07.05.2021 - 11:46 Uhr
PlößbergOberpfalz

Nur eine Anlage für Freiflächenphotovoltaik in Gemeinde Plößberg

Photovoltaikanlagen im Gelände soll es auch künftig nicht im Gemeindegebiet geben. Nur für ein Vorhaben heimischer Unternehmer wurde eine Ausnahme erteilt. Dieses Projekt beinhaltet auch einen innovativen Langzeitspreicher.
von Florian TrißlProfil

Breitbandausbau und Freiflächenphotovoltaik waren Themen bei der Marktratssitzung im Kultursaal. Eine Mehrheit hielt am Beschluss gegen die PV-Anlagen fest. Nur bei einem Vorhaben wurde eine Ausnahme gemacht.

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Plößberg

Seit 2010, so Bürgermeister Lothar Müller, werde das Thema "Freiflächenphotovoltaik" immer wieder im Gremium diskutiert. Aktuell würden solche Anlagen durch die technische Weiterentwicklung wieder interessanter. Müller erinnerte, dass 2019 beschlossen wurde, in der Gemeinde keine Anlagen zuzulassen, Anträge würden aber angesehen. Bei der aktuellen Meinung könnte auch die neue Speichertechnologie mit Wasserstofftechnik eine Rolle spielen.

Tina Zeitler (CSU) sieht ein großes Problem in den Freiflächenanlagen beim Entzug von Grundflächen für die Landwirtschaft. Es sei bereits schwierig, Grundstücke für Tauschflächen zu bekommen. Hans Klupp (FW) wollte ebenfalls keine Ausweitung. Jedoch betrachtet er Wasserstoff mit als Energie der Zukunft. Eine Begrenzung auf 40 Hektar für Anlagen mit Speichermöglichkeiten hält er für angemessen.

Zweites Standbein

Adalbert Zölch (CSU), selbst Landwirt, betrachtete die Freiflächen-PV-Anlagen als mögliches zweites Standbein der Landwirtschaft. Ein Prozent der Gemeindefläche könnte dafür vorgesehen werden. Das sah auch Katrin Hüttner (SPD) so. Sie wünschte sich ein generelles Umdenken, da der Ausstieg aus der Atomenergie noch nicht geschafft sei. Hubert Schwägerl (CSU) forderte, zuerst das Potenzial von Dachflächen auszunutzen. Nach dieser längeren Diskussion stimmten die Mehrheit von 13 Räten gegen weitere Planungen von PV-Anlagen, mit 15 Ja-Stimmen votierte man allerdings für die Ausnahme für ein Projekt mit innovativem Langzeitspeicher mit einer Fläche bis 40 Hektar. Ein derartiges Projekt stellten einheimische Unternehmer im Oktober 2020 bereits vor.

Weiterer Breitbandausbau

Bürgermeister Lothar Müller berichtete, dass im vierten Förderprogramm zum Breitbandausbau Anschlüsse gefördert werden, die in Privathaushalten eine geringere Leistung als 200 Mbit/s und bei Unternehmen weniger als 1000 Mbit/s, also ein Gigabit/s, betragen. Fachberater Sebastian Krysa von der Breitbandberatung Bayern stellte eine Bestandsaufnahme und die Markterkundung vor, ebenso eine vorläufige Kostenaufstellung. Gefördert würden nur Glasfaseranschlüsse, die direkt in die Gebäude verlegt werden. Dafür gebe es je Adresse 6000 Euro, bei „weißen Flecken“ 9000 Euro zusätzlich. Laut Bestandsaufnahme wären in 17 Gebieten 153 Adressen förderfähig. Zu den Gesamtkosten von 2 Millionen Euro gebe es eine Förderung von 936 000 Euro, bei einer Härtefallregelung rund 1,3 Millionen Euro.

Bei einer Zustimmung, so Krysa, könnte nach Ausschreibung, Vergabe und Bearbeitung des Förderantrags im Frühjahr 2022 der Auftrag erteilt werden. Bei der Projektumsetzung müsse man zurzeit mit bis zu vier Jahren rechnen. Das Gremium billigte einstimmig die Durchführung des Projekts.

 

 

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