03.07.2020 - 12:40 Uhr
PressathOberpfalz

Für „normale“ Zukunft planen

Irgendwann geht das Leben nach der Corona-Pandemie weiter und auch der Schulbetrieb wird sich wieder normalisieren. Der Schulhaushalt 2020 in Pressath ist darauf schon mal zugeschnitten.

Kämmerer Christian Marzi (rechts, neben Verwaltungsleiter Christian Moller) und der frischgebackene Schulverbandsvorsitzende Bernhard Stangl (links) erläutern in der konstituierenden Verbandsversammlung in der Stadthalle den Haushaltsentwurf für den Schulverband Pressath.
von Bernhard PiegsaProfil

Mit Unterrichtsbeschränkungen und Hygienekonzepten hat Corona auch die Pressather Grund- und Mittelschule in einen Ausnahmezustand versetzt. Doch es wird ein Leben nach Corona geben, in dem sich der Schulbetrieb wieder im gewohnten Rahmen einspielen wird. Auf diese erhoffte Normalität ist der Schulhaushalt 2020 zugeschnitten, den die Versammlung des Schulverbands Pressath in ihrer konstituierenden Sitzung einstimmig verabschiedete.

Als erfreuliche Nachricht konnten Pressaths Bürgermeister Bernhard Stangl, der Werner Walberer auch als Schulverbandsvorsitzender ablöst, und Kämmerer Christian Marzi vermelden, dass die Schülerzahl erneut gestiegen sei: 231 Mädchen und Buben aus den drei Kommunen der Verwaltungsgemeinschaft Pressath drückten zum Schuljahresbeginn 2019/20 die Schulbänke an der Wollauer Straße – drei mehr als ein Jahr zuvor. Bernhard Stangl, Rektorin Ulrike Neiser und die anderen Schulverbandsverantwortlichen nehmen dies als Ansporn, den Schulstandort noch attraktiver zu machen.

100.000 Euro reserviert der Schulverbandshaushalt 2020 für Mobiliar und Ausstattung in Dienst-, Fach- und Klassenräumen, vor allem aber für die Aufwertung zur „digitalen Schule“. Ein neuer Verwaltungsserver und weitere EDV-Technik sollen hierzu ebenso beitragen wie der bereits installierte gigabitfähige Glasfaseranschluss. Dieser, so Marzi, schlage zusätzlich mit 33.000 Euro zu Buche, wovon aber 29.700 Euro durch einen Zuschuss aus Landesmitteln zur Förderung von Glasfaseranschlüssen für öffentliche Schulen gedeckt seien. Aus dem bayerischen „Digitalbudget“ erhalte der Schulverband Zuschüsse, die heuer für die digitale Ausstattung verwendet werden müssten. Mit Zuwendungen aus dem Bundesprogramm „Digitalpakt Schule“ könne man ebenfalls rechnen: „Dieses Förderprogramm hat eine Laufzeit von 2019 bis 2024 und dient vor allem der Ertüchtigung der digitalen Infrastruktur.“

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Kein Darlehen nötig

Alles in allem sei das Etatvolumen mit 914.500 Euro (2019: 856.700) höher bemessen als im Vorjahr. Davon entfielen 766.600 Euro (2019: 746.300) auf den Verwaltungshaushalt, der die laufenden Kosten abdecke. Zu dessen Ausgleich hätten die drei Mitgliedskommunen des Schulverbands eine Verwaltungsumlage von 2.500 Euro je Schüler zu entrichten: „Das entspricht der Vorjahresquote“, merkte Kämmerer Marzi an. Wie im vergangenen Jahr werde keine Investitionsumlage zum Ausgleich des für langfristige Investitionen bestimmten, mit 147.900 Euro (2019: 110.400) dotierten Vermögenshaushalts eingefordert, da die Ausgaben „durch eine Rücklagenentnahme gedeckt“ würden. Darlehen müssten nicht aufgenommen werden, der Schulverband bleibe schuldenfrei.

In den nächsten Jahren sei ein neuerlicher Anstieg der Pro-Kopf-Verwaltungsumlage denkbar, zumal die „Kosten für den sächlichen Aufwand“ wie Strom oder Schulbus wohl weiter steigen würden und höhere Landeszuweisungen für die Schülerbeförderung „nicht zu erwarten“ seien. Die Folgekosten für die Verwaltung und Betreuung der Digitaltechnik dürften sich ebenfalls auf die Umlagehöhe auswirken. Als Konsequenz aus der baulichen Aufwertung des Schulhauses durch das Brandschutz-, Sicherheits- und Barrierefreiheitskonzept müsse voraussichtlich ab 2021 auch die Miete erhöht werden, die der Schulverband an die Stadt entrichte. Vorerst nicht wieder eingeführt wird das Kopiergeld: Einstimmig beschloss die Verbandsversammlung, den Beitrag der Eltern zu den Vervielfältigungskosten auch im Schuljahr 2020/21 nicht zu erheben.

Info:

„Gemischtes Duo“ an Schulverbandsspitze

Keine Überraschungen ergaben sich aus den Personalentscheidungen des Pressather Schulverbands: Einstimmig wurden der Pressather Bürgermeister Bernhard Stangl zum ersten und seine Trabitzer Kollegin Carmen Pepiuk zur zweiten Vorsitzenden gewählt. Pepiuk leitet auch den Rechnungsprüfungsausschuss, dem außer ihr Franz Floth und Cornelia Träger angehören. Dem ausgeschiedenen ersten Verbandsvorsitzenden Werner Walberer dankte Carmen Pepiuk für eine verdienstvolle Amtsperiode, in der wichtige Weichenstellungen hin zur Modernisierung der Schule vollzogen worden seien.

Beispielhaft erwähnte Pepiuk die Offene Ganztagsschule und die umfassende bauliche und EDV-technische Erneuerung des Schulhauses. Einmütig bestätigte die Versammlung auch die bislang geltende erweiterte Entscheidungsbefugnis des ersten Schulverbandsvorsitzenden. Wie schon in den vergangenen Jahren kann der Vorsitzende ohne Beschluss der Verbandsversammlung, aber in Absprache mit den Bürgermeistern von Schwarzenbach und Trabitz Angebote für dringend notwendige Anschaffungen einholen und den Auftrag an den wirtschaftlichsten Bieter vergeben. Die Schulverbandsversammlung wird hierüber nachträglich informiert. (bjp)

Info:

Schülerzahl und Verwaltungsumlage

Von den 231 Schülern der Grund- und Mittelschule Pressath (Vorjahr: 228) kommen 183 (Vorjahr: 193) aus Pressath, 14 (11) aus Schwarzenbach und 34 (24) aus Trabitz. Hieraus ergeben sich die an den Schulverband abzuführenden Verwaltungsumlagen (siehe Hauptartikel): Die Stadt Pressath hat 457.500 (Vorjahr: 482.500), die Gemeinde Schwarzenbach 35.000 (27.500) und die Gemeinde Trabitz 85.000 Euro (60.000) zu entrichten. In den Berechnungen nicht berücksichtigt werden 24 (Vorjahr: 19) Gastschüler, die nicht aus den drei Schulverbandsgemeinden stammen.

Keine Beanstandungen erbrachte die örtliche Prüfung der Schulverbands-Jahresrechnung 2018, die in Einnahmen und Ausgaben mit 754.069,92 Euro im Verwaltungs- sowie 217.378,04 Euro im Vermögenshaushalt abschloss. (bjp)

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