16.05.2019 - 10:17 Uhr
PlößbergOberpfalz

Beiträge in drei Raten

Eine enormes Interesse verzeichnet die Eigentümerversammlung für die neue Entwässerungsanlage. Immerhin geht es um eine Investition von über fünf Millionen Euro.

Groß war das Interesse an der Informationsveranstaltung zum Kläranlagen-Neubau.
von Autor LKProfil

Der Kultursaal konnte der großen Zahl der Besucher kaum Platz bieten. Kein Wunder, immerhin müssen die Eigentümer für die angeschlossenen Anwesen in Plößberg, Schönkirch, Schleif, Beidl und Schönficht sich auch an dem Vorhaben finanziell beteiligen. Vorneweg verwies Bürgermeister Lothar Müller auf die Notwendigkeit für den Neubau der Kläranlage, nachdem die wasserrechtliche Erlaubnis für die vorhandene Anlage endet. Erneut stellte Müller den Neubau der Kläranlage als wirtschaftlichste Lösung für die Bürger dar.

Thilo Brunner von Ingenieurbüro Miller aus Nürnberg zeigte auf, dass die Kläranlage Plößberg 44 Jahre ohne nennenswerte Investitionen betrieben wurde und technisch sowie wirtschaftlich verbraucht sei. Die künftigen Anforderungen an die Parameter Phosphor und Stickstoff können mit der vorhandenen Anlagentechnik nicht eingehalten werden, so Brunner. Nach Prüfung von abschnittsweiser Sanierung, Generalsanierung und Neubau und nach Gegenüberstellung der zu erwartenden Kosten, sei der Neubau von Kläranlage, Regenüberlaufbecken und Regenrückhaltebecken die wirtschaftlichste Lösung. Die Kosten für den Neubau des Regenrückhaltebeckens würden durch den Freistaat Bayern übernommen, weil die Ortsumgehung über das vorhandene Becken (Schönungsteich) gebaut wird.

Für alle Anschließer

Bettina Radlbeck vom Kommunalberatungsbüro Radlbeck informierte über die Finanzierung der Verbesserungsmaßnahme Kläranlage. Eingangs ihres Vortrages erwähnte sie Möglichkeiten der Finanzierung und betonte, dass durch die Gemeinde festgelegt werden muss, ob und zu welchen Anteilen die Finanzierung über die Verbesserungsbeiträge oder über die Gebühren erfolgt. Der Aufwand für eine Verbesserungsmaßnahme, so Radlbeck, sei auf das gesamte Einrichtungsgebiet zu verteilen. Die Verteilung orientiere sich an den Grundstücksflächen und den Geschossflächen. Einbezogen sind Altanschließer und Neuanschließer. Die beitragspflichtigen Grundstücks- und Geschossflächen liegen mit Planungen für 2019 bei einer Grundstücksfläche von 942.719,56 Quadratmeter und bei einer Geschossfläche von 329.426,92 Quadratmeter.

Der voraussichtliche Verbesserungsaufwand ohne Straßenentwässerungsanteil beläuft sich laut Radlbeck derzeit auf 5.255.469,93 Euro. Daraus errechnen sich Beiträge von 0,65 Euro je Quadratmeter Grundstücksfläche und 14,09 Euro je Quadratmeter Geschossfläche.

Bürgermeister Müller zeigte auf, wie sich eine auch nur teilweise Umlegung der Kosten über die Gebühren auswirken würde. Bei einer Umlegung von etwa 25 Prozent auf die laufenden Abwassergebühren würden die Abwassergebühren um 0,89 Euro je Kubikmeter für den Zeitraum der laufenden Abschreibungen steigen. Welche Variante für alle angeschlossenen Anwesen die günstigste sei, könne nicht pauschal festgelegt werden, weil jedes Anwesen anderes Grundstücksflächen, Geschossflächen und Abwassermengen hat und daher sich die Beträge jeweils individuell errechnen. Für einen "normalen Häuslebauer" sei die Umlegung von 100 Prozent der Kosten auf die einmaligen Beiträge wohl die günstigste Alternative.

In drei Raten

Zudem sei angedacht, die zu zahlenden Verbesserungsbeiträge in drei Raten, verteilt auf die Jahre 2019, 2020 und 2021 einzuheben. Nähere Informationen hierzu sind auf der gemeindlichen Internet-Präsenz hinterlegt. "Es ist ausdrücklich erwünscht, dass die Bürger ihre individuellen Meinungen an die Verwaltung mitteilen, damit der Marktrat vor seinem Beschluss ein Meinungsbild der angeschlossenen Eigentümer hat", betonte Müller.

Nochmals wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass nach Fertigstellung der Kläranlage die Abrechnung der Verbesserungsbeiträge mit den tatsächlichen Kosten erfolgt. Dabei bleiben, wie es hieß, die Veränderungen in der Beitragshöhe überschaubar, weil bereits etwa 73 Prozent der Leistungen beauftragt sind.

Die Referentin Bettina Radlbeck erläuterte die Berechnungen zur Kläranlage. Bürgermeister Lothar Müller (Mitte) und Geschäftsstellenleiter Hubert Götz stehen auch Rede und Antwort.
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