01.03.2019 - 14:01 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

Ein Raum für viele Zwecke

Auch die dienstältesten Gemeinderäte können sich nicht daran erinnern, dass es eine Sitzung gegeben hat, in der die Tagesordnung trotz bedeutender Sachverhalte so zügig abgearbeitet wurde. Was war der Grund?

Ungenutzt und mit alten und nicht mehr benötigten Schulmöbeln und Geräten vollgestellt ist das gut 230 Quadratmeter große Dachgeschoß des „Weißen Schulhauses“. Aber mit einer Einbeziehung in die Einfache Dorferneuerung und entsprechenden Fördermitteln soll der Dachraum künftig für schulische Zwecke, außerdem für Musik, Gesang, Kunst und Brauchtum auch öffentlich genutzt werden können.
von Autor GFRProfil

In nicht einmal einer Stunde wurde über Dachgeschoß im Weißen Schulhaus oder Innenentwicklung Traßlberg mit fraktionsübergreifender Einigkeit abgestimmt. Aus dem nichtöffentlichen Teil der vergangenen Sitzung gab Zweiter Bürgermeister Hermann Böhm bekannt, dass die Planung für die Generalsanierung des Kindergartens St. Anna in Traßlberg an das Ingenieurbüro Tecplan vergeben wurde.

Im Baugebiet „Auf der Höhe“ in Witzlhof hätten 15 Bewerber eine feste Zusage für einen Bauplatz erhalten, davon acht für ihre Wunschparzelle. Aus der Bürgermeisterdienstversammlung im Landratsamt berichtete Böhm, dass Fördermöglichkeiten für das Digitalkonzept an Grund- und Mittelschulen angesprochen worden seien. Außerdem sollen vorerst die Aufgaben eines gemeinsamen Informationsbeauftragten vom interkommunalen Datenschutzbeauftragten wahrgenommen werden.

Böhm wies auf die Planungsvereinbarung für die Netto-Kreuzung zwischen Poppenricht, der Stadt Amberg und dem Staatlichen Bauamt hin. Am gleichen Tag sei mit dem Amt für Ländlichen Entwicklung der Dachboden des „Weißen Schulhauses“ besprochen worden. Am Abend wurde mit den Traßlberger Bürgern das weitere Vorgehen beim „Hupfer-Anwesen“ diskutiert. Aktuell sei auch der Anschluss der Ortschaft Wirnsricht an das schnelle Internet.

Das Dachgeschoß des „Weißen Schulhauses“ soll ausgebaut werden, damit eine schulische Nutzung möglich wird. Außerdem soll der gut 230 Quadratmeter große Raum der Öffentlichkeit für Musik, Gesang, Kunst und Brauchtum zur Verfügung stehen. Wie sieht es mit der Einhaltung der Brandschutzrichtlinien aus?, wollte SPD-Gemeinderat Markus Zagel wissen. "Hat eine Nutzungsänderung in diesem Dachgeschoß zur Folge, dass auch der Brandschutz für die gesamte Schule überprüft werden muss? Denn dann kommen auf den Gemeindehaushalt enorme Kosten zu", so Zagel. Der winklige Zugang zum Dachgeschoß sei kaum als Fluchtweg geeignet, so müsse hier auch an eine Außentreppe gedacht werden, meinte er. Das alles sei zu prüfen, so Böhm. Ohne Gegenstimmen beschloss der Gemeinderat, beim Amt für Ländliche Entwicklung die Einbeziehung in das laufende Verfahren zu beantragen. Ebenso einig war sich der Gemeinderat, die Einleitung der Einfachen Dorferneuerung zur Innenentwicklung in Traßlberg, vorrangig die künftige Nutzung des Hupfer-Anwesens, zu beantragen.

Die FW-Fraktion will die geschotterten Wege im Friedhof pflastern lassen, da es für ältere oder gehbehinderte Personen schwierig sei, die Gräber ihrer Angehörigen zu erreichen. Kurt Köhler schätzt die Kosten auf etwa 10 000 Euro, wenn die Arbeiten vom Bauhof erledigt werden können. Ihm sei nicht bekannt, so CSU-Fraktionssprecher Andreas Kopf, dass jemals jemand auf den Schotterwegen gestürzt sei. Das "Poppenrichter Pflaster“ gäbe es nicht mehr im Handel. Einig waren sich Kopf und SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Schmidt, zuerst einmal die genauen Kosten zu ermitteln. Dann solle der Bau- und Umweltausschuss bei einem Ortstermin das weitere Vorgehen und die Notwendigkeit für gepflasterte Weg abklären. Für den Bauhof seien diese Arbeiten jedenfalls eine Nummer zu groß, hieß es. Rudolf Kordein meinte, wir hätten in Poppenricht einen schönen Waldfriedhof, dessen Charakter nicht durch gepflasterte Wege „verschandelt“ werden sollte. Die Abgabesatzung für die Benutzung der gemeindlichen Bestattungseinrichtungen wurde einstimmig dahingehend ergänzt, künftig die beim Urnengrabfeld angebrachten Metallplatten mit den Namen der Verstorbenen mit 225 Euro zu berechnen.

"Warum kann der neue Parkplatz beim Rathaus noch nicht genutzt werden?", wollte Waltraud Lobenhofer in Anschluss wissen. "Ganz einfach", so Hermann Böhm, "weil wir dort noch kein Licht hatten, aber ab morgen brennt die Laterne".

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