18.10.2020 - 11:55 Uhr
PlößbergOberpfalz

Entwicklungspotenziale in allen Orten der Gemeinde Plößberg

Der Markt Plößberg will mit "Leerstandsinitiative" städtebauliche Missstände aufzeigen und dann beseitigen. Konkrete Pläne stellen städtebauliche Berater im ersten Halbjahr 2021 vor.

Aktuell gibt es nur eine Städtebauförderung für den Ortskern von Plößberg, nicht aber für die kleineren umliegenden Dörfer der Gemeinde. Vor allem in den kleineren Orten ist die Leerstandsproblematik groß.
von Lena Schulze Kontakt Profil

(szl) Die Leerstandsinitiative des Marktes Plößberg nimmt eine nächste Hürde. "Wir sind hier ein ganzes Stück weitergekommen", sagte der städtebauliche Berater Klaus Zeitler bei der vergangenen Marktratssitzung. "Wir haben einen Überblick über die aktuelle Leerstandssituation bekommen."

Hintergrund ist, dass die Städtebauförderung nur für den Ortskern Plößberg gilt. Weitere Ortschaften in der Gemeinde können derzeit nicht durch andere öffentliche Fördermaßnahmen bezuschusst werden. Deshalb beabsichtigt die Gemeinde, für die umliegenden kleineren Orte ein rein kommunales Förderprogramm aufzubauen. Die entsprechende Grundlage - die "Leerstandsinitiative" - wird derzeit von Klaus Zeitler und Städteplaner Klaus Stiefler vom Architekturbüro RSP erarbeitet.

Eine Übersicht soll die aktuelle Situation zeigen, wo sich Entwicklungspotenziale befinden. Auf der Karte für die einzelnen Dörfer erfasst sind Anwesen, in denen Menschen über 75 Jahren wohnen. "Mit diesen Gebäuden wird in den nächsten Jahren etwas passieren. Entweder ein Umzug, ein Verkauf, eine Erbengemeinschaft", erklärte Zeitler. Ebenfalls markiert sind leerstehende Häuser, Grundstücke, auf denen Verdichtungspotenzial besteht, Baulücken im Ortsbereich sowie vorhandene Baugebiete, die sich in Umsetzung oder Planung befinden.

Leerstände beseitigen

Diese Bestandsaufnahme soll Argumentationsgrundlage sein, um Sanierungsgebiete auch außerhalb des Ortskerns auszuweisen. Mit Hilfe der Erhebung sollen Strategien für den Städtebau entwickelt und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. Ziel ist, mit der "Leerstandsinitiative" eine Grundlage für ein kommunales Förderprogramm außerhalb des städtebaulichen Sanierungsgebiets in Plößberg zu generieren. "Wir wollen nicht alles und jeden fördern. Das muss klar sein", sagte Zeitler. Die Priorität liege stark auf Leerstandsbeseitigung und Entwicklungspotenzialen im Dorfinneren, nicht auf Neubaugebieten. "Wir müssen da fördern, wo es Missstände gibt." Dem stimmte Bürgermeister Lothar Müller zu: "Städtebauliche Missstände zu beseitigen ist das oberste Ziel." Neben der Förderung durch den Markt sei es laut Zeitler auch denkbar, sich verschiedenster Fördertöpfe, etwa vom Amt für Ländliche Entwicklung, zu bedienen.

Konkrete Maßnahmen

"Diese Initiative ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde", meldete sich Dritter Bürgermeister Hans Klupp (FW) zu Wort. Er begrüßte, dass die Erhebung das ganze Gemeindegebiet abdeckt. Für die Revitalisierung von Leerständen hielt Klupp die Akquise von Bezuschussungen aus verschiedenen Töpfen für sinnvoll. Er betonte, dass aber auf das Konzept auch konkrete Maßnahmen folgen müssten.

Bis zum ersten Halbjahr 2021 möchten die städtebaulichen Berater soweit sein, die Sanierungsgebiete im Marktrat vorzustellen.

Rückblick zum Start der Initiative:

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