Von der Fraktion der Freien Wähler lag dem Poppenrichter Gemeinderat bei dessen jüngster Sitzung ein zehn Punkte umfassender Antrag auf eine ergebnisoffene Standortsuche für ein neues Feuerwehrgerätehaus in Poppenricht vor; ein Fachbüro mit Spezialisierung auf den Neubau von Feuerwehrgerätehäusern solle beauftragen werden. Hermann Böhm erinnerte daran, dass in Poppenricht schon seit Jahren über einen neuen Standort diskutiert werde. Selbst ein gemeinsamer Standort der Feuerwehren Poppenricht und Traßlberg sei diskutiert worden, jedoch hätten beide Wehren und auch der damalige Kreisbrandrat zwei Standorte favorisiert.
Der FW-Antrag stieß im Gremium auf wenig Verständnis. SPD-Gemeinderat Markus Zagel, der auch Kommandant der Poppenrichter Feuerwehr ist, war der Ansicht, dass dieser Antrag eineinhalb Jahre zu spät komme, denn der Gemeinderat habe dieses Thema schon mehrfach ausführlich diskutiert. CSU-Fraktionssprecher Andreas Kopf stellte fest, dass seine Fraktion die Beauftragung eines Fachbüros ablehne. Laut SPD-Fraktionssprecher Michael Gradl wurde sowieso schon zu lange diskutiert. Die Fraktionen von CSU und SPD lehnten mit 14:2 Stimmen den FW-Antrag ab.
Auch ein weiteres Ansinnen der FW-Fraktion, nämlich für die beiden Feuerwehrliegenschaften ein Sanierungsgutachten in Auftrag zu geben, fand kein positives Echo. SPD-Rätin Waltraud Lobenhofer sah für Poppenricht wegen eines geplanten Neubaus keinen Handlungsbedarf. Und für Traßlberg sei ohnehin angedacht, das Feuerwehrhaus an ein Fernwärmenetz anzuschließen. Andreas Kopf wollte auch hier keinen externen Berater einbinden, und CSU-Gemeinderat Andreas Meyer sah hierin den Job des neuen Energieberaters Rene Auers.
Bei der Sitzung des Gemeinderats erklärte Bürgermeister Hermann Böhm in seiner Rückschau: "Im Vergleich zu anderen Kommunen ist die Gemeinde Poppenricht bei den letzten Starkregenereignissen, verbunden mit diversen Überschwemmungen und einigen vollgelaufenen Kellern, relativ glimpflich weggekommen. Unsere zwei Feuerwehren und die Bauhofmitarbeiter hatten die Lage stets im Griff.“
Böhm informierte, dass der Wasserzweckverband Illschwang die Beitragssätze leicht angehoben hat. Der Bürger-Workshop habe zahlreiche neue Ideen zur künftigen Nutzung des alten Mesnerhauses am Poppenrichter Dorfplatz gebracht, entsprechende Konzepte müssten nun erarbeitet werden. Das Jugendparlament befasste sich Böhm zufolge mit der Nachmittagsbuslinie von Amberg in Richtung Altmannshof, denn der Betreiber ist der Ansicht, dass sein Angebot nur schlecht angenommen werde.
Der Bürgermeister wies darauf hin, dass die Fahrradreparaturstation am Dorfplatz, initiiert von den Frauen der Siedler- und Eigenheimergemeinschaft Neue Heimat, seit Anfang Mai in Betrieb und der Standort an den Radwegen „Fünf Flüsse“ und „Simultankirchen“ nahezu ideal gelegen sei. „Die Letzten beißen die Hunde, und das sind die Kommunen“, meinte Böhm, denn der Landkreis habe die Kreisumlage von bisher monatlich 140.000 Euro auf 157.788 Euro angehoben.
Wenn der Bundesrat die Straßenverkehrsordnung im Sinne der bundesweiten Kommunalinitiative „Lebenswerten Städte und Gemeinden“ anpasse, eröffnet das Böhm zufolge den Kommunen konkrete Spielräume für ein Tempolimit auf Durchgangsstraßen in Wohngebieten. Dann könne ein solches auch für die Häringloher Straße angeordnet werden. "In trockenen Tüchern ist die Schutzhütte für den neuen Waldkindergarten, der im Herbst eröffnet werden soll", gab der Bürgermeister bekannt.
Das Sicherheitsgespräch mit der Polizei hat laut Böhm für die Gemeinde Poppenricht eine geringe Kriminalitätsentwicklung aufgezeigt, denn von 46 Delikten seien 34 aufgeklärt worden. Die Bahn habe vor einem Monat angefragt, ob die Eisenbahnbrücke nahe Witzlhof aufgelassen werden könnte, "was für uns nicht zur Diskussion steht", so Böhm, denn durch diese Unterführung führen die Landwirte zu ihren Feldern.
Aus nichtöffentlicher Sitzung gab Böhm bekannt, dass die Architektenleistungen für den Umbau und die Sanierung der Turnhalle an die H+F Architekten GmbH vergeben worden sei. Ohne große Diskussion wurde die Förderrichtlinie für die in der Gemeinde ansässigen Vereine erlassen. Ebenso zügig stimmte das Gremium dem Beitritt der Firma Mih Net zum Kooperationsvertrag für die Planung, die Errichtung und den Betrieb des Breitbandausbaus in den Ortsteilen Altmannshof, Speckshof und Laubmühle zu.



















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.