Günter Dobler ist seit Dezember neuer Abteilungsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Tirschenreuth-Weiden in Pressath. Dies geht aus einer Pressemitteilung hervor. Der gebürtige Oberpfälzer möchte sich in seiner "neuen alten" Heimat für den Wald und die Leute seiner Region einsetzen. Nach fünf Stationen auf der ganzen Welt und in Bayern betreut er künftig die Westhälfte des Landkreises Neustadt/WN samt Stadtgebiet Weiden.
Begonnen hat Doblers berufliche Laufbahn 1994 mit fünfeinhalb Jahren Tätigkeit in der Dominikanischen Republik. Dort unterstützte er für den Deutschen Entwicklungsdienst eine Nichtregierungsorganisation namens "Plan Sierra" bei forstlicher Beratung und Forschung. Ein besonders spannendes Thema war die Impfung mit Wurzelpilzen (sogenannter Mykorrhiza) um Pflanzen in der Baumschule für widrige Umstände zu stärken. „Trotz aller fachlichen Arbeit wurde mir klar, dass es beim Wald vor allem um die Menschen geht, die mit ihm umgehen. Auf die kommt es an“, wird der 54-Jährige in der Mitteilung zitiert.
Stationen in Freising und München
Im Jahre 2000 kehrte Dobler nach Bayern zurück und arbeitete an der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in Freising. Seine Themenfelder: Waldökologie und Waldpädagogik, wobei Letzteres ab 2005 sein Schwerpunkt war. Dazu erläutert er: „Waldpädagogik beschreibt die pädagogische Arbeit zum Thema nachhaltiger Umgang mit dem Wald.“ In dieser Zeit leitete er außerdem den Forstlichen Versuchsgarten Grafrath, in dem auf 34 Hektar Wälder mit Bäumen und Sträucher aus aller Welt zu finden sind.
Der nächste Berufsabschnitt begann 2008 mit der Stelle am Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Als Sachbearbeiter war er für die Koordinierung und Weiterentwicklung der Waldpädagogik, aber auch für die zugehörige Netzwerkarbeit in Bayern und darüber hinaus zuständig. Beispiele für regionale Waldpädagogik sind die alljährlichen Waldjugendspiele an Orten wie Irchenrieth und Pfaben, Waldlehrpfade oder die Walderlebniszentren bei Mehlmeisel und Regensburg.
Danach folgten drei Jahre an der Technischen Universität München am Lehrstuhl für Wald- und Umweltpolitik. Dobler zu dieser Station: „Es gibt sehr viele Ansprüche an den Wald wie Erholung, Naturschutz, Holzproduktion und daraus entstehende Konflikte. Ich erforschte in dieser Zeit öffentliche Auseinandersetzungen um den richtigen Umgang mit Wald.“ Seit 2016 war er vor seinem Amtsantritt in Pressath als Dozent bei der Staatlichen Führungsakademie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten tätig. „Manche Kollegen kenne ich bereits durch meine Seminare, dich ich zum Thema Kommunikation, Mitarbeiterführung, Öffentlichkeitsarbeit und Waldpädagogik gegeben habe.“
Beratung und Förderung
Das Kollegium am Amt in Pressath und auch die Förster in der Region hätten ihn gut aufgenommen. Vorgänger Moritz Neumann hat Dobler eingearbeitet. „Mit seinem breiten Wissen und Erfahrungsschatz ist Günter ein würdiger Nachfolger für Neumann“, heißt es laut Mitteilung von Bereichsleiter Christoph Hübner.
Zu Doblers neuen Aufgaben in Pressath zählen die Beratung und Förderung für rund 7000 Waldbesitzer, Stellungnahmen bei wald-betroffenen Bauprojekten oder Flächennutzungsplänen und der Kontakt zu Akteuren rund um den Wald und Waldbesitzern. Diese sind beispielsweise die Selbsthilfeeinrichtungen der Waldbesitzer, also die Forstbetriebsgemeinschaften und Waldbesitzervereinigung, die örtlichen Betriebe der Bayerische Staatsforsten und der Bundesforstbetrieb Grafenwöhr, die Bürgermeister der Stadt- und Gemeindewälder und noch viele mehr.
"Große Herausforderungen"
„Letztendlich dreht sich alles, was ich und meine Kolleginnen und Kollegen tun um den Wald und die Menschen, die mit ihm zu tun haben. Wir sind Teil einer unterstützenden Organisation. Die Forstverwaltung fördert und berät, wirkt auf einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Wald hin. Ich möchte, dass wir dabei möglichst bürgernah und menschlich auftreten. Der Klimawandel wird unsere Wälder umgestalten und die Waldbesitzer damit vor große Herausforderungen stellen. Wir helfen, damit sie die bewältigen können“, so Dobler abschließend.
Berufliche Stationen von Günter Dobler
- 1994 bis 2000 Entwicklungshelfer beim Deutschen Entwicklungsdienst in der Dominikanischen Republik
- 2000 bis 2008 Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft: Sachbearbeiter Waldpädagogik, Leitung Forstlicher Versuchsgarten Grafrath
- 2008 bis 2013 Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Sachbearbeiter Waldpädagogik
- 2013 bis 2016 Lehrstuhl für Wald und Umweltpolitik, Technische Universität München: Forschung zu öffentlichen Auseinandersetzungen um den Wald
- 2016 bis 2023 Dozent an der Führungsakademie in Landshut
- Seit Dezember 2023: Leiter der Abteilung Forsten 3 (Zuständigkeit: Westhälfte des Landkreises Neustadt/WN samt Stadtgebiet Weiden) am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Tirschenreuth-Weiden, Dienstort Pressath









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