28.05.2018 - 10:09 Uhr
PressathOberpfalz

Bis aus Honduras für Lippert

"Das lasse ich mir von der JU nicht sagen". Nach der Kritik der Jungen Union stellt Bürgermeister Werner Walberer einiges in Sachen Lippert GmbH richtig

Bürgermeister Werner Walberer hat nach der JU-Kritik einiges richtig zu stellen.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Bürgermeister Werner Walberer hat die Kritik der Jungen Union an der Rolle der Stadt bei der Standortentscheidung der Firma Lippert gegen Pressath zurückgewiesen. Walberer übt zudem selbst heftige Kritik an der Vorgehensweise der JU, die er "unmöglich" und "niveaulos" nennt. Die JU hatte Ende vergangener Woche in einer Erklärung der Stadt eine Mitschuld am Weggang des Maschinenbauunternehmens mit 250 Mitarbeitern zugesprochen. Die Verantwortlichen der Stadtverwaltung hätten sich zu wenig um den Verbleib der GmbH bemüht. "Ein bisschen flirten reicht nicht", schrieb der Nachwuchs der CSU. Die Stadtverwaltung hätte sich demnach mehr bemühen und intensiver um Lippert werben sollen.

Das will Werner Walberer so nicht stehen lassen. "Wer das sagt, tut der Stadtverwaltung und auch mir unrecht." Mehr Werbung sei nicht mehr möglich gewesen. "Als ich im Urlaub in Honduras erfuhr, dass Hubert Schug nicht mehr 40000, sonder 90000 Quadratmeter Grund benötigt, habe ich mein Handy genommen und habe von dort aus alles in die Wege geleitet." Auch die Stadtverwaltung habe alles getan. Er und seine Mitarbeiter seien sich nicht zu schade, immer wieder zum Telefon zu greifen und hinterher zu telefonieren. "Das war kein Flirt, das waren ernste Gespräche, an deren Ende auch Abmachungen getroffen wurden", sagt Walberer. Tatsächlich war der Verbleib in Pressath per Handschlag mit Lippert-Geschäftsführer Schug bereits besiegelt. "Ich kann mir bis heute nicht erklären, weshalb Herr Schug sich plötzlich anders entschieden hat."

Pressaths Bürgermeister verweist zur Untermauerung auf viel Zustimmung aus dem Lager der CSU. "Am Wochenende hat mich Landrat Andreas Meier angerufen und mir nochmals gesagt, dass es nicht an der Stadt Pressath lag." Auch Landtagsabgeordneter Tobias Reiß war in die Verhandlung eingebunden, auch von ihm kamen am Wochenende Signale der Unterstützung. Auch der zweite Bürgermeister von der CSU, Max Schwärzer, war bei den Verhandlungen meist dabei, der Stadtrat sei immer informiert gewesen. "Dort sitzen drei JU-Mitglieder." Sogar Schug selbst habe mehrfach darauf hingewiesen, dass sich die Verantwortlichen der Stadt bemühen, stärker als die Eschenbacher, beinahe schon zu stark. "Herr Schug hat einmal zu mir gesagt, wir sollen ihn nicht ständig anrufen, die Firma bleibe auch so in Pressath."

Weshalb sich der Geschäftsführer in letzter Minute umentscheiden hat, kann Walberer nicht sagen. Tatsächlich wäre eine Erweiterung des Industriegebiets in Döllnitz nötig gewesen. "Aber gemeinsam mit der Rechtsaufsicht im Landratsamt habe die Stadt auch hier einen gangbaren Weg gefunden. "Die Fläche hätte erworben werden können. Lippert hätte morgen mit der Erweiterung beginnen können." Statt dessen müsse in Eschenbach nun viel Wald gerodet und das Grundstück begradigt werden. Die Rede sei von 15000 Tonnen Schotter, die dafür nötig sind. Weshalb sich die Firma Lippert dennoch für den Ortswechsel entschieden hat? "Ich kann es nicht sagen. Aus meiner Sicht hätte alles für Pressath gesprochen", sagt Walberer. Besonders deshalb ist er wütend auf die Erklärung der JU, die er zudem "feige" nennt, weil sich die Initiatoren hinter der Organisation verstecken und auch keine Namen nennen, sondern lieber die gesamte Stadtverwaltung in Verruf bringen.

Bürgermeister Werner Walberer hat nach der JU-Kritik einiges richtig zu stellen.

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