Nicht alle Ideen des Bürgermeisters finden bei Pressathern Gefallen

Pressath
29.05.2023 - 13:00 Uhr
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Großer Andrang bei der Bürgerversammlung: Über 60 Zuhörer lauschen Bürgermeister Bernhard Stangls Bericht über seine Arbeit und das aktuelle Stadtgeschehen. Klar ist: Es gibt in Pressath viel zu tun.

Mit über 60 Besuchern war das Interesse an der Bürgerversammlung in Pressath ungewöhnlich hoch. Bürgermeister Bernhard Stangl freute sich besonders, dass auch viele junge Menschen den Weg in den Pfarrsaal gefunden hatten.

Stangl sprach von Änderungen im Stadtrat und ging auf die neuen Mitarbeiter im Rathaus ein. "Eine besondere Bedeutung kommt Lisa Weigert zu, die das Stadtmarketing leiten wird." Dem "Stadtgedächtnis" Bärbel Zankl war die Bürgermedaille verliehen worden, Helmut Langhammer war gleich Ehrenbürger geworden.

Haushalt

Mit knapp 20 Millionen Euro hat Pressath einen Rekordhaushalt. Dennoch nannte Stangl die Finanzen der Stadt als gesund aufgestellt. Dazu passt, dass die Schulden zwar langsam aber stetig sinken. „Nächstes Jahr werden wir unter dem Bayerndurchschnitt pro Kopf liegen.“ Die Stadt hat augenblicklich 4513 Einwohner. Die Zahlen der Geburten und Eheschließungen steigen kontinuierlich an.

Abwassergebühren

Anpassungen am bei den Abwassergebühren seien moderat im Vergleich mit anderen Gemeinden ausgefallen, sagte Stangl. "Das Level wird aber nicht zu halten sein, denn das Kanalnetz muss saniert werden", räumt der Rathauschef ein.

Bahnhofsstraße

Er stehe dazu sagte der Bürgermeister zu seinem umstrittenen Alleingang zur Errichtung eines Obstgartens an der Bahnhofstraße. Der solle ein Lückenschluss für das Rad- und Gehwegenetz vom Steinbühl bis zum Pressather Einkaufszentrum sein. Das Problem der Querung der Bahngleise solle aktuell gelöst werden. Die Bahnhofstraße solle neu gestaltet werden, die Straße zu Gunsten von Fuß- und Radwegen verengt werden. Die Busse würden dann auf der Straße anstelle in Buchten halten.

„Was soll das bringen?“, kam als Frage aus dem Zuhörerkreis. Bürger befürchteten ein Verkehrschaos, wenn sich Autos hinter haltenden Bussen stauen. Stangl verwies auf den aktuellen Trend: „Autogerechte Straßen sind nicht mehr zeitgemäß. Busspuren werden heute nicht mehr gebaut.“ Ein Bus halte vielleicht 30 Sekunden. Das sei keine schwere Beeinträchtigung des Straßenverkehrs. Auch andere Gemeinden machten das bereits. Dort würde es funktionieren.

Bauen und Wohnen

Ein neuer Stadtplatz mit Bücherei und eventuell einem Café soll in der Nähe des Rathauses entstehen. Auch ist Pressath dabei, neue Baugebiete aufzustellen. Auch hier meldete sich ein Bürger und regte an, stattdessen Leerstände im Stadtgebiet zu bekämpfen. „Gibt es nicht ein Förderprogramm zur Sanierung alter Häuser?“ Stangl wusste, dass es das Problem mit Leerständen überall gebe. Pressath sah er hier in der Norm. Aber der Stadt sei das Problem bewusst. „Wir wollen Pressath Stück für Stück schöner machen.“

Schule

"Durch Spenden konnte der Schulspielplatz modernisiert werden." Die Schule hat neue Übungsfahrräder bekommen. Erneut meldete sich jemand und fragte nach einer Sanierung des Schulhofs und gleichzeitig Verkehrsübungsplatzes, „nicht dass die neuen Räder gleich wieder kaputt gehen“. Stangl scherzte: "Das sind geländefähige Fahrräder", fügte aber hinzu, dass auch der Platz erneuert werden muss.

Das Schulgebäude hat nun dezentrale Lüftungsgeräte bekommen. Der Bürgermeister berichtet von Anfeindungen, weil die Stadt in der Hochphase der Pandemie keine Luftfilter angeschafft hatte. „Diese sind laut, können Kopfschmerzen verursachen und stehen mittlerweile anderswo ungenutzt in Kellern.“ Für die neuen Lüftungsgeräte habe es eine Förderung gegeben und sie sorgen zusätzlich für Frischluft.

Stadthalle

Für die Sanierung der Stadthalle konnte die Verwaltung unverhofft 1,2 Millionen Euro Euro aus einem Fördertopf sichern. „Darum muss sie jetzt auch saniert werden“, stellte Stangl klar.

Denglish

Geplante Projekte wie „Repaircafé“ oder das digitale Gedächtnis „TwinBy“ sorgten für Unmut unter den Zuhörern. Die Wortmeldung mehr die deutsche Sprache zu nutzen und weniger auf Englisch zu setzen wurde mit großem Applaus kommentiert. Stangl erklärte kein Problem zu haben, das Wort Reparaturcafé zu verwenden.

Investitionen

An Feuerwehrgebäuden und -fahrzeugen sind mehrere Investitionen geplant. Viele weitere Vorhaben wie die Sanierung des Kiesie-Beach-Gebäudes oder das Haus der Heimat stellte Stangl vor. Zum Abschluss appellierte er an alle Pressather gemeinsam an einem Strang zu ziehen. „Es ist unsere Stadt. Was wir daraus machen liegt an uns.“

 
 

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