilnehmern für Unverständnis. Doch Felix Steghöfer vom Staatlichen Bauamt begründet die Maßnahme.

 

 

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