06.03.2020 - 09:35 Uhr
PressathOberpfalz

Innenminister für ein paar Stunden

Eine ungewöhnliche Karriere machten die Pressather Achtklässler sowie Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Schulfunk. Für drei Stunden schlüpften sie in die Rolle der Innenminister von zehn Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.

die Pressather Achtklässler schlüpfen für drei Stunden in die Rolle der Innenminister von zehn Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.
von Autor NNProfil

Zuvor hatte Lisa Hitzke von der Europa-Akademie München ausführlich über Geschichte und Strukturen der Staatengemeinschaft informiert. In den Genuss dieses Projekttages kamen die Jugendlichen, nachdem die Schule im letzten Jahr für ihre vielfältigen Aktivitäten im Bereich der politischen Bildung das "Gütesiegel Demokratie" des Kultusministeriums erhalten hatte. Als Innenminister von Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Ungarn, Kroatien, Schweden, Österreich und Griechenland hatten sie sich anschließend mit einem Thema auseinanderzusetzen, das seit Jahren die Schlagzeilen beherrscht, nämlich der fairen Verteilung von Migranten und Flüchtlingen auf die Mitgliedsstaaten.

Als Grundlage diente den Nachwuchspolitikern ein Vorschlag des Europäischen Parlaments, das einen Verteilungsschlüssel, der sich ausschließlich an der Einwohnerzahl orientiert, ins Gespräch gebracht hatte. Danach hätte Deutschland als bevölkerungsreichstes Land die meisten Menschen aufnