08.01.2020 - 16:58 Uhr
Poppenreuth bei WaldershofOberpfalz

Bald auch Einsätze in Oberfranken

Worte des Dankes prägten die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Poppenreuth. Über Spenden wurde ein Defibrillator finanziert. Doch es gibt auch neue Herausforderungen.

Das neu gewählte Vorstandsteam der Feuerwehr Poppenreuth. Im Bild von links Bürgermeisterin Friederike Sonnemann, Rudi Lang, Ludwig Schels, Vorsitzender Markus Schultes, Willi Scheerer, Heinz Seidel und Bruno Köllner.
von Konrad RosnerProfil

Der Feuerwehr Poppenreuth war es ein großes Anliegen, einen Defibrillator anzuschaffen. So ein lebensrettendes Gerät sollte nach Meinung von Vorsitzendem Markus Schultes in jeder kleinen Ortschaft bereitstehen. Dank einer groß angelegten Spendenaktion gelang es, einen "Defi" zu kaufen, der künftig in einem eigens geschaffenen Mauerdurchbruch neben der Einfahrt zum Feuerwehr-Gerätehaus seinen Platz findet.

Aktuell fährt der "Defi" im Bus 14/1 mit; dort werde er bei Einsätzen immer zur Verfügung stehen. Schultes dankte noch einmal allen Spendern für die großzügige Unterstützung. In nächster Zeit, so Markus Schultes, werden Schulungen für interessierte Bürger angeboten, damit Berührungsängste "für dieses lebensrettende, aber dennoch einfach zu bedienende Hilfsmittel minimiert werden". Ein großes Dankeschön galt Thomas Schimmel, der sowohl den Gerätetyp ausgesucht und auch den "Defi" angeschafft habe. Er leite auch die Schulungen der Aktiven.

85 Mitglieder

Zu Beginn der Jahreshauptversammlung, die am Dreikönigstag im Feuerwehrgerätehaus stattfand, freute sich Vorsitzender Markus Schultes, auch Bürgermeisterin Friederike Sonnemann, viele Stadträte sowie Kreisbrandmeister Günther Fachtan begrüßen zu können. Aktuell, so Schultes, habe die Wehr 85 Mitglieder. In seinem Rechenschaftsbericht erinnerte er an die gesellschaftlichen Aktivitäten, wie die Winterwanderung zum Hotel "Hackelstein", das Kaffeekränzchen am Faschingssonntag und das Maibaumaufstellen. Gut besucht war das traditionelle Gartenfest am Sonntag nach Fronleichnam. Das ursprünglich geplante Herbstfest fiel aus. Mit einem Kameradschaftsabend im November und einer allerdings schlecht besuchten Adventsfeier endeten die gesellschaftlichen Aktivitäten. Die Wehr besuchte viele auswärtige Feste befreundeter Vereine und nahm unter anderem am Sommerfest des SKC Hard teil. Der Dank des Vorsitzenden galt allen, die sich in die Wehr einbringen, vor allem den Frauen. In diesem Zusammenhang beklagte er einmal mehr den akuten Frauenmangel in der Poppenreuther Wehr.

Sehr umfangreich war der Tätigkeitsbericht von Kommandant Richard Wegmann, der an der Spitze von 23 Aktiven, davon 8 Atemschutzgeräteträgern, steht. 2019 wurde die Wehr zu 52 Einsätzen gerufen, 334 Einsatzstunden kamen zusammen. Den Löwenanteil bildeten 39 technische Hilfeleistungen. Es gab keinen Großbrand. Hinzu kamen 13 Unterrichte und Übungen sowie drei größere Einsatz- und Funkübungen. Die Atemschutzträger waren bei weiteren acht Übungen gefordert.

Beispielhaft

Stellvertretender Kommandant und Jugendwart Thomas Schimmel verwies auf 24 Übungen und Unterrichte sowie verschiedene Übungen mit anderen Wehren im Jugendbereich. Das Engagement der Jugendlichen sei beispielhaft gewesen. Aktuell habe die Wehr vier Feuerwehranwärter in der Ausbildung. Klares Ziel für 2020 sei, sich noch mehr als bisher in der Nachwuchsgewinnung zu engagieren. Denn nur so sei der Fortbestand der Wehr zu sichern.

Einen Einblick in die Finanzen der Wehr gewährte Kassierer Heinz Seidel, der die wichtigsten Einnahmen und Ausgaben auflistete. Den Spendern für die Defibrillator-Anschaffung galt sein ganz besonderer Dank. Die Entlastung des Vorstands erfolgte einstimmig.

In ihrem Grußwort zollte Bürgermeisterin Friederike Sonnemann der Poppenreuther Wehr Respekt und Anerkennung für die geleistete Arbeit: "Kameradschaftlich und gesellschaftlich habt ihr einiges bewegt." Sie betonte, dass sie auch Kritik einstecken könne. Dies gehöre zur Demokratie einfach dazu. Sie sei dankbar, dass dies auch stattgefunden habe. Sie lobte die engagierte Nachwuchsarbeit. Die Aktiven der Wehr stünden vor großen Herausforderungen. Umso wichtiger sei eine umfassende Aus- und Fortbildung. "Macht weiter so." Abschließend hob die Bürgermeisterin hervor, dass die Stadt Waldershof bestrebt sei, alle Feuerwehren gerecht zu unterstützen.

Kreisbrandmeister Günther Fachtan fand nur lobende Worte für die Alarmierungsgemeinschaft Poppenreuth und Waldershof, die sehr gut funktioniere. Gleichzeitig beklagte er, dass immer weniger Aktive zu immer mehr Einsätzen fahren müssten. Künftig werde man wohl auch in Oberfranken zu Einsätzen gerufen. Die digitale Alarmierung, so Fachtan, werde noch dieses Jahr kommen.

Rauchmelder einbauen

Der Waldershofer Feuerwehr-Kommandant Stefan Müller appellierte, dass Rauchmelder in jedem Haus angebracht werden; sie seien lebensrettend. Er berichtete von einem Einsatz in Waldershof, wo ein Rauchmelder angeschlagen hatte. Ohne Rauchmelder wäre es wohl wesentlich schlimmer ausgegangen, so Müller. Auch er setzt auf weitere Nachwuchsgewinnung. Sonst sei die Sicherheit der Bürger in Gefahr. Für die digitale Alarmierung habe er bei der Stadt 100 000 Euro beantragt, teilte Müller mit. Abschließend lobte er die "supergute Zusammenarbeit" mit der Poppenreuther Wehr.

Im weiteren Verlauf der harmonischen Versammlung wurde Alfons Paulus für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Raphael Schultes wurde von Kommandant Richard Wegmann zum Feuerwehrmann befördert.

Neuwahlen:

Die Neuwahlen bei der Feuerwehr Poppenreuth leitete Bürgermeisterin Friederike Sonnemann. Markus Schultes bleibt auch in den kommenden sechs Jahren Vorsitzender der Feuerwehr. Er wurde einstimmig in geheimer Wahl im Amt bestätigt. Zweiter Vorsitzender ist auch künftig Ludwig Schels. Zum Schriftführer wurde erneut Willi Scheerer gewählt, Kassierer ist Heinz Seidel. Die Kassenprüfer heißen Bruno Köllner und Rudi Lang.

Alfons Paulus wurde für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt, Raphael Schultes zum Feuerwehrmann befördert. Unser Bild zeigt von links Jugendwart Thomas Schimmel, Vorsitzenden Markus Schultes mit dem Defibrillator, Raphael Schultes, Alfons Paulus und Kommandant Richard Wegmann.
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