13.05.2020 - 14:01 Uhr
PlößbergOberpfalz

Mit Freude und Ideen Marktgemeinde Plößberg gestalten

Bei der Wahl der stellvertretenden Bürgermeister gewinnen mit Markus Preisinger und Hans Klupp die Wunschkandidaten von Amtsinhaber Lothar Müller. Susanne Bittner kommt nicht mehr zum Zuge.

Dr. Marco Heß, Thomas Wittmann, Bettina Krapfl, Katrin Hüttner und Marcus Fritsch leisteten vor Bürgermeister Lothar Müller den Amtseid.
von Florian TrißlProfil

Zur konstituierenden Sitzung waren die elf wiedergewählten und fünf neuen Marktratsmitglieder in den Kultursaal eingeladen, um das Abstandsgebot und die Hygienemaßnahmen einzuhalten. Auf dem Programm standen neben der Vereidigung der neuen Mitglieder die Wahl der beiden Stellvertreter und die Besetzung der Ausschüsse durch die Fraktionen. Veränderte Mehrheitsverhältnisse im Gremium sorgten für einen Wechsel auf dem Posten des dritten Bürgermeisters.

Der wiedergewählte Bürgermeister Lothar Müller bat zu Beginn die neuen Gremiumsmitglieder Bettina Krapfl (FW), Katrin Hüttner, Marcus Fritsch (beide SPD), Dr. Marco Heß und Thomas Wittmann (beide CSU) zur Ableistung des Amtseides. Danach wünschte Hans Klupp, Fraktionssprecher der Freien Wähler, ihnen viel Freude und Ideen bei der Gestaltung der Marktgemeinde und Durchhaltevermögen, wenn es schwierig wird. "Unser demokratischer Staat und unsere Gesetze ermöglichen die Vielfalt von Meinungen, Lebensgestaltung, Weltanschauung und Religionen", wies er auf das Privileg hin, 75 Jahre nach der Befreiung aus dem Nationalsozialismus in Frieden, Freiheit und Sicherheit leben zu können.

"Wählerwillen ignoriert"

Nachdem sich die Ratsmitglieder wieder für zwei Stellvertreter entschieden, stand deren Wahl auf dem Programm. Philip Böckl (SPD) schlug Susanne Bittner als Zweite Bürgermeisterin vor und wies darauf hin, dass sich die bisherige Dritte Bürgermeisterin sehr bürgernah zeigte und für eine nochmalige Kandidatur bei der Bürgermeisterwahl bereit war, während andere Parteien keinen Kandidaten stellten. Er nannte drei Fakten, die für Susanne Bittner sprechen: "Sie hatte bei der Kommunalwahl die drittmeisten Stimmen, hatte den größten Stimmenzuwachs im Vergleich zur letzten Wahl". Auch hätte die Partei, die den zweiten Bürgermeister bisher stellte, bei der Wahl einen Sitz verloren. "Mit einer Nicht-Wahl von Bittner würde das Gremium den Wählerwillen ignorieren."

Bürgermeister Müller schlug seinen bisherigen Stellvertreter Markus Preisinger vor. Er verwies auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit in der zurückliegenden Amtsperiode. Bei der geheimen Wahl erhielt der bisherige Zweite Bürgermeister Markus Preisinger 13 der 17 abgegebenen Stimmen und wurde damit in seinem Amt bestätigt.

Hervorragend vernetzt

Für das Amt des Dritten Bürgermeisters schlug Lothar Müller den erfahrenen Kommunalpolitiker Hans Klupp vor. Er sei politisch und gesellschaftlich hervorragend vernetzt, hatte bereits in der vorletzten Wahlperiode dieses Amt inne und er stehe der zweitstärksten Fraktion vor. Tina Zeitler von der CSU ergänzte, dass die Fraktion der Freien Wähler bei den letzten Wahlen kontinuierlich an Stimmen hinzugewann und jeweils einen Sitz mehr bekommen hatte. Sie sagte in Richtung Bittner, dass es keine Bewertung der bisherigen Arbeit sei. Diese sei über sechs Jahre hinweg durchwegs gut gewesen.

