02.12.2018 - 17:08 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

Arzt und Nahversorger kommen auf Drei-Mohren-Gelände

"Zeit wird es, dass sich was tut", sagt Andreas Kopf, nachdem Hartmut Gawlik das Bauvorhaben von Daniel Ulrich für das Gelände der ehemaligen "Drei Mohren" vorgestellt hat. Am Poppenrichter Gemeinderat soll es nicht liegen.

Wenn es nach den Plänen von Daniel Ulrich geht, entsteht auf dem Gelände der ehemaligen „Drei Mohren“ ein dreigeschossiger Neubau, in den auch Arzt, Nahversorger und Wohnungen eingeplant sind.
von Autor GFRProfil

Der Investor plant laut Verwaltungsleiter Hartmut Gawlik ein dreigeschossiges Gebäude mit Arztpraxen, Nahversorger und Wohnungen. Dafür müsse der Poppenrichter Gemeinderat die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans beschließen. Der Investor müsse Planungs- und Erschließungskosten übernehmen.

Waltraud Lobenhofer ging davon aus, dass dem Gemeinderat die Pläne detailliert vorgestellt werden. Wolfgang Schmidt meinte, man solle darauf achten, dass dort ein gefälliges Bauwerk errichtet werde. Für Roger Hoffmann war wichtig, dass Arzt und Nahversorger eingeplant seien. Einstimmig billigte das Gremium den vorhabenbezogenen Bebauungsplan.

Ebenso einig war man sich beim Thema Tierheim und Fundtierversorgung. Gawlik stellte die Pläne für den neuen Hundetrakt des Tierheims vor, dessen Neubau 2,1 Millionen Euro kosten soll. Da der Tierschutzverein kein Geld habe, sollten die Kommunen davon zehn Prozent tragen. Um dem Tierwohl gerecht zu werden, müssten Hunden je nach Größe zwischen 6 und 10 Quadratmeter Boxenfläche zur Verfügung stehen. "Viel zu teuer", meinte CSU-Sprecher Andreas Kopf dazu, und Roger Hoffmann konnte sich daran erinnern, dass 2016 einmal 450 000 Euro im Gespräch waren, "aber 2,1 Millionen, das ist Luxus pur".

"Sind nicht gegen Neubau"

Wenn sich der Tierschutzverein Amberg am Tierheim in Feucht orientiere, so Markus Zagel, dann müsse auch gesagt werden, dass dort eine zweckgebundene private Einzelspende in beträchtlicher Höhe vorgelegen habe. "Wir sind sicher nicht gegen einen Neubau beim Tierheim, aber das muss auch kostengünstiger gehen", meinte Hermann Böhm. "Wir beteiligen uns, wenn auch Amberg und die übrigen Landkreiskommunen dabei sind, außer Hirschbach und Schmidmühlen, die ihre Fundtiere anderweitig versorgen lassen."

Bei der Diskussion über den Beitritt von Poppenricht zur "Gemeinsamen Wirtschaftsregion" der Stadt Amberg und der Gemeinden Ebermannsdorf, Freudenberg, Hahnbach, Kümmersbruck und Ursensollen meinte Roger Hoffmann, man solle doch die Abstimmung noch einmal auf die Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung setzen, denn er könne nicht über etwas abstimmen, von dem er erst vor wenigen Minuten Kenntnis erhalten habe. Den von Verwaltungsleiter Hartmut Gawlik verteilten Entwurf der Zweckvereinbarung möchte er, so Hoffmann, in aller Ruhe durchlesen, sich ein Bild machen und dann abstimmen.

"Wir beschließen ja heute nicht den Beitritt", antwortete Böhm, "wir entschließen uns nur, dass wir beitreten wollen, und wenn dann die bisherigen Mitglieder uns aufnehmen wollen, erhalten wir die Zweckvereinbarung und beschließen förmlich den Beitritt." Mit zwei Gegenstimmen wurde die Beitrittsabsicht beschlossen. Hartmut Gawlik sammelte den Entwurf der Zweckvereinbarung wieder ein, und Kurt Köhler (FW) meinte, das alles erinnere ihn an ein Hirschauer Stückl.

Nur mit Eigenbeteiligung

Auch bei den Planungen, die neuralgische Verkehrssituation an der Einmündung der Dr.-Robert-Strell-Straße in die Staatsstraße 2040 (beim Netto-Markt) zu entschärfen, ist die Gemeinde bereit, sich an den Planungskosten von etwa 30 000 Euro mit 7500 Euro zu beteiligen. Den gleichen Betrag trägt die Stadt Amberg und 15 000 Euro der Freistaat. Geprüft werde, so Gawlik, ob mit einem Kreisverkehr, Abbiegespuren oder einer Ampel das Verkehrsaufkommen von täglich 10 000 Fahrzeugen und fast 500 Radfahrern sicher zu bewältigen sei. An dieser Maßnahme müsste sich Poppenricht nach dem Straßen- und Wegegesetz nicht beteiligen, doch Gawlik bezweifelte, dass Amberg und das Straßenbauamt den Neubau ohne Poppenrichter Beteiligung verwirklichen.

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