11.03.2020 - 14:14 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

Hochwasserschutz in Amberg – Folgen für Poppenricht

Nicht gerade begeistert war der Gemeinderat in Poppenricht, als am Montag das Wasserwirtschaftsamt Weiden die Pläne für den Hochwasserschutz der Stadt Amberg vorstellte. Das wurde schnell deutlich.

Sollte das Hochwasserrückhaltebecken im Bereich Neumühle und Witzlhof gebaut werden und käme es zu einen Jahrhunderthochwasser, könnte der Vilspegel soweit ansteigen, dass die Kleingartenanlage „An der Vils“ (rechts im Bild) sowie die Flächen Richtung Amberg (Bildmitte) bis zu einem Meter überflutet werden.
von Autor GFRProfil

Am Hochwasserschutz für Amberg wird seit mehreren Jahren gearbeitet, aber konkrete Pläne legte das Wasserwirtschaftsamt Weiden vergangen Montag dem Amberger Stadtrat und dem Gemeinderat in Poppenricht vor, wonach es zwingend notwendig sei, das Hochwasser bereits nördlich von Amberg zurückzuhalten. Geeignet wäre ein Hochwasserrückhaltebecken mit etwa 2,8 Millionen Kubikmeter Fassungsvermögen und ein teilweise bis zu fünf Meter hoher Damm, der nördlich von Ammersricht und Neumühle beginnt und bis Witzlhof reicht.

Hochwasserschutz-Konzept Thema im Stadtrat Amberg

Amberg

Bei einem Jahrhunderthochwasser rechnet das WWA mit einer Überflutung von Schwaighof und auch die Gemeinde Poppenricht müsse mit steigendem Pegel beim Sportplatz des SVL, bei der Kleingartenanlage „An der Vils“ und beim Bauhof rechnen. Aber mit hydraulischen Berechnungen sei nachgewiesen, dass Altmannshof, Speckshof und weitere an die Vils angrenzende Ortsteile von Poppenricht nicht wesentlich negativ beeinflusst werden würden. Bereits im aktuellen Zustand sei bei einem Jahrhunderthochwasser damit zu rechnen, dass der SVL-Sportplatz mit bis zu 80 Zentimetern Wasserstand überflutet werde. Staue das geplante Hochwasserrückhaltebecken auf, seien beim SVL-Sportplatz mit bis zu 1,3 Metern Wassertiefe zu rechnen.

Bei der Kleingartenanlage „An der Vils“ rechne man aktuell mit bis zu 50 Zentimetern Wasserstand, mit Hochwasserrückhaltebecken und Überflutung bis zu 1,1 Meter. Das wollen die Poppenrichter Gemeinderäte so nicht akzeptieren. "Der Hochwasserschutz für Amberg darf nicht zu unseren Lasten gehen", so Bürgermeister Roger Hoffmann (SPD). Für Hermann Böhm (CSU) ist die vorgeschlagene Lösung mit einem meterhohen Damm inakzeptabel. Nach seiner Auffassung müsse Amberg durch Maßnahmen bereits im Oberlauf der Vils und nicht alleine auf Kosten der flächenmäßig kleinen Gemeinde Poppenricht geschützt werden, also bereits nördlich von Altmannshof. Auch der Rosenbach müsse in das Gesamtkonzept mit einbezogen werde. Markus Weiß befürchtet, dass ein Großteil seiner landwirtschaftlichen Nutzflächen über längere Zeit überflutet werde. Auch Andreas Kopf sieht seine Gastwirtschaft „im Wasser stehen“. Grundsätzlich und parteiübergreifend einig war der Gemeinderat, dass an den Vorschlägen und Planungen des Wasserwirtschaftsamtes noch wesentliche Nachbesserungen erforderlich seien.

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