18.02.2019 - 16:29 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

Rund um Traßlbergs Mittelpunkt

Die weitere Entwicklung des ehemaligen Hupfer-Anwesens liegt den Traßlbergern am Herzen: Nur so ist zu erklären, dass der Lehrsaal des dortigen Feuerwehrhauses komplett gefüllt war, ging es doch um die erste Bürgerbeteiligung.

Gut 2400 Quadratmeter Fläche umfasst des Hupfer-Anwesen in der Dorfmitte von Traßlberg und beim ersten Bürgerdialog zum weiteren Vorgehen war der Lehrsaal des Feuerwehrhaues komplett „ausverkauft“.
von Autor GFRProfil

"Fest steht", so Zweiter Bürgermeister Hermann Böhm, "dass wir das vor sechs Jahren von der Gemeinde Poppenricht erworbene Hupfer-Anwesen mitten in Traßlberg nur in Absprache mit der Bevölkerung überplanen werden." Ob es eine Freifläche bleibe oder ob dort ein Gemeinschafts- oder Mehrgenerationenhaus errichtet wird, darüber müsse diskutiert und dann sachlich entschieden werden, so Böhm. Dietmar Auers, ehemaliger Arbeitskreissprecher bei der Dorferneuerung, betonte, dass "wir aktiv mitwirken wollen". Die künftige Nutzung müsse gemeinschaftlich erfolgen und dem Dorfcharakter von Traßlberg entsprechen. Nicht alle Fläche dürften versiegelt werden. Besonders wichtig sei, dass in Traßlberg kulturelles Leben gefördert werde.

Wie ländliche Entwicklung grundsätzlich unterstützt werden kann, darüber informierte Leitender Baudirektor Hans-Peter Schmucker, der stellvertretende Leiter des Amts für Ländliche Entwicklung in Tirschenreuth. Er erklärte die Struktur seiner Behörde und mögliche Vorgehensweisen, um Fördergelder zu erhalten. Während in früheren Jahren von oben her bestimmt worden sei, was unten gut sei, gehe man heute den Weg, die Bürger bereits vor Planungsbeginn einzubinden. Das Ergebnis des Bürgerdialogs arbeite der Planer in seine Vorlage ein.

Bereits während der Dorferneuerung in Traßlberg sei ein Mehrgenerationenhaus im Gespräch gewesen, so Schmucker. Die Idee aber sei nicht weiterverfolgt worden. Das Hupfer-Anwesen sei mit seiner großen zusammenhängenden Fläche ein Glücksfall für Traßlberg, betonte der Leitende Baudirektor. Und falls es konkrete Pläne gebe, könnten die Planungsleistungen mit bis zu 66 Prozent, die Baumaßnahmen dann bis zu 71 Prozent förderfähig sein.

Die gesamte Maßnahme könne sich ab der Verfahrenseinleitung bis zum Abschluss fast über zwei Jahre erstrecken. Wichtig sei, dass Traßlberg konkrete Vorstellungen habe. Da sei eben die Dorfgemeinschaft gefordert, sich darüber abzusprechen. Sicher werte ein Gemeinschaftshaus einen Ort auf, aber man solle auch bedenken, dass damit auch das Wirtshaussterben beschleunigt werden könnte. Und nicht immer stoße ein Gemeinschaftshaus auf uneingeschränktes Verständnis der unmittelbaren Anlieger.

SPD-Gemeinderat Roger Hoffmann meinte, dass seine Fraktion schon vor Jahren ein Mehrgenerationenhaus ins Gespräch gebracht habe. Nach wie vor vertrete er die Auffassung, dass dieser zentral gelegene Platz dafür geeignet sei. "Wir dürfen nicht in einer Generation denken, wir müssen generationsübergreifend denken", so Hoffmann.

Damit war es fast mit dem beim Dorffest vor knapp einem Jahr heraufbeschworenen Burgfrieden zwischen Poppenricht und Traßlberg vorbei. Denn wenn es um das Hupfer-Anwesen geht, wollten sich die Traßlberger nicht dreinreden lassen. Unabhängig davon will die Feuerwehr für ihr Jubiläum 2020 das Hupfer-Anwesen ebenso wie der SVL Traßlberg für das Ziel des Landkreislaufs im Frühjahr 2021. Unmittelbar danach könnte mit Baumaßnahmen begonnen werden. Von daher bleibt 2019/20 genug Zeit für Planung und Verfahrenseinleitung. 21 Versammlungsteilnehmer folgten schließlich noch der Aufforderung von Hermann Böhm und bekundeten ihr Interesse an der Mitgestaltung des künftigen Traßlberger Dorfplatzes.

Leitender Baudirektor Hans-Peter Schmucker: „Das Hupfer-Anwesen mit seiner großen zusammenhängenden Fläche ist ein Glücksfall für Traßlberg“.
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