(bjp) Am 10. August feierte Paul Kieswetter in der Pressather Schinnerstraße seinen 80. Geburtstag – und wohl niemand, der ihn und seine Frau an diesem Festtag besuchte, blieb von dem Humor und der Lebensfreude des Paares unberührt. Dabei waren es nicht nur unbeschwerte Jahre, die der 1938 in Neustadt am Kulm geborene Postbotensohn und seine Frau durchlebt haben. Schon mit sechs Jahren verlor Paul Kieswetter seinen Vater, der aus dem Krieg nicht heimkehrte. Als alleinerziehende Kriegerwitwe schaffte es seine Mutter, auf dem Hof ihrer Familie in Barbaraberg nicht nur ihn und seine drei Jahre jüngere Schwester Marga durch die beschwerliche Nachkriegszeit zu bringen, sondern obendrein in Pressath ein Haus zu bauen, in das die vaterlose Familie 1954 einzog.
Bei Eisen-Lindner in Pressath absolvierte Paul Kieswetter ab 1954 eine Spenglerlehre. 1959 konnte er bei der Bundesbahn „einsteigen“, wo er bis zur Pensionierung 1996 als Lokführer arbeitete: „Bis in die 1970er hinein habe ich sogar noch Dampfloks gesteuert und beheizt.“ Seinem ersten Arbeitgeber blieb er auch als „eingefleischter Eisenbahner“ und später als Ruheständler treu: Wenn es seine Freizeit erlaubte, sprang er bei Lindner gern als Aushilfe ein. Bei der Christmette 1956 traf Paul erstmals die ein Jahr jüngere Industriearbeiterin Waltraud Schell, zwei Jahre später gelobte das Paar in der Stadtpfarrkirche, ihrem gemeinsamen „Schicksalsort“, Treue „in guten und schlechten Tagen“.
„Wir haben auch schwierige Zeiten bestanden, wir gehören zusammen und sind froh, dass wir einander haben“, bekennen Waltraud und Paul Kieswetter auch heute noch mit ebenso schlichten wie überzeugenden Worten. Dieser gute Geist hat sich auf Sohn Bernhard, Tochter Theresia und die drei „gut geratenen“ Enkel übertragen: Und so hält das „Team Kieswetter“ zusammen, um den vor neun Jahren schwer erkrankten Vater zu pflegen und ihm auch darüber hinwegzuhelfen, dass er seinen geliebten Hobbys - dem „Garteln“ und dem Autofahren – nicht mehr nachgehen kann.Zu seinem Ehrentag gratulierten ihm außer Bürgermeister Werner Walberer, Seniorenbeauftragtem Albert Butscher und Stadtpfarrer Edmund Prechtl auch Abordnungen der Pressather und Riggauer Schützen, der Feuerwehr Zintlhammer und der Wanderfreunde: In allen diesen Vereinen war Kieswetter aktives Mitglied.













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