09.04.2020 - 14:17 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

Gemeinderat Poppenricht im Corona-Modus

Um die Corona-Krise kommt auch der als Ferienauschuss tagende Poppenrichter Haupt- und Finanzausschuss nicht herum. Um den notwendigen Sicherheitsabstand zu wahren, setzen sich die Räte in der Aula der Grundschule zusammen.

In Krisenzeiten soll man eigentlich näher zusammenrücken, aber derzeit ist „Abstand halten“ das wichtigste Gebot, so auch in der Sitzung des Poppenrichter Haupt- und Finanzausschusses. Der tagt als Ferienausschuss in der Aula der Grundschule, wo die notwendige Distanz zwischen den acht Gemeinderäten zu gewährleisten ist.
von Autor GFRProfil

Bürgermeister Roger Hoffmann wies bei der Zusammenkunft darauf hin, dass die Gemeinderäte zweimal wöchentlich per E-Mail informiert werden, weitere Nachrichten seien auf der Homepage der Gemeinde eingestellt. "Die Nachbarschaftshilfe gemeinsam mit der Pfarrgemeinde ist gut aufgestellt, die Nachfrage jedoch gering", sagte Hoffmann. Das wertete er als gutes Zeichen, dass derzeit die Hilfe innerhalb der Familien oder „über den Gartenzaun hinweg“ gut funktioniere. Auch seien ihm keine Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen bekannt. Dank galt all jenen, die in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, bei Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und der Lebensmittelversorgung tätig sind, aber auch Menschen, die besonnen handeln und einfach zu Hause bleiben.

In seinem Rechenschaftsbericht wies Roger Hoffmann auf Ortstermine mit Bürgermeistern aus dem Wirtschaftsraum Amberg und dem Bund Naturschutz hin, wobei es bei Letzterem um ein Fledermaus- und Schwalbenhotel im Poppenrichter Trafohäuschen gegangen sei. In Traßlberg und Altmannshof seien Defibrillatoren installiert worden. Mit dem Ingenieurbüro Seuß habe man den Poppenrichter Graben erörtert. Beim Arbeitskreistreffen des Zweckverbands Nahverkehr (ZNAS) sei beschlossen worden, binnen der nächsten zwei Jahre alle Bushaltestellen barrierefrei auszubauen.

Beim Landkreiswettbewerb „Unser schönste Baugebiet“ hat die Gemeinde laut Hoffmann mit Sünterbühl nicht punkten können. Der Fundtiervertrag mit dem Tierschutzverein sei nun abgeschlossen. Die geplante Bürgerinformation zum Hochwasserschutz für Amberg und den damit verbundenen Auswirkungen auf das Gemeindegebiet von Poppenricht habe wegen der Ausgangsbeschränkungen abgesagt werden müssen. Die Kommunalwahlen seien gut vorbereitet und zügig vollständig ausgezählt gewesen. Das sei auch der „letzte normale Tag“ gewesen, sagte der Bürgermeister, denn dann seinen Schulen, Kindergärten und Gemeindeverwaltung geschlossen worden. Mitte März seien die Arbeiten an der Friedhofsmauer angelaufen, die er als „Poppenrichter Schmuckstück“ sehe, hob Hoffmann hervor. Auch die Planungen für das Drei-Mohren-Areal gingen voran. Ohne Diskussion wurden die beiden Kommandanten der Poppenrichter Feuerwehr Markus Zagel und Thomas Sadlo bestätigt.

Wie Hoffmann erklärte, platzen die Kindergärten in der Gemeinde aus allen Nähten. Mit der Pfarrkirchenstiftung St. Michael habe man „Dehnungsgruppen“ abgesprochen, um sämtliche Nachfragen decken zu können. Verwaltungsleiter Hartmut Gawlik teilte dem Gemeinderat mit, dass ab September 2020 mehr Kinder angemeldet seien, als es freie Plätze gebe. In dieser Rechnung seien nur Kinder aus Poppenricht und Geschwisterkinder berücksichtigt worden. Abgelehnt habe man Mädchen und Buben aus Schäflohe und Karmensölden, die zwar zum Schul- und Pfarrsprengel, nicht aber zur politischen Gemeinde gehörten. Die Pfarrei könne keine weitere Kindergartengruppe einrichten, auch fehle der Platz.

Bisher sind die Gruppen nach Gawliks Angaben auf 25 Kinder ausgelegt, bei Dehnungsgruppen seien bis zu 35 Kinder zulässig, was auch Kreisjugendamt und Bistum Regenburg als einzig sinnvollen Weg ansehen. Für eine Dehnungsgruppe würden aber eine pädagogische Fachkraft und eine pädagogische Ergänzungskraft benötigt. Roger Hoffmann wies darauf hin, dass der Nachwuchs aus anderen Gemeinden seinen Kindergartenplatz in Poppenricht behalten dürfe. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, dem Kindergartenträger das durch die Dehnungsgruppen zusätzlich entstehende Betriebskostendefizit zu erstatten, soweit diese Kosten nicht durch Elternbeiträge oder staatliche und kommunale Zuschüsse abgedeckt sind.

Auch beim Bau einer Kanuanlegestelle in Altmannshof herrschte fraktionsübergreifend Einigkeit, und der vom Planungsbüro Neidl eingereichte Entwurf wurde genehmigt. Nahe der Vilsbrücke zwischen Altmannshof und Speckshof soll die Kanuanlegestelle gebaut werden, inklusive Kfz-Stellplätzen, einer Sitzgruppe, Wassersteinen zur Strömungsberuhigung und trittsicherem Ein- und Ausstieg. Die Kosten liegen bei knapp über 20 000 Euro. Hermann Böhm (CSU) erinnerte daran, dass seine Fraktion schon im September 2019 diese Maßnahme beantragt habe, daher befürworte er natürlich diese Planung.

Verwaltungsleiter Hartmut Gawlik gab zwei Entscheidungen zu Bauanträgen bekannt, die die Gemeindeverwaltung entschieden hat, da Bauausschuss und Gemeinderat nicht termingerecht darüber hatten befinden können: Der Anbau an eine Garage und die Erweiterung eines Einfamilienhauses waren im Verwaltungsweg genehmigt worden. Ein Antrag an den Ferienausschuss sei nicht zulässig, meinte Waltraud Lobenhofer. Daher rege sie nur an, dass das den Gemeinderäten zustehende April-Sitzungsgeld den Mitarbeitern von Krankenhäusern oder Altenheimen zufließen solle. Dieser Vorschlag stieß auf allgemeine Zustimmung.

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