03.04.2019 - 11:34 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

Gemeinderat Poppenricht vertagt Bauleitplanung für Gebiet Drei Mohren

Der Poppenrichter Gemeinderat verschob die Entscheidung über die Bauleitplanung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Gelände beim ehemaligen Gasthaus Drei Mohren wurde auf eine der nächsten Sitzungen.

von Autor GFRProfil

Der Grund: Der vom Privatinvestor mit der Planung beauftragte Architekt aus Regensburg konnte trotz Ankündigung keinen schlüssigen Planungsentwurf vorlegen.

Gespannt waren die Poppenrichter Gemeinderäte, wie der Investor sich die Bebauung des Drei-Mohren-Areals vorstellt. Dafür war der mit der Planung beauftragte Architekt Albert Dietlmeier extra aus Regenburg angereist, um seine Vorstellungen zu präsentieren. Ein dreigeschossiger Bau mit einer Grundfläche im Erdgeschoss von etwa 20 mal 35 Metern solle entstehen, eine geschäftliche Nutzung ist vorgesehen. In den beiden leicht zurückgesetzten Obergeschossen, die barrierefrei zu erreichen sind, sollen rund zwölf Wohnungen entstehen. An einen Bäcker mit Tagescafé sei im Erdgeschoss gedacht, eine Arztpraxis sei nach wie vor relevant, sagte Dietlmeier. Die Zufahrt werde ausschließlich über die Sportplatzstraße erfolgen, eine fußläufige Verbindung zur Otto-Hahn-Straße sei geplant. Aus Kostengründen werde auf eine Tiefgarage verzichtet, dafür seien ausreichend Pkw-Stellplätze und Garagen im Entwurf enthalten.

Der von Dietlmeier präsentierte Plan hatte nach Ansicht des Gemeinderats wenig Aussagekraft. Waltraud Lobenhofer (SPD) merkte in Übereinstimmung mit dem gesamten Gremium an, "dass es doch angebracht wäre, für eine Gemeinderatsentscheidung detaillierte Pläne vorzulegen". Freundlich aber deutlich meinte Zweiter Bürgermeister Hermann Böhm (CSU), dass die Bauleitplanung einstweilen vertagt werde: "Wenn ordentliche Pläne vorliegen, wird der Gemeinderat auch entscheiden, denn man kann nicht über etwas abstimmen, das wir nicht kennen.“

In seinem Bericht sprach Zweiter Bürgermeister Hermann Böhm den Beitrittsantrag der Gemeinde zum Wirtschaftsraum Amberg an, der von den Mitgliedern positiv verbeschieden worden sei. Der Zuwendungsbescheid des Amtes für Ländliche Entwicklung für den Poppenrichter Dorfplatz einschließlich Friedhofsmauer in Höhe von 625 658 Euro liegt vor, was einer Förderung von gut 69 Prozent der voraussichtlichen Gesamtkosten von mehr als 900 000 Euro entspreche. Die Regierung der Oberpfalz habe auch den vorzeitigen Maßnahmenbeginn beim Kindergarten in Traßlberg genehmigt.

Auf Antrag stimmte der Gemeinderat zu, dass die FW-Fraktion das Gemeindewappen auf Briefbögen verwenden darf und gestattete das auch gleich der CSU- und der SPD-Fraktion. Vor Nutzung muss der Verwaltung aber ein Entwurf des parteilichen Briefbogens vorgelegt werden.

Die Eichenprozessionsspinner-Problematik treffe den jeweiligen Grundstücksbesitzer, auf dessen Grund befallene Eichen stehen, informierte Verwaltungsleiter Hartmut Gawlik. Im vergangenen Jahr habe die Gemeinde befallene Bereiche gesperrt und Warntafeln angebracht. 6000 Euro seien für das Absaugen der Schädlinge auf Spielplätzen, im Friedhof und auf öffentlichen Plätzen ausgegeben worden. Laut Hermann Böhm ist eine landkreisweit einheitliche Vorgehensweise anzustreben. Neben Absaugen käme auch das Besprühen mit dem rein pflanzlichen Niemöl in Frage, das aber in einem eng begrenzten Zeitfenster ausgebracht werden müsse. Markus Zagel (SPD) schlug vor, Eichen, die auf Gemeindegrund stehen, zu registrieren und in der Gemeinde-Homepage zu veröffentlichen. Waltraud Lobenhofer meinte, dass besonders beim Friedhof und an Spielplätzen auf Befall zu achten sei, dann müsse abgesaugt oder gesprüht werden.

Die Johannes-Stark-Straße wird trotz nationalsozialistischer Vergangenheit des einzigen Oberpfälzer Nobelpreisträgers nicht umbenannt, die Straßenschilder sollen nur mit einem Zusatzschild versehen werden. Bestimmte ausgewiesene Grünflächen im Gemeindebereich werden künftig weniger gemäht oder gemulcht, um für Insekten Lebensraum zu erhalten. Um nicht den Eindruck zu hinterlassen, dass hier der Bauhof schlampig arbeite, sollen Hinweisschilder erklären, dass bewusst zum Schutz der Artenvielfalt nicht gemäht wird.

Wie es mit der Parzellenvergabe im Baugebiet Auf der Höhe vorangeht, wollte Waltraud Lobenhofer wissen. Von den ursprünglich 15 Bewerbern, die eine Zusage erhalten hatten, hätten drei ihren Antrag wieder zurückgezogen, informierte Hermann Böhm, drei Nachrückern sei die Zusage erhaltenworden. Da das Wetter mitspiele, würden die Erschließungsarbeiten zügig fortgesetzt. Dem Bauantrag auf Errichtung eines Einfamilienhauses in der Dieselstraße gab der Gemeinderat statt.

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