21.09.2020 - 16:29 Uhr
PressathOberpfalz

Hera Lind zündet Highlight zum Jubiläum „175 Jahre Stadt Pressath“

Das kulturelle Highlight der Corona-bedingt reduzierten beziehungsweise abgesagten Veranstaltungen im Pressather Stadtjubiläumsjahr zündete die Bestsellerautorin Hera Lind in der ausverkauften Stadthalle.

Die Erfolgsautorin Hera Lind erzählt locker von der Tischkante aus ihrem bewegten Leben bei der vom Kulturkreis initiierten Lesung zum Jubiläum „175 Jahre Stadt Pressath“.
von Redaktion ONETZProfil

Bürgermeister Bernhard Stangl überreichte Hera Lind einen Pressath-Krug, schenkte frisches „Pressada“-Bier ein und stieß mit der Künstlerin an.

Lind war rechtzeitig in die Haidenaab-Stadt gekommen, um sich umzuschauen. Weil in der Stadt „noch nicht so ganz viel renoviert“ sei, löste der Wiedererkennungswert bei ihr schnell die Erinnerungen an Tante „Lehnchen“ und die „wunderschönen Ferien hier“ aus. Das war der erste Blitz ihrer Erzählkunst, die sie fast zwei Stunden lang locker von der Tischkante präsentierte.

Während der ersten Schwangerschaft schrieb sie in der Garage „aus Langeweile“ den Roman über ihr Sängerleben. Unter dem Titel „Ein Mann für jede Tonart“ und dem bewusst gewählten Autorennamen Hera Lind wurde er zum Erfolgsdebüt. Der dritte Roman „Das Superweib“ katapultierte sie nach oben: hohe Auflagen und Übersetzungen, Verfilmungen, bis zu 300 Lesereisen im Jahr.

Sie erzählte vom Aufstieg, aber auch Abbruch und Wiederaufstieg mit Hilfe eines Sponsors. Der Erfolgsautorin heftete sich der Pulk der Boulevard-Presse und -Sender auf die Fersen und trieb sie letztendlich ein Jahr in die Flucht vor Diskreditierungen. Selbstkritisch reflektiert sie heute diese herbe Phase, die zu Schulden im siebenstelligen Bereich und der Erkenntnis über die Macht der Presse geführt hatte: „Ich habe es genossen, dass sie mich hochgeschrieben hat, dann habe ich erlebt, wie sie mich fertig gemacht hat.“

Wer ihre Romane kennt, wusste, dass alles, was sie mitreißend charmant und humorvoll vortrug, Kapitel aus ihren Romanen und aus ihrer Lebensgeschichte sind. Sie würzte die Schilderungen mit treffsicheren Pointen, ständigem Augenkontakt zum Publikum, mal als schwäbelndes Maschinengewehr, mal im Köllschen Dialekt. Plötzlich eine Gesangseinlage mit spontanem A-cappella-Einsatz einer Stelle aus dem Verdi-Requiem, dann das Gedicht (von Reinhard May) über einen „Elternabend“ oder eine Sequenz in Berliner Mundart. Sie sei „ja so ein alberner Mensch“.

Die begeisterten Zuhörer lachten hellauf, aber sie verstummten ebenso, vor allem als es um ihr aktuelles Schreibgenre ging: circa 20 Tatsachen-Romane, von denen der letzte „Die Hölle war der Preis“ an die erste Stelle der Bestsellerliste stürmte. Die tiefgründigen Lebensgeschichten beruhten auf wahren Schicksalen, die sie von Leserinnen zugetragen bekommt.

Interview mit der Autorin Hera Lind

Pressath
Die Erfolgsautorin Hera Lind erzählt locker von der Tischkante aus ihrem bewegten Leben bei der vom Kulturkreis initiierten Lesung zum Jubiläum „175 Jahre Stadt Pressath“.
Die Erfolgsautorin Hera Lind erzählt locker von der Tischkante aus ihrem bewegten Leben bei der vom Kulturkreis initiierten Lesung zum Jubiläum „175 Jahre Stadt Pressath“.
Die Erfolgsautorin Hera Lind erzählt locker von der Tischkante aus ihrem bewegten Leben bei der vom Kulturkreis initiierten Lesung zum Jubiläum „175 Jahre Stadt Pressath“.

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