10.06.2019 - 12:48 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

Gemeinderat lehnt Ausbau der Bahnbrücke bei Altmannshof ab

Der Ausbau der Bahnbrücke bei Altmannshof war Thema im Gemeinderat Poppenricht. Nach längerer Debatte votierte das Gremium gegen das Vorhaben.

Die Bahnüberführung bei Altmannshof über die Kreisstraße AS 31 sorgte im Gemeinderat Poppenricht für Diskussionen.
von Autor GFRProfil

Auch der Ausbau der Bahnbrücke bei Altmannshof war Thema im Gemeinderat Poppenricht. SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Schmidt sagte, es falle ihm nicht leicht, sich für oder gegen einen erweiterten Ausbau der Bahnbrücke an der Einmündung der AS 13 in die AS 31 zu entscheiden. Als Gemeinderat müsse er nicht nur die Interessen der Bewohner von Altmannshof und Speckshof berücksichtigen, sondern auch die Auswirkungen auf die gesamte Gemeinde. Wer an einer Kreisstraße baue, müsse auch mit überörtlichem Verkehr rechnen. Damit lebten seit Jahren die Bewohner von Traßlberg, Witzlhof und Poppenricht.

Problem: Lastverkehr

Sollte die Bahn einmal daran denken, auch die Bahnbrücke in Traßlberg zu vergrößern - wie soll sich dann der Gemeinderat dazu stellen, vor allem, wenn sich Traßlberg dagegen ausspricht? Ohne Aufweitung der Bahnbrücke hinter Altmannshof haben laut Schmidt Traßlberg und Witzlhof den Schwerlastverkehr, der sich beim Ausbau beider Brücken wohl halbieren würde. Auch die Landwirte dürfe man nicht vergessen. Für eine Erweiterung spreche zudem, dass (Schul-)Busse dann auch höher sein könnten. Schmidt räumte ein, dass er beim Info-Abend leichtfertig geäußert habe, dass der Bürgerwille entscheidend sei. Er hadere immer noch, ob er zu dieser Aussage stehen soll oder ob sinnvolles Handeln im Sinne der gesamten Gemeinde wichtiger sei.

Zweiter Bürgermeister Hermann Böhm (CSU) meinte, der Landkreis hätte früher mit der Gemeinde Poppenricht über den erweiterten Ausbau der Bahnbrücke reden und nicht einfach den Bauausschuss im Juni 2018 beschließen lassen sollen, dass sich der Landkreis einer Brückenerweiterung anschließe. Er sei gegen eine für den Schwerlastverkehr geeignete Bahnunterführung, da das Verkehrsaufkommen Altmannshof und Speckshof nicht zuzumuten sei.

Lieber "kleine Lösung"

Auch CSU-Fraktionssprecher Andreas Kopf ist gegen eine größere Bahnbrücke, die nur dem Schwerlastverkehr nutze. Aber Speckshof, Altmannshof und Obersdorf seien nicht für 40-Tonner geeignet. "Wir können doch nichts dafür, dass vor Jahrzehnten die Industriegebiete Immenstetten und Unterschwaig geplant wurden, ohne dass man sich über eine ordentliche Verkehrsanbindung Gedanken gemacht hat", sagte Kopf.

Als Landwirt sprach sich Markus Weiß (CSU) für eine Brücke mit mehr als vier Metern Durchfahrtshöhe aus. FW-Sprecher Kurt Köhler meinte, Chancen für die Zukunft würden vergeben, wenn die Brücke nicht erweitert werde. Er ziehe trotzdem eine "kleine Lösung" vor. Johannes Hauer (CSU) gab zu bedenken, dass eine Brückenerweiterung auch einen massiven Straßenausbau zur Folge hätte. Mit nur drei Gegenstimmen sprach sich der Gemeinderat gegen eine große Bahnbrücke aus. Bürgermeister Hoffmann stellte klar, dass es sich dabei nur um eine Empfehlung handle: Der Kreistag müsse diesem Votum nicht zwingend folgen.

CSU-Fraktionssprecher Andreas Kopf wollte wissen, was hinsichtlich der in der letzten Sitzung angekündigten Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners veranlasst wurde. Bürgermeister Hoffmann berichtete, die beauftragte Fachfirma habe den bereits angesetzten Spritztermin kurzfristig wetterbedingt verschoben. Sobald die Voraussetzungen passen, werde umfangreich gespritzt.

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