31.07.2018 - 11:40 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

Haushalt findet Gefallen

Gesund und stabil ist der Haushalt der Gemeinde Poppenricht. Dies ist die Meinung vor allem der CSU- Gremiumsmitglieder. Die SPD ist da nicht ganz so euphorisch.

Die Wasserentnahme aus der Vils ist derzeit nicht möglich, da die Pumpe erst instandgesetzt werden muss. Dafür wird der Sportplatz aus dem Wasserleitungsnetz bewässert. Der SVL plant eine neue, fest installierte Bewässerungsanlage, damit die Sprenger nicht mehr aufwendig von Hand umgesetzt werden müssen, was derzeit mehrfach täglich der Fall ist.

(gfr) "Es herrscht nahezu Vollbeschäftigung und keine weitere Kreditaufnahme in den letzten vier Jahren sowie eine deutlich unter dem Landesdurchschnitt liegende Pro-Kopf-Verschuldung zeugen von solider Haushaltsführung", so CSU-Fraktionssprecher Andreas Kopf. Nicht ganz so positiv sah es SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Schmidt, denn der Sollüberschuss von 770 000 Euro sei nicht durch sparsames Wirtschaften sondern durch Nichtumsetzen und Hinausschieben beschlossener Maßnahmen, etwa der Dorferneuerung, Bauhofsanierung oder Kernwegnetzausbau, erzielt worden. Im Haushalt 2018 seien zahlreiche Forderungen und Anregungen der SPD umgesetzt worden, so Schmidt, außerdem seien keine weiteren Kredite aufgenommen worden und auch die gesunkene Pro-Kopf-Verschuldung könne er nur begrüßen. Unumgänglich seien langfristige Konzepte und bei der Kanalsanierung rechne er mit einigen Millionen Euro an Kosten.

Die Freien Wähler, so Kurt Köhler, können dem Haushalt 2018 zustimmen. Über sechs Millionen Euro beträgt der Verwaltungshaushalt der Gemeinde Poppenricht, fast 2,4 Millionen Euro der Vermögenshaushalt. Der Schuldenstand errechnet sich zum Jahresende 2018 mit 2,9 Millionen Euro, was eine Pro-Kopf-Verschuldung von fast 860 Euro entspricht. Größte Einnahmen im Verwaltungshaushalt sind Steuereinnahmen mit 2,5 Millionen Euro und Schlüsselzuweisungen mit 1,1 Millionen Euro, bei den Ausgaben stechen Personalkosten mit 1,2 Millionen und Kreisumlage mit 1,3 Millionen Euro heraus.

In seinem Bericht wies Bürgermeister Franz Birkl auf die Ende August beginnenden Baumaßnahmen im Rahmen des Kernwegenetzausbaus am Schäfloher Berg und Richtung Siebeneichen hin. Die Trafostation beim Friedhof habe die Gemeinde kostenfrei bekommen können und die bestellten Hausnamen-Schilder seien größtenteils übergeben worden. Birkl bedauerte, dass der „Runde Tisch Hausärzte“ abgesagt worden sei, ein neuer Termin sei in Vorbereitung.

Die Arbeit des Vereins Ferienbetreuung, der sich zum Jahresende auflösen wird, soll unbedingt erhalten bleiben, darüber waren sich sämtliche Fraktionen des Gemeinderates einig. Nur wer die Koordination fortführt, blieb noch offen. Diese einmalige Aktion im Landkreis Amberg-Sulzbach laufe seit sechs Jahren, so der 2. Bürgermeister Hermann Böhm, aber eine sich im Laufe der Jahre immer mehr verändernde Berufswelt und 14 Wochen Ferien führen einfach zu Betreuungslücken, wenn die Eltern berufstätig seien. Böhm regte an, unbedingt den Elternbeirat der Grundschule mit einzubinden. SPD-Gemeinderätin Waltraud Lobenhofer signalisierte Bereitschaft des AWO-Ortsvereins, die Ferienbetreuung zu organisieren. Roger Hoffmann schlug vor, vor einer Entscheidung zu prüfen, ob die Kommune überhaupt das Vereinsvermögen vereinnahmen dürfe. SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Schmidt meinte, die Ferienbetreuung laufe seit Jahren hervorragend, der Verein sei finanziell gesund und er und seine Fraktion sprechen sich für eine Fortführung aus. Ob AWO oder Gemeinde, das sei noch rechtlich abzuklären.

Können wir diese zusätzliche Arbeit der Gemeindeverwaltung aufbürden?, fragte Birkl. Denn die arbeitet bereits am Limit. "Vor sechs Jahren habe wir mit fünf oder sechs Kindern angefangen, die täglich zu betreuen waren, heute sind wir bei mehr als zehn Kindern", so Yvonne Roidl, die Vorsitzende des Fördervereins Ferienbetreuung. Zu berücksichtigen sei häufig, dass sich die Eltern mittlerweile ihre Urlaubsplanung darauf abstimmen, ob ihre Kinder zeitweise betreut werden.

Wenn nun Registrierung einschließlich Kosteneinzug von der Gemeine übernommen werden, sei das sicher wenig zeitaufwendig. Bisher habe diese Aufgabe eine Mutter mit Kind gemanagt. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, dass die Ferienbetreuung fortgesetzt wird. Unter welchem Träger und die rechtlichen Fragen sollen bis zur September-Sitzung geklärt werden.

Keine abschließende Entscheidung gab es auch zum Antrag des SV Luitpoldhöhe-Traßlberg, eine neue Bewässerungsanlage für den Sportplatz finanziell zu unterstützen. Die alte Beregnungsanlage sei in die Jahre gekommen und das regelmäßige Umsetzen der Wassersprenger sei zeitaufwendig. Der SVL rechnet mit Kosten bis 20 000 Euro, könne etwa 8000 Euro Eigenleistung erbringen, hatte Waltraud Lobenhofer in Erfahrung gebracht. Dann gewähre der BLSV aus dem verbleibenden Rest 20 Prozent Zuschuss und bei den restlichen Kosten denkt der SVL an die Gemeinde. "Da hätte ich schon gerne ein konkretes Kostenangebot", so CSU-Fraktionssprecher Andreas Kopf. Vagen Schätzungen könne er nicht zustimmen.

Auf die aktuelle Waldbrandgefahr und die Möglichkeit, dass Stoppelfelder brennen könnten, wies Markus Weiß hin. Nach seiner Ansicht sollte die Gemeindeverwaltung alle Landwirte ersuchen, ihre Güllefässer mit Wasser aufzufüllen und sich registrieren zu lassen, damit im Brandfall die Feuerwehren kurzfristig Zugriff auf größere Mengen an Löschwasser haben. Die Güllefässer können in Absprache mit den Feuerwehren bei deren Gerätehäusern aufgefüllt werden.






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