15.01.2020 - 08:21 Uhr
PressathOberpfalz

175 Jahre Stadterhebung: Wie Pressath zur Stadt wurde

Vor 175 Jahren ernannte König Ludwig I. Pressath zur Stadt. Die notwendige Größe hatte sie lange zuvor erreicht. Historiker Bernhard Fuchs erklärt, warum die Gemeinde trotzdem lange warten musste.

Beim Kommersabend, mit dem Pressath ins Jubiläumsjahr startet, steht Historisches im Mittelpunkt. Historiker Bernhard Fuchs erzählt dabei von der Geschichte der Stadterhebung, die 175 Jahre zurückreicht.
von Stefan NeidlProfil

Wichtige Persönlichkeiten, zauberhafte Kostüme und magische Momente - davon gab es reichlich am Kommersabend der Stadt Pressath, mit dem die Stadt das Jubiläumsjahr ihrer Ernennung eröffnete. Doch wie kam es eigentlich dazu, dass der Markt Pressath zur Stadt Pressath wurde? Historiker Bernhard Fuchs warf einen Blick zurück, in die Geschichte der Städte der Oberpfalz.

Im Jahr 1800 gab es in der Oberpfalz 31 Städte. Diese waren meist im Mittelalter ernannt worden und zeichneten sich durch überdimensionierte Marktplätze, die die Hoffnung auf ein großes Bevölkerungswachstum ausdrückten, aus. Im Kontrast dazu steht Pressath: gewachsen aus dem Pfarrsitz einer Urpfarrei, die an einer wichtigen Straßenkreuzung der Haidenaab gelegen war.

Im Zeitraum der Stadternennung 1845 gab es im Umkreis von 30 Kilometern bereits 12 Städte - alle kleiner als Pressath, nur Weiden war mit knapp 2300 Einwohnern größer.

Nur warum war Pressath dann noch keine Stadt geworden? Im Jahre 1317 wurde Pressath erstmals urkundlich als Markt bezeichnet. Bereits 1398 war ihr von Kurfürst Rupprecht die Ernennung in Aussicht gestellt worden, sollten sie eine Stadtmauer bauen. Für Fuchs eine historisch wichtige Aussage für die Forschung: "Eine Stadt hat eine Mauer zu haben." Außerdem gehörte Pressath zum Amt Waldeck-Kemnath, in dem es mit Kemnath bereits eine Stadt gab.

Diese Mauer wurde irgendwann nach 1500 gebaut. Aufgrund vieler Kriegsschäden und Ortsbrände erfolgte dennoch über Jahrhunderte keine Erhebung. Ab 1800 nahm der Markt eine positive Entwicklung, 1836 wurde ein Viehmarkt errichtet und in den 1840er Jahren wurde Erbendorf zur Stadt erhoben. So hielt der Magistrat seinen Markt für würdig erhoben zu werden und stellte am 2. Dezember 1843 den Antrag.

Bei der Prüfung wurde gewürdigt, dass Pressath zu den ältesten Märkten der Oberpfalz zählte, historische Ansprüche hatte und mit 500 Familien gleich zu den mittleren Städten zählen würde. Das Bayerische Reichsarchiv in München befürwortete den Antrag, auch da die Bedingung einer Ringmauer seit langem erfüllt war. Am 20. Januar 1845 stellte König Ludwig I. dann die Urkunde zur Stadterhebung aus.

Mehr zum Kommersabend

Die Kopie der Stadterhebungsurkunde geht 1845 an das Landgericht älterer Ordnung in Eschenbach. Die Originalurkunde ist seit Jahren verschollen.
Das Pressather-Fähnlein steht für die Geschichte des Ortes Pressath.

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