21.02.2020 - 15:30 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

Kreisverkehr in Witzlhof bleibt Thema

Kommt ein Kreisverkehr in Witzlhof? Wie könnte eine Neugestaltung der Goethestraße aussehen? Was passiert mit einer Einfahrt in die Staatsstraße 2040? In der jüngsten Gemeinderatssitzung wird klar: Viel hängt vom Grunderwerb ab.

Mit einem Kreisverkehr oder Linksabbiegespuren könnten in diesem Kreuzungsbereich Gefahrensituationen entschärft werden.
von Autor GFRProfil

In der Gemeinde stehen drei große Straßenbau-Projekte an. Das verdeutlichte Baudirektor Stefan Noll. Dringender Handlungsbedarf besteht laut dem Abteilungsleiter des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach an der „unfallträchtigen Kreuzung“ Staatsstraße 2040/Kokereistraße/Dr.-Robert-Strell-Straße, wo es ein sehr großes Verkehrsaufkommen gebe.

Häufigste Unfallursache sind laut Noll die Vorfahrtsmissachtungen. Zwei Umgestaltungs-Varianten stehen im Raum: zusätzliche Linksabbiegerspuren oder ein Kreisverkehr. Bei Letzterem hänge die Größe davon ab, ob weiterer Grunderwerb möglich sei. „Ein entsprechend großer Kreisverkehr kann auch noch weiteres Verkehrsaufkommen bewältigen“, erklärte Noll. Und: „Bei beiden Lösungen müssen wir den barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen mit einbeziehen.“

Die zusätzlichen Linksabbiegespuren stellen nach Nolls Ansicht keine nachhaltige Verbesserung der gegenwärtigen Verkehrssituation dar. Sie würden weitere Vorfahrtsverletzungen nicht verhindern. Eine Lösung wären hingegen Lichtzeichenanlagen, die aber Geld kosten, störanfällig seien, dafür den fließenden Verkehr einbremsen. Der Baudirektor erklärte, dass seit mehr als einem Jahr gemeinsam mit der Stadt Amberg und der Gemeinde Poppenricht geplant werde. Sollten die zusätzlichen Linksabbiegespuren gebaut werden, müssten Linksabbieger aus der Kokerei- oder der Dr.-Robert-Strell-Straße drei Fahrstreifen überqueren – eine zusätzliche Gefahrenquelle.

Verkehr nimmt zu

„Eine zeitnahe Lösung muss her“, forderte CSU-Sprecher Andreas Kopf. Der Verkehr nehme von Tag zu Tag zu. Angesprochen wurden in der Sitzung auch die häufig weit in die Sulzbacher Straße zurückreichenden Staus, wenn Anlieferungen zu Müll-Umladestation anstehen. „Bekommen wir Grund, könnten wir eine eigene Einfahrt bauen“, verriet Noll. Wie und ob die Witzlhofer Dorfstraße an einen Kreisverkehr angebunden wird, das sollte wohlüberlegt sein. „Keine Anbindung ist eine sichere Variante.“ Zweiter Bürgermeister Hermann Böhm regte an, mit dem Müllzweckverband Gespräche aufzunehmen, um mit baulichen Maßnahmen den Anliefererrückstau in den Griff zu bekommen.

Die Staatsstraße 2040 soll außerdem im Bereich der Einmündung Goethestraße neu gestaltet werden. Der Baudirektor erläuterte, dass die Bushaltestellen in beide Fahrtrichtungen auf gleicher Höhe sein sollten und dazwischen eine Querungshilfe zur Sicherheit der Fußgänger. „Wenn wir hier keine Busbucht bauen, sondern den Bus auf der Straße halten lassen, bremst das den Verkehr ein, führt aber nicht unbedingt zur Begeisterung der Autofahrer“, sagte Noll. Das könne schließlich dazu führen, dass sie den Weg von Sulzbach-Rosenberg nach Amberg über die B 85 zurücklegen, was zu einer weiteren Entlastung der 2040 führen würde. Könnten zusätzlich benötigte Flächen zügig erworben werden, sei hier die Verbesserung der Verkehrssicherheit innerhalb von zwei Jahren realisierbar. Planungen für die Einfahrt vom Hirtengrund in die Staatsstraße 2040 laufen schon seit gut fünf Jahren. Auch hier hängt ein Ausbau laut Noll vom Grunderwerb ab. Werden Linksabbiegespuren eingeführt, so müssten auch das Ein- und Ausfahren bei der Bubenhöhe neu geregelt werden, erklärte er.

Die CSU legte einen Antrag vor. Demnach müssen die Turnhalle und der Allwetterplatz, gut genutzt und 50 Jahre alt, dringend saniert werden. Der Hallenboden zeige Abnutzungserscheinungen. Bei Akustik, Hallenbeschattung sowie Belüftungs- und Bühnentechnik, im Umkleide- und im Sanitärbereich gebe es dringenden Handlungsbedarf, begründete der CSU-Ortsvorsitzende Hermann Böhm. Sinn habe nur eine Generalsanierung.

Sanierung muss sein

Auch der Allwetterplatz sei in die Jahre gekommen, vor allem der Kunststoffbelag bedürfe einer Überholung. Die CSU schlägt vor, ein Fachbüro damit zu beauftragen, einen Sanierungsvorschlag zu erarbeiten und eine Kostenschätzung zu erstellen. Bürgermeister Roger Hoffmann meinte, die Probleme bei Turnhalle und Sportplatz seien nicht neu, und „die Sanierung wird uns viel Geld kosten“. SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Schmidt stimmte dem Antrag zu. „Wir müssen handeln“, erklärte auch FW-Sprecher Horst Köhler. Bürgermeister Hoffmann betonte, dass erst verlässliche Zahlen vorliegen müssten, bevor Aufträge vergeben werden. Hermann Böhm ergänzte, dass der Freistaat Bayern die Sanierung von Turnhallen und Allwetterplätzen bezuschusse. Vom Fachunternehmen GUT Sportstätten Service soll ein Sanierungskonzept für den Allwettersportplatz an der Schule überarbeitet werden, damit der Sportplatz noch in diesem Jahr saniert werden kann.

Uneinigkeit über Aussage

Leicht in die Haare kamen sich die Fraktionssprecher Andreas Kopf (CSU) und Wolfgang Schmidt (SPD). Kopf warf Schmidt vor, in der letzten Sitzung behauptet zu haben, dass die Dorferneuerung Witzlhof schon vor sechs Jahren im Wahlprogramm der CSU enthalten war, aber seither nichts unternommen wurde, „obwohl ein CSUler Bürgermeister war“. Kopf entgegnete: „Das stimmt nicht. Das stand nicht in unserem Wahlprogramm.“ Schmidt konterte dieser Aussage lapidar: „Dann stand’s halt im vorletzten Wahlprogramm.“

Bürgermeister Roger Hoffmann überreichte den Eltern von 33 Neugeborenen das Begrüßungsgeld. Mit dem Ingenieurbüro Renner/Hartmann sei der Planungsstand und das Vorgehen beim Ausbau der Häringloherstraße besprochen worden. Der Ausbau des Dorfplatzes werde in einem Monat beginnen, an der Friedhofsmauer sollen diese Woche die Arbeiten losgehen, erfuhr der Gemeinderat.

Bauanträge:

Bauanträge

In der öffentlichen Sitzung des Bauausschusses wurde drei Bauanträgen das gemeindliche Einvernehmen erteilt: dem Neubau eines Betriebsleiterwohnhauses mit Garage und Carport in Altmannshof, dem Neubau eines Wohnhauses mit Garage in Traßlberg und dem Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage in Poppenricht. (gfr)

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