Gemeinde wehrt sich gegen die Raiffeisenbank-Schließung in Premenreuth

Die Gemeinde bemüht sich, das Dorfleben für die Premenreuther mit dem Erhalt oder der Wiederbelebung von Geschäften und Betrieben attraktiver zu machen. Doch die Verantwortlichen der Raiffeisenbank fallen ihr regelrecht in den Rücken.

Über viele Jahrzehnte Dorf- und Gemeindemittelpunkt - nun soll die Raiffeisenbankfiliale Premenreuth samt Geldautomaten aus wirtschaftlichen Gründen bald Vergangenheit sein.
von Autor ANGProfil

Die Gemeinde bemüht sich, das Dorfleben für ihre Bürger mit dem Erhalt oder der Wiederbelebung von Geschäften und Betrieben attraktiver zu machen. Die angekündigte Schließung der Raiffeisenbank-Filiale in Premenreuth ist kontraproduktiv zu diesen Plänen. Sie war deshalb ein heiß diskutierter Punkt der Gemeinderatssitzung.

Bürgermeister Werner Prucker informierte, dass die vier Vorstände der Raiffeisenbank Oberpfalz Nord-West bei einem Gespräch unmissverständlich klar gemacht hätten, dass auch der Geldautomat verschwinden solle. Die Fraktionen reagierten darauf mit Verärgerung und Unverständnis. Sie monierten unter anderem, dass wohl der Kundenkontakt und die Vertrauensbasis keine große Rolle mehr spielten und nur noch die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stehe. Bürgermeister Werner Prucker hatte beim Gespräch mit den Bankverantwortlichen einen anderen Standort für den Geldautomaten vorgeschlagen, doch dafür sei wenig Bereitschaft signalisiert worden. Prucker hat sich nach der Sitzung in einem offenen Brief noch einmal an die Bank gewandt und gebeten, die Entscheidung den ersatzlosen Abbau des Geldautomaten zu überdenken. Insbesondere die Bargeldversorgung von älteren und eingeschränkt lebenden Mitbürgern werde erheblich erschwert oder gar unmöglich gemacht, weil es vor Ort auch keine Geschäfte oder Supermärkte gebe, die eine Abhebung wie in Städten ermöglichten. "Als Bürgervertreter kämpfen wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln für den Erhalt einer attraktiven Gemeinde mit entsprechender Grundversorgung und Infrastruktur. Ihr Abzug aus Premenreuth konterkariert all unser Bemühen", bekräftigte Prucker.

Aktuell plane die Gemeinde mit dem Erwerb und der Revitalisierung des Metzgerei-Gasthofs im Ortszentrum sowie der Ergänzung mit einem Dorfladen ein Großprojekt mit hohem finanziellen Einsatz. Weiter sprach der Bürgermeister in seinem Schreiben an, dass auch der Wegfall der beiden Arbeitsplätze sehr schmerze. Die nicht unerhebliche Klientel aus dem benachbarten Bernstein und dessen landwirtschaftlich geprägter Umgebung werde sich wahrscheinlich eher Richtung Windischeschenbach orientieren. Sollten alle Bemühungen ins Leere laufen, so werde sich auch die Gemeinde gezwungen sehen, die Geschäftsbeziehungen zu überdenken, brachte der Bürgermeister den allgemeinen Tenor seiner Ratskollegen wieder.

Ein Frage stellten diese eindringlich: "Warum leistet sich eine Bank wie die Raiffeisenbank Oberpfalz Nord-West gleich vier Vorstände, wenn dann die bescheiden anmutenden Mittel für einen Geldautomaten zu fehlen scheinen?"

Die Vorstellung des Ferienprogramms war ein weiteres Thema in der Gemeinderatssitzung.

Reuth bei Erbendorf

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