28.08.2020 - 14:48 Uhr
PlößbergOberpfalz

Von Plößberg 1000 Kilometer an den Bodensee

Bürgermeister Lothar Müller ist ein passionierter Radfahrer. Zusammen mit Freunden legte er jetzt gut 1000 Kilometer zurück.

Als Zwischenziel der dritten Etappe steuerte die Gruppe die Porta Nigra in Trier an, wo man sich zum Gruppenbild formierte.
von Florian TrißlProfil

Seit vielen Jahren plant Lothar Müller mehrtägige Fahrradtouren, bei denen jeweils Freunde und Bekannte teilnehmen. In diesem Jahr waren auch die beiden Spitzensportler aus der Region, Stephan Löw und Ralph Zimmermann, dabei, die 2014 beim "Race across America" in einer Viererstaffel mitwirkten. Die diesjährige Rennradreise sollte von Plößberg über Luxemburg zum Bodensee führen. Doch sorgte Corona für eine Planänderung, da das Robert-Koch-Institut eine Reisewarnung für Luxemburg herausgegeben hatte.

Immer wieder mal musste der Werkzeugkoffer ausgepackt werden, um meist kleinere Reparaturen zu erledigen. Das Begleitteam kümmerte sich dabei um Ersatzteile und Materialtransport.

250 Kilometer zum Auftakt

Am ersten Tag hatte die 12-köpfige Rennradtruppe mit den drei Begleitpersonen die längste Etappe mit rund 250 Kilometern zu fahren. Nach Bayreuth wurde der Norden der Fränkischen Schweiz durchquert. Ab Bamberg war das Maintal ein Begleiter bis Grafenrheinfeld. Durch hügelige Landschaft ging es weiter nach Karlstadt, wo der Main überquert wurde. Das letzte Stück der Etappe lief kurz vor Lohr am Main wieder am Fluss entlang. Da in Lohr am Main der evangelische Pfarrer Michael Kelinske tätig ist, der früher einmal in Plößberg war, lud ihn Bürgermeister Lothar Müller ein, ein Stück mitzufahren. Pfarrer Kelinske ist auch ein begeisterter Rennradfahrer. Die Einladung hat er gerne angenommen.

Schöne Alternativroute

Und auch am nächsten Morgen war der Pfarrer noch ein Stück dabei. Kurz vor Aschaffenburg liegt die Gemeinde Waldaschaff. Den dortigen Bürgermeister Marcus Grimm kannte Lothar Müller vom Bürgermeister-Triathlon. Auch er hatte eine Einladung mitzufahren. Da die ursprünglich geplante Trasse wegen einer Baustelle nicht funktionierte, führte Marcus Grimm die Truppe über eine wunderschöne Alternativroute am Main flussabwärts, durch den Naturpark Bayerischer Spessart und die Gegend im Hunsrück. Nach 250 Kilometern endete der Tag in Bernkastel-Kues.

Im vergangenen Jahr führte die Tour an die Ostsee

Plößberg

Die ursprüngliche Planung sah vor, am dritten Tag nach Luxemburg zu kommen. Da Luxemburg zu dieser Zeit als Corona-Risikogebiet eingestuft war, wurden ein Hotel bei der Stadt Merzig im Saarland gebucht. Am Morgen ging es zunächst an der Mosel stromaufwärts bis zu der von Römern gegründeten Stadt Trier. Natürlich durfte das obligatorische Foto an der Porta Nigra nicht fehlen. Aufgrund der etwas kürzeren Etappe von rund 150 Kilometer gönnten sich die Gruppe mit Blick auf die Porta Nigra einen Cappuccino. Nächste Station war Schengen. Zum Teil an der Deutsch-Französischen Grenze entlang wurde dann Merzig an der Saar erreicht.

Über die Grenze

Am nächsten Tag ging es der Saar folgend über Saarlouis nach Saarbrücken. Anschließend überquerten die Radler die Deutsch-Französische Grenze. Im Naturpark Nördliche Vogesen fuhr man die landschaftlich sehr reizvolle Strecke von Lemberg über Bärenthal nach Gundershofen. Zum Ende des vierten Tages radelte die 12er-Gruppe vor Straßburg am Rhein-Marne-Kanal entlang. Durch den etwas schmalen Radweg musste die Truppe, insbesondere die weiter hinten im Feld fahrenden, erhöhte Aufmerksamkeit walten lassen, um nicht in den Kanal zu fahren oder den Gegenverkehr zu touchieren. Nachdem alles gut lief, ging es vorbei am Europäischen Parlament ab ins Hotel. Am Abend sammelte die Gruppe noch Eindrücke in der Altstadt mit Besichtigung des Doms.

Der letzte Tag, mit Überquerung des Schwarzwaldes und einer Streckenlänge von rund 220 Kilometern und 2000 Höhenmeter, stellte die Gruppe vor eine gewisse Herausforderung, was aber ohne größere Schwierigkeiten gemeistert werden konnte. Nach vier Tagen Hitzeschlacht, brachte der letzte Tag mit etwas Regen eine deutliche Abkühlung. Im Ziel, in Friedrichshafen am Bodensee, wurde die Radlgruppe vom Begleitteam mit Sekt, kühlen Getränken und Leberwurstbrot (Leberwurst aus einer Tirschenreuther Metzgerei) empfangen. Einen Tag Erholung am Bodensee mit verschiedenen Besichtigungen und einer Schifffahrt nach Romanshorn (Schweiz) gönnte sich die Truppe, ehe es am Samstag mit Zug und Bus zurückging.

Insgesamt 1023 Kilometer

Die gesamte Tourlänge war 1022 Kilometer mit rund 8000 Höhenmetern. Außer den üblichen Platten gab es noch weitere technische Pannen, etwa ein gerissenes Schaltseil gleich zu Beginn. Ein gebrochenes "Schaltauge" sorgte für einen Fahrer für eine längere Pause. Nachdem das Ersatzteil besorgt werden konnte, war der Radler auf der Schlussetappe wieder dabei.

Das alles weitestgehend reibungslos verlief war auch dem Begleitteam zu verdanken. Es sorgte für die Verpflegung unterwegs. Angesichts der Temperaturen der ersten vier Tage war der Getränkeeinkauf immer eine größere Aktion. Bei 12 Radfahrern, die an einem heißen Tag schon mal zehn Liter pro Person trinken, kann man ausrechnen, was einzukaufen ist. Eine schöne Tour mit etwas Geschichte, etwas Politik, Treffen guter Bekannter und viel Rennradfahren - und drei Tage nach dem geplanten Aufenthalt in Luxemburg wurde der Risikostatus wieder aufgehoben. Na ja, dann kann die Gruppe ja noch einen Anlauf machen.

Die gesamte Truppe in Lohr am Main mit Pfarrer Michael Kelinske (Fünfter von rechts im blauen Trikot) und Bürgermeister Marcus Grimm, Waldaschaff (Sechster Von links im grünen Trikot).
Die Radlgruppe setzte sich aus (von links) Bürgermeister Lothar Müller, Ronald Flieger, Klaus Haberkorn, Stephan Löw, Ralph Zimmermann, Karl Siller, Christian Konz, Hubert Beinrucker, Reiner Weiss, Rainer Hecht und Markus Preisinger zusammen. Bernd Büsching musste beruflich einen Tag vor der Zieletappe die Heimreise antreten. Zum Team gehörten auch die drei Begleiter Annika Müller, Klaus Müller und Magdalena Müller (sitzend von links).
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