30.08.2019 - 15:30 Uhr
PlößbergOberpfalz

Mit Rückenwind an die Ostsee

Ein paar entspannende Tage an der Ostsee klingen durchaus reizvoll. Doch wer die über 1100 Kilometer lange Anreise mit dem Fahrrad angeht, der braucht am Ziel wirklich Erholung.

Zum Bild am Brandenburger Tor (von links): Markus Preisinger, Hubert Beinrucker, Rainer Weiss, Lothar Müller, Rudi Kreuzer, Bernd Büsching, Ronald Flieger und Klaus Haberkorn.
von Externer BeitragProfil

Die ambitionierte Rennradler-Gruppe um Plößbergs Bürgermeister Lothar Müller hat sich in der Vergangenheit immer wieder ferne Ziele gesetzt. In diesen Tagen wurden die polnische Ostsee und die Stadt Danzig angepeilt. In fünf Tagen wollte die achtköpfige Gruppe am 1150 Kilometer entfernten Ziel ankommen. Drei der Radsportler musste, etwa aus beruflichen Gründen, den ehrgeizigen Plan aufgeben.

Anstrengender Auftakt

Die Gruppe startete in Plößberg und fuhr am ersten Tag durchs Erzgebirge über Oberwiesenthal nach Dresden. Mit 264 Kilometern und über 3000 Höhenmetern bildete der Auftakt gleich den anstrengendste Tag der ganzen Tour. Zwar waren die Radsportler in den nächsten ebenfalls gefordert, doch gerade bei den Höhenmetern hatte die Gruppe die größte Hürde überwunden.

Ein großes Ziel folgte am zweiten Tag. Nach Dresden wurde über den Spreewald in die Hauptstadt Berlin geradelt. Natürlich stellte die Gruppe sich zu einem Gruppenfoto am Brandenburger Tor auf. Nach Berlin schrumpfte die ursprünglich achtköpfige Gruppe auf fünf Personen zusammen.

Fünf Platten

Etwas gemütlicher ging es am dritten Tag zu. An allen anderen Tagen wurden immer über 200 Kilometer geradelt. Am dritten Tag waren es "lediglich" 175 Kilometer. Die lange Stadtausfahrt und die "Fahrradstraßen" in der Bundeshauptstadt begeisterten die Radsportler aus der Oberpfalz. Allerdings mussten auch unerfreuliche Erfahrungen gemacht werden: Zu Mittag des dritten Tages wurde bereits der fünfte Platten verzeichnet. Danach verlief die Tour pannenfrei.

Panzer an der Oder

Die nächste Rast folgte an der Oder in Kienitz. Dort steht ein Panzer der sowjetischen Armee. Kienitz war der erste Ort auf dem Gebiet der späteren DDR, der von sowjetischen Truppen eingenommen wurde. Weiter ging es bei gutem Rückenwind an der Oder entlang. Die Grenze zwischen Deutschland und Polen wurde bei Kostryzn nad Odra (Küstrin an der Oder) überquert. Am Ende des dritten Tages gönnte sich die Gruppe einen angenehmen Aufenthalt in einem Wellnesshotel in Lubniewice.

Mit Begleitteam

Schnell unterwegs war die Truppe auch deswegen, weil ein Team mit Begleitfahrzeug für alles Organisatorische sorgte. Dies alles trug zu einem reibungslosen Ablauf bei. Das "Mega-Team" war neben dem Gepäcktransport auch für die Verpflegung unterwegs zuständig. Dabei gab es alles was das Herz eines Radlers höher schlagen lässt. Von Müsliriegel über Obst bis hin zur Zwiebelsuppe, Sandwiches, Kaffee Kuchen und Getränke aller Art.

Am Ende des vierten Tages wurde in Bydgoszcz (Bromberg) übernachtet. In einem schönen Hotel im Wiener Kaffeehaus Stil. Der letzte Abschnitt der Tour verlief über weite Teile entlang der Weichsel, die bei Danzig in die Ostsee mündet. Rund 60 Kilometer vor Danzig wurde in Malbork (Marienburg) gerastet. Die Stadt wurde durch die gleichnamige Marienburg bekannt, die als das größte Werk der Backsteingotik gilt.

Sektempfang am Ziel

Die Einfahrt nach Danzig erfolgte zum Teil auf abenteuerlichen und für Rennräder eigentlich nicht geeigneten Wegen. Dennoch wurde das Ziel pannen- und unfallfrei sowie ohne große zeitliche Verzögerung erreicht. Die Radfahrer wurden am Ziel vom Begleitteam mit Sekt empfangen. Der nächste Tag diente zur Erholung. Neben einer Stadtrundfahrt gab es bei Sopot einen Strandaufenthalt bei schönstem Badewetter. Bei der ganzen Tour gab es bis auf den ersten Vormittag keinen Regen.

Die Radlergruppe bei einer Rast an der Weichsel.
Die Radsportler sowie Betreuerinnen bei der Zielankunft in Danzig (von links): Hubert Beinrucker, Lothar Müller, Klaus Müller, Annika Müller, Magdalena Müller, Melanie Lopez, Rainer Weiss, Klaus Haberkorn und Markus Preisinger . Ein weiteres Bild bei einer Raststation an der Weichsel.
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