Poppenricht
28.07.2019 - 16:13 Uhr

Schlacke wird zum harten Kern

Das Problem liegt unter der (Teer-)decke. In diesem Fall Schlacke. Sie wurde einst als Unterbau verdichtet. Heute geht es darum, ob dieHäringloher Straße komplett erneuert und Altlasten abgetragen werden. Die Alternative hieße Sanierung.

Erster Bürgermeister Roger Hoffmann (r.) stellte klar, daß derzeit noch nicht entschieden sei, der Abend heute diene nur der Information der Bürger, was beim Straßen-, Kanal- und Wasserleitungsbau auf sie zukommen kann. Bild: gf
Erster Bürgermeister Roger Hoffmann (r.) stellte klar, daß derzeit noch nicht entschieden sei, der Abend heute diene nur der Information der Bürger, was beim Straßen-, Kanal- und Wasserleitungsbau auf sie zukommen kann.

Beide Möglichkeiten unterscheiden sich deutlich: So wird der Vollausbau dieser vielbefahrenen Achse mit 2,4 Millionen Euro veranschlagt. Dabei würden aber bis zu 60 Prozent der Kosten gefördert. Bei einer Sanierung müsste die Kommune die Kosten in Höhe von gut 500 000 Euro komplett aus dem eigenen Haushalt bestreiten, wobei sich der Wasserzweckverband Illschwang beteiligen würde. Gut gefüllt war die Aula der Grundschule, denn die Anwohnern der Häringloher Straße, der Siedlerstraße und der Neuen Heimat wollten wissen, was bei Straßenbau sowie Sanierung des Kanals und der Wasserleitung auf sie zukommt.

Bürgermeister Roger Hoffmann stellte klar, dass über die Köpfe der Bürger nichts entschieden werde, nur in der Häringloher und Siedlerstraße sowie in der Neuen Heimat müsse gehandelt werden. Erst gestern, so Hoffmann in der Versammlung, habe es wieder einen Wasserrohrbruch gegeben. er sei zügig repariert worden: "Wir sollten mal unsere Wasserwarte loben, die dafür zuständig sind, dass täglich hochwertiges Trinkwasser zur Verfügung steht."

Marode und unansehnlich

Tatsache sei, so Hoffmann, dass die Wasserleitungen hier 1953 verlegt wurden, der Kanal zwei Jahre später. Nun aber sei beides in die Jahre gekommen - und anfällig für Schäden. Baubeginn für die Häringloher Straße sei Mitte der 60er-Jahre gewesen, die Fertigstellung habe sich wegen fehlender Mittel bis Juli 1974 hingezogen. Der Oberbau, so Hoffmann, sei marode und unansehnlich. Der Unterbau sei mit Probebohrungen untersucht worden, die ergeben hätten, dass, wie damals üblich, Schlacke verfüllt worden ist.

Auf Gehsteigen hätten Eltern mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollatoren erhebliche Probleme. Die Abgrenzung vom Bürgersteig zur Straße sei teilweise kaum erkennbar. Viele Meter Wasserleitungen lägen auf Privatgrund. "Das muss geändert werden", so Hoffmann. Die Kanalbefahrung habe Schäden im Netz gezeigt. Erst Mitte der 70er sei der Straßenbau in Neuer Heimat und Siedlerstaße abgeschlossen worden. "Über Jahre haben wir im Gemeinderat über Straßensanierung sowie Erneuerung von Wasserleitungen und Kanal diskutiert, aber erst im Dezember 2018 wurde mit dem Wasserzweckverband über Erneuerung der Leitungen detailliert gesprochen", so der Bürgermeister.

Einen Monat später sei es auch um Kanal, Straßenbeleuchtung und Leerrohre für Glasfaser, barrierefreien Straßenausbau und Entsorgung der Schlacke aus dem Unterbau gegangen. Udo Hartmann (Planungsbüro Renner Consult) meinte, das Alter der Häringloher Straße spreche für ihren Zustand. In einer Gesamtfläche von über 7000 Quadratmetern verliefen 1400 Meter Straße, in deren Unterbau Schlacke zum Problem werde. Solange diese etwa 50 Zentimeter dicke Schicht nicht unterbrochen werde, bleibe sie stabil. Aber würden Schächte für Kanal oder Wasserleitungen aufgegraben und wieder verfüllt, sei es mit der Stabilität der Schlacke vorbei. Er befürchte Setzungsrisse in der Straße, daher müsse die Schlacke raus und entsorgt werden. Teuer werde das, denn die Schlacke sei Sondermüll. Wenig halte er von der Oberflächensanierung, so Hartmann, denn die sei nicht förderfähig.

Für nächste 50 Jahre

Der Vollausbau koste über zwei Millionen Euro, werde aber mit 60 Prozent gefördert. Und er bringe eine tragfähige Straße für die nächsten 50 Jahre. Um eine Förderung zu erlangen, müsse die Häringloher Straße auf der einen Seite einen Gehsteig von mindestens 1.50 Metern Breite, auf der anderen Seite ein 0,5 Meter breites Schrammbord erhalten.

Die Schlacke sollte aus der Straße raus, so Hoffmann: "Das ist eine Maßnahme für unsere Folgegenerationen." Er sprach sich für den Vollausbau und gegen die Sanierung aus. Die Entscheidung obliege in einigen Tagen dem Gemeinderat. Kosten für Grundstückeigentümer fielen nur bei Kanal- und Wasserleitungen an, so Udo Hartmann, oder ach, wenn Hausanschlussleitungen auf Privatgrund erneuert werden. Die Bauzeit werde sich sicher über zwei Jahre erstrecken, verteilt auf drei oder vier Bauabschnitte.

 
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