13.12.2018 - 15:48 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

Ohne Geld droht Einsamkeit

Wenn es einen kompetenten Helfer in sozialrechtlichen Fragen gibt, so 2. Bürgermeister Hermann Böhm, ist das in der Gemeinde der VdK-Ortsverband. Dessen Vorsitzender Frank Senft übernehme ab 2019 das Ehrenamt des Inklusionsbeauftragten.

(v.l.n.r.) VdK-Ehrenortsvorsitzender Günter Zeller, Johann Ritter, 2. Bürgermeister Hermann Böhm, Erika Behringer, Frank Senft, Karlheinz Braun, Christine Dirnhofer.
von Autor GFRProfil

Die Weihnachtsfeier des VdK-Ortsverbandes Luitpoldhöhe-Poppenricht im Gasthof Kopf in Altmannshof nutzte Vorsitzender Frank Senft, zum Nachdenken anzuregen - als Gegengewicht zu Hektik und Trubel der sich immer schneller bewegenden Zeit. Senft hob auch die Arbeit des VdK hervor, dessen Anliegen es sei, dass die Welt und unser Land ein klein wenig menschlicher werde.

Mit Sorge betrachte der VdK die sozialpolitische Entwicklung in Deutschland, angesichts von 16 Prozent armutsgefährdeter Menschen, wie der Paritätische Wohlfahrtsverband festgestellt habe. Dieser Wert sei umso bedenklicher, so Senft, weil er trotz sinkender Arbeitslosigkeit und rückläufiger Hartz-IV-Quoten zustandekomme. Für den VdK seien Niedriglöhne die Ursache. Denn es nütze nichts, wenn viele Menschen Arbeit hätten, aber immer weniger davon leben könnten.

Für Menschen mit mittlerem und kleinem Einkommen sei bezahlbarer Wohnraum wichtig. Hier sei in den vergangenen zwei Jahrzehnten viel versäumt worden, denn aktuell müssten schon über 40 Prozent des Einkommens für Miete aufgewendet werden. Übrig bleibe dann kaum noch der Grundsicherungssatz.

An der Miete könne nicht eingespart werden. Gekürzt werde bei Lebensmitteln, Heizung oder Arzneien. In vielen Haushalten falle das Weihnachtsfest eben eher bescheiden aus. Ein trauriger Begleiter der Armut sei die Isolation - etwa wenn beim Schulausflug Kinder armer Familien krank gemeldet werden oder das Familienbudget den Sportverein und den Musikunterricht nicht zulasse. Oder Kinder verpassten den Anschluss, weil deren Eltern sich die Anschaffung neuer Techniken nicht leisten könnten.

Weiter drohe Einsamkeit, so Frank Senft. Denn wenn das Geld nicht reiche, würden sich besonders ältere Menschen zurückziehen, letztlich verkümmern und ihre Lebensfreude verlieren. Ein Auseinanderdriften sei gefährlich - für die Gesellschaft und den inneren Frieden im Land. Diese Entwicklung, so Vorsitzender Senft, mach ihm große Sorgen.

Schließlich standen in der Versammlung Ehrungen von Mitglieder an: Für 20 Jahre Zugehörigkeit wurde Karlheinz Braun ausgezeichnet, für 25 Jahre Erika Behringer und Hans Ritter sowie für 40 Jahre Christine Dirnhofer.

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