06.07.2020 - 13:09 Uhr
PressathOberpfalz

Hilfsdienste in Pressath: Spiegelbild gelebter Solidarität

Solidarität ist in Pressath und im Vierstädtedreieck kein Fremdwort. Das beweist die gemeinsame Corona-Einkaufshilfe von vier Institutionen und Vereinen in der Haidenaabstadt.

Trotz nur mäßiger Nachfrage ziehen die Selbsthilfegemeinschaft "GeHiH", die Junge Union Pressath und der Burschenverein Pressath eine befriedigende Bilanz ihres gemeinsamen Corona-Einkaufsservice'. Im Bild (von links) Karl Lorenz (Vorsitzender "GeHiH"), Daniel Egerer (Burschenverein), Elisabeth Gottsche (Geschäftsführerin "GeHiH"), Andreas Eckert (Junge Union), Vizelandrat Albert Nickl und Joachim Sertl (Vizegeschäftsführer "GeHiH").
von Bernhard PiegsaProfil

Zu diesem Zweck zusammengeschlossen hatten sich die Selbsthilfegemeinschaft "Generationen Hand in Hand“ ("GeHiH"), die Junge Union Pressath (JU), der Pressather Burschenverein und die ökumenische Nachbarschaftshilfe. Rund zwei Dutzend Helfer standen seit März bereit, um Lebensmittel oder Medikamente für Mitbürger zu besorgen, die sich in Corona-Quarantäne befanden, zu einer Risikogruppe gehören oder aus anderen Gründen ihre Wohnungen nicht verlassen konnten.

So unvermittelt die Coronakrise über Deutschland hereingebrochen sei, so spontan habe man sich entschlossen, etwas für die am härtesten Betroffenen zu tun, erinnern sich Elisabeth Gottsche und Jochen Sertl ("GeHiH"), Andreas Eckert (JU) und Daniel Egerer (Burschenverein) nun: Fast gleichzeitig hätten die Selbsthilfegemeinschaft, die Nachbarschaftshilfe der Kirchengemeinden und die beiden Jugendvereine in der zweiten Märzhälfte ihre Einkaufshilfe-Aktionen gestartet.

Diese unkoordinierte „Dreigleisigkeit“ habe man allerdings sehr schnell bereinigt: „Wir haben Kontakt zueinander aufgenommen mit dem Ergebnis, dass fortan die 'GeHiH' als Ansprechstelle fungierte – Elisabeth Gottsche nahm die Anrufe der Hilfesuchenden entgegen und gab die Aufträge an die örtlichen Helfer weiter“, erzählt Andreas Eckert.

Deren Fahrdienstbereitschaft hätten die beteiligten Pressather Organisationen sorgfältig geplant: „Für jeden Tag von Montag bis Samstag haben wir Einkaufsfahrer eingeteilt.“ Ein örtliches Autohaus habe zwei Fahrzeuge leihweise zur Verfügung gestellt, weitere Geld- und Sachhilfen seien von der Stadt, vom Stadtverband und von einer Pressather Druckerei gekommen.

"GeHiH"-Geschäftsführerin Elisabeth Gottsche ergänzt, dass ihre Gemeinschaft auch Einkaufshilfen für die anderen Kommunen des westlichen Kreises Neustadt mitorganisiert habe. Groß sei die Nachfrage zwar nicht gewesen: „Alles in allem waren es 16 Menschen aus Pressath, Grafenwöhr und Eschenbach, für die rund 60 Besorgungsfahrten ausgeführt wurden.“

Doch werte man dies als gutes Zeichen für den Familien- und Gemeinsinn in der Region: „Immerhin lässt das ja darauf schließen, dass viele Hilfsbedürftige auf die Unterstützung von Verwandten und Freunden zählen konnten. Vor allem in den Dörfern ist auf die familiären und nachbarschaftlichen ‚helfenden Hände‘ immer noch Verlass“, sagt Gottsche.

Darüber freute sich auch der Vizelandrat und Speinsharter Bürgermeister Albert Nickl. Im Namen des Landkreises und seiner Gemeinde dankte er allen "Corona-Helfern“.

Im Blickpunkt:

Corona-Einkaufshilfe noch bis 15. Juli

Hilfsbedürftige aus Pressath und Umgebung können sich noch bis 15. Juli an die gemeinsame kostenfreie Corona-Einkaufshilfe von "GeHiH", Junger Union, Burschenverein und ökumenischer Nachbarschaftshilfe wenden. Erreichbar ist der Einkaufsservice, der auch Apotheken- und Postgänge erledigt, von 8.30 bis 14 Uhr unter Telefon 0160/5104405. Ansprechpartner sind außerdem Elisabeth Gottsche unter Telefon 09645/9178213 und Jochen Sertl unter Telefon 09644/1845. Anfragen werden auch per E-Mail an info[at]gehih[dot]de entgegengenommen.

Kostenlose Hilfsdienste während der Corona-Pandemie

Eschenbach

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