09.09.2021 - 13:19 Uhr
PleysteinOberpfalz

Viel Gegenwind für Trailpark Fahrenberg

Was die Machbarkeitsstudie zu einem Trailpark auf dem Fahrenberg aussagt, ist noch nicht genau bekannt. Dennoch formieren sich im Pleysteiner Stadtrat schon mal die Gegner.

Jagdpächter Michael Kraus musste sein Transparent wieder entfernen. Auch sonst gibt es viel Kritik am geplanten Trailpark.
von Walter BeyerleinProfil

Eine echte Vorstellung der Machbarkeitsstudie des ILE Leitprojektes Mountainbike-Region Naturparkland mit Schwerpunkt Trailpark Fahrenberg gab es in der Stadtratssitzung am Dienstagabend nicht. Bürgermeister Rainer Rewitzer beließ es im Wesentlichen dabei, mehrfach darauf hinzuweisen, dass seitens der elf Freunde in der ILE noch keine Entscheidung getroffen wurde.

Um eventuellen Emotionen vorzubeugen, musste Jagdpächter Michael Kraus sein Transparent mit der Frage, wer im Wald Vorfahrt habe, wieder vom Geländer der Turnhalle auf Geheiß von Rewitzer abnehmen.

Vom Grundsatz her werde überlegt, wie die Region attraktiver gestaltet werden könne. Während in anderen Teilen der Oberpfalz Baumwipfelpfade die Besucher anlocken, sei im örtlichen Bereich an die Moutainbiker gedacht worden, sagte das Pleysteiner Stadtoberhaupt. Es bestehe aber weiterhin die Bestrebung im Rahmen der Erstellung der Machbarkeitsstudie mit den beteiligten Personen und Interessensgruppen, Landwirte und Jägerschaft zu sprechen.

Landwirte drohen mit Klage

„Wir sollen uns also jetzt Gedanken machen“, fragte Stefan Voit (CSU), wohlwissend, dass über die Studie und deren Inhalte in der Sitzung keinerlei Worte verloren wurden. Bürgermeister Rainer Rewitzer machte aber deutlich, dass bereits vor etwa zehn Jahren ein vergleichbares Projekt an den Einwendungen der Landwirte aus Bibershof scheiterte. Dass sich an deren Meinung nichts geändert hat, dem zuständigen Büro für die Erstellung der Studie sogar mit Klage gedroht wird, machte Wolfgang Riedel unüberhörbar deutlich.

In einem nachträglich geführten Telefongespräch erklärte Riedel, dass der Planfertiger Rieger bei seinem Plan für den Trailpark fremde Grundstücke miteinbezogen habe, ohne die Grundstückseigentümer im Geringsten zu informieren. Jetzt stelle der Planentwurfsfertiger wieder eine Machbarkeitsstudie vor, aus der nicht zu ersehen sei, dass die Eigentümer beteiligt wurden. Vor zehn Jahren sei analog verfahren worden, berichtet Riedel. Ausdrücklich verwies er nochmals auf die seit altersher bestehenden Geh- und Fahrtrechte der Landwirte, die jetzt eingeschränkt werden sollen.

Kritik am „Ampel-System“

Die Möglichkeiten gegen den Planfertiger vorzugehen, sollen laut Riedel im Herbst nach Erledigung der Hauptarbeit in der Landwirtschaft gemeinsamen mit einem Rechtsanwalt geprüft werden. Er habe aber bereits zu Beginn der Planung die Bürgermeister aus Pleystein und Waldthurn auf die bestehenden Geh- und Fahrtrechte aufmerksam gemacht. Dem Planfertiger hält Riedel vor, den Sachverhalt passend für sich zu drehen. Erhebliche Bedenken hat er auch gegen das „Ampel-System“ weil auch dann Unfälle nicht gänzlich auszuschließen seien. „Wer hat die Schuld wenn mir Radfahrer in die Seite oder von der Strecke abweicht?“ Die Antwort gibt der Bibershofener selbst: er oder derjenige, der den Traktor fährt.

Michael Kraus, Jagdausübungsberechtigter im Bereich des geplanten Trailparks, verwies auf die mögliche Erhöhung der Wildschäden. Die Jägerschaft ziele darauf ab, das Wild im Wald zu halten, um Wildschäden auf den Freiflächen zu vermeiden. Die Mountainbiker würden die Tiere wiederum aus dem Wald verjagen, das Wild suche sich Schutz in den Äckern und Maisfeldern, was ohne Zweifel zu Wildschäden führe. Dann müsse die Jagdgenossenschaft entsprechende Entschädigungen leisten, letztlich die Jäger.

Beim Trailpark Fahrenberg ist noch viel Überzeugungsarbeit nötig

Fahrenberg bei Waldthurn

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.