04.04.2019 - 15:45 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

Poppenrichter Bürgermeisterwahl mit Fragezeichen

Paradoxum im Kontext mit der bevorstehenden Stichwahl ums Bürgermeisteramt in der Gemeinde Poppenricht: Gewinnt ein bestimmter der beiden für die Stichwahl verbliebenen Kandidaten, dann würde der bisherige Amtsinhaber Gemeinderatsmitglied.

Der erste Wahlgang zum Bürgermeisteramt in der Gemeinde Poppenricht brachte am 24. März nach de Auszählung (Bild) keine Entscheidung. Nun sind die Menschen dort am Sonntag, 7. April, anlässlich der erforderlich gewordenen Stichwahl erneut zum Urnengang aufgerufen.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Die Angelegenheit beschäftigt Stammtische - aber nicht nur diese. In der Gemeinde Poppenricht kommt es am Sonntag, 7. April, zur Stichwahl um den Chefsessel im Rathaus. Nach dem ersten Urnengang war FW-Bewerber Michael Reimelt auf der Strecke geblieben. Damit kommt es nun am Sonntag, 7. April, zum Duell zwischen Hermann Böhm von der CSU und Roger Hoffmann von der SPD. Wie berichtet (www.onetz.de/2589543) hat Bürgermeister Franz Birkl (CSU) im vergangenen Dezember aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt erklärt. Dieser wurde mit dem vergangenen Sonntag, 31. März, wirksam.

Was geschieht, wenn Hermann Böhm nun am kommenden Sonntag zu Birkls Nachfolger gewählt werden würde? Eine Frage die das Innenministerium in München auf Anhieb nicht beantworten konnte. Vielmehr schrieb dessen Sprecher Oliver Platzer auf eine Anfrage von Oberpfalz-Medien: "Um das genau zu beurteilen, müssten wir die Situation vor Ort kennen."

Platzer riet dazu, das Landratsamt Amberg-Sulzbach zu befragen, ergänzte aber auch: "Der Regelfall dürfte sein, dass ein Bürgermeister nach seinem Ausscheiden kein Gemeinderatsmandat mehr hat, weil für ihn auf der Liste seiner Partei oder Wählergruppierung eine andere Person nachgerückt ist, die das Mandat ja immer noch inne hat." Welche weiteren "Fallkonstellationen" möglich seien könne das Ministerium "aus der Ferne nicht beurteilen", so Platzer.

Für Klarheit sorgten in der Angelegenheit die Juristen im Landratsamt im Kurfürstlichen Schloss zu Amberg. Dessen Sprecherin Christine Hollederer fasste die Haltung der Experten wie folgt zusammen: "Gewinnt Hermann Böhm die Bürgermeisterwahl, dann ist derjenige Nachrücker, der bei der Kommunalwahl 2014 die meisten Stimmen auf der CSU-Liste auf sich vereinigt hat: "In diesem konkreten Fall Franz Birkl. Würde er die Annahme des Mandats ablehnen, dann würde der- oder diejenige mit den nächstmeisten Stimmen auf dieser Parteiliste nachrücken."

Anders verhielte es sich, wenn Roger Hoffmann am Sonntag die Nase vorne hätte: Dann würde für ihn der oder die Nächste auf der SPD-Liste vom März 2014 in den Gemeinderat einziehen.

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