Auch für den Posten des Dritten Bürgermeisters schlug Böckl seine Fraktionssprecherin Susanne Bittner vor. Die Kommunalwahl sei auch eine Personenwahl und so müsse das Wahlergebnis von Bittner auch bei der Wahl der Stellvertreter berücksichtigt werden. Bei der Abstimmung erhielt Hans Klupp ebenfalls 13 der 17 abgegebenen Stimmen. Susanne Bittner sprach beiden Stellvertretern eine faire Gratulation aus und wünschte für die Gemeinde eine gute Zeit.

Als Ausschüsse legten die Räte den Finanzausschuss und den Rechnungsprüfungsausschuss fest, der Bauausschuss wurde zum Bau- und Umweltausschuss und neu wurde ein Feuerwehrausschuss gegründet. In der Gemeindeordnung wurde festgelegt, dass der Bürgermeister ein Budget von 10 000 Euro pro Einzelfall zur Verfügung hat.

Der Vorschlag des städtebaulichen Beraters Dr. Klaus Zeitler, nur eine Bürgerversammlung abzuhalten, wurde nicht übernommen. Klupp warf hier ein, dass in allen ehemaligen Gemeindeteilen eine Bürgerversammlung stattfinden sollte, deren Ablauf "peppiger" gestaltet werden kann. Fraktionssprecherin Susanne Bittner von der SPD schlug vor, eine große Veranstaltung in Plößberg abzuhalten. "Da können zum Beispiel die Beauftragten für Senioren, Jugend und für junge Familien mit eingebunden oder auch die jährlichen Statistiken vorgestellt werden, es ist allerdings genauso wichtig, dass wir mit dem Marktrat bei unseren Bürgern sind," machte sie sich für die bisherige Form mit mehreren Versammlungen stark. Für die CSU-Fraktion pflichtete Tina Zeitler bei, dass man weiterhin in die einzelnen Orte gehen müsse, wofür man sich letztendlich auch entschied.

Jugendrat angeregt

Als neuen Jugendbeauftragten bestimmte man Philip Böckl (SPD), seine Stellvertreterin ist Bettina Krapfl (FW). Böckl schlug vor, in Plößberg einen Jugendrat zu installieren, wie es in vielen Kommunen im Landkreis bereits geschehen ist. Hans Klupp kündigte hierfür einen Antrag für die nächste Sitzung an. Für das Thema "Junge Familien" sind Dr. Marco Heß (CSU) und seine Stellvertreterin Katrin Hüttner (SPD) verantwortlich.

Hans Klupp (links), der bereits in der vorletzten Wahlperiode das Amt des Dritten Bürgermeisters inne hatte, wurde auch für die nächsten sechs Jahre wieder in dieses Amt gewählt. Auch er leistete den Amtseid ab.
Die drei Bürgermeister: Erster Bürgermeister Lothar Müller (Mitte), Zweiter Bürgermeister Markus Preisinger (rechts) und Dritter Bürgermeister Hans Klupp (links).
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Kommentare

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Marina schnorr

Nachdem bei der Wahl zum 1. Bürgermeister Lothar Müller (CSU) gegen Susi Bittner (SPD) knapp die Mehrheit erreichte, fanden die Wahlen des 2. und 3. Bürgermeisters statt. Da Susi Bittner bei der Wahl so gut abgeschnitten hatte, war es für viele nur Formsache, dass sie zur 2. Bürgermeisterin gewählt wird. In der vergangenen Amtsperiode hatte sie eine hervorragende Arbeit als 3. Bürgermeisterin geleistet. Der Marktgemeinderat entschied sich dann lieber für die Wunschkandidaten des 1. Bürgermeisters - Herr Preisinger und Herr Klupp werden zum 2. und 3. Bürgermeister ernannt.

Für mich bedeutet dies, dass die Meinung des "einfachen Bürgers" nicht zählt. Frau Bittner als 2. Bürgermeisterin zu wählen wäre nach ihrem guten Abschneiden nur logisch gewesen.

13.05.2020