05.02.2019 - 16:47 Uhr
PlößbergOberpfalz

Schutz der Lebensgrundlagen

Markus Remold ist weiterhin Vorsitzender der "Bürgerinitiative zum Schutz von Mensch und Natur".
von Externer BeitragProfil

Zum dritten Mal seit ihrer Gründung hat die "Bürgerinitiative zum Schutz von Mensch und Natur in der Gemeinde Plößberg e.V." ihre Vorstandschaft neu gewählt. Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung im Campingplatzgebäude am Großen Weiher waren auch eine Reihe von Gästen anwesend, unter anderem Bürgermeister Lothar Müller und die Fraktionsvorsitzende der CSU, Tina Zeitler.

In seinem Grußwort blickte Bürgermeister Lothar Müller auf die Anfangszeit des Vereins zurück, als der Plößberger Landschaft dauerhafte Zerstörungen durch Windparks drohten. Dies sei auch durch den Einsatz der Bürgerinitiative mit abgewendet worden. Müller betonte weiterhin, dass sich der Verein in den vergangenen sechs Jahren vieler weiterer Themen angenommen habe. Insbesondere erwähnte er das "Grüne Klassenzimmer" hinter dem "Großen Weiher" als direkte Folge des Engagements der Bürgerinitiative.

Neuer Wanderführer

In seinem Rechenschaftsbericht erwähnte Markus Remold, dass man sich im Vorfeld der vergangenen Landtagswahlen an eine Reihe von Parteien und Politikern gewandt und alle Vereinsmitglieder regelmäßig über deren Antworten informiert habe. Dabei sei der Erhalt der "10-H-Regelung" im Vordergrund gestanden. Außerdem arbeite man an einem Wanderführer "Windradfreie Wandergebiete in Deutschland". Die Zusammenarbeit mit dem Forstbetrieb Flossenbürg zur Errichtung eines app-basierten Walderlebnispfades dauere ebenso an wie die Arbeit an einer eigenen Homepage.

Bei den Vorstandswahlen wurden alle bisherigen Vorstandsmitglieder in ihrem Amt bestätigt: 1. Vorsitzender Markus Remold, 2. Vorsitzender Lutz Ihlow, 3. Vorsitzender Harald Gerl, Schriftführerin Marina Scheibler-Ihlow, Kassiererin Martina Gollwitzer, Beisitzer Dieter Horn und Carolina Frank. Kassenprüfer sind weiterhin Richard Heß und Carola Ertl.

Appelle reichen nicht

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden drei wichtige Themenbereiche angesprochen: Das derzeit laufende Volksbegehren zum Artenschutz, der Koalitionsvertrag zwischen CSU und Freien Wählern und die Auswirkungen des Klimawandels auf das Gemeindegebiet. Dabei betonte Markus Remold, dass der Slogan "Rettet die Bienen" der Bedeutung des Volksbegehrens kaum gerecht werde. Es gehe um Artenvielfalt in einer kleinräumig strukturierten, vielfältigen Kulturlandschaft, also um unsere natürlichen Lebensgrundlagen. Der Gesetzentwurf der Organisatoren sei zunächst zweitrangig.

Wichtig sei, dass die Landesregierung begreife, dass sich Bayerns Bevölkerung gegen jede weitere Zerstörung dieser Lebensgrundlagen wehre. Sollte das Volksbegehren Erfolg haben, könne der Landtag für den Volksentscheid ein eigenes, besseres Gesetz vorschlagen. Zunächst aber müssten sich bis zum 13. Februar 10 Prozent der Wahlberechtigten in die Listen eintragen. Für die Befürchtungen des Bayerischen Bauernverbands, das Gesetzesvorhaben werde zu mehr Bürokratie führen, zeigte Markus Remold Verständnis. Er verwies jedoch auf den Koalitionsvertrag, in dem CSU und Freie Wähler einen Bürokratieabbau und eine Förderung kleinbäuerlicher Betriebe vereinbart hätten. Auch stimme er den Bauern zu, dass ein größeres Interesse an regionalen, ökologischen Produkten nötig sei. All dies habe jedoch wenig mit dem Volksbegehren zu tun. Nur grundlegende Veränderungen in der Agrarpolitik könnten auf Dauer sowohl der Natur als auch der kleinbäuerlichen Landwirtschaft das Überleben sichern.

Beim Thema Klimawandel waren sich alle Anwesenden einig, dass Appelle an die Vernunft der Menschen nicht ausreichten. Man müsse sich auf gravierende Veränderungen einstellen. In diesem Zusammenhang richtete sich Markus Remold an den Bürgermeister und den Marktgemeinderat mit der Bitte, bei zukünftigen Bauprojekten auf Regenwassernutzung zu achten und den Bau von Zisternen zu fördern. Das gesammelte Wasser könne im Garten, beim Autowaschen, aber auch für die Toilettenspülung verwendet werden. Angesichts von Starkregen-Ereignissen und ausgedehnten Trockenperioden mache aber nur eine wirklich große Zisterne einen Sinn.

Mehr Hecken

Zudem wurden die Gemeindevertreter aufgefordert, schattenspendendem Grün, Hecken und Gehölzen gegen Austrocknung der Fluren mehr Bedeutung zuzumessen. Auch solle man bei der Ausweisung neuer Baugebiete die Bodenversiegelung gering halten und die Lichtverschmutzung auf ein Minimum begrenzen.

Treffen der Bürgerinitiative zum Schutz von Mensch und Natur.

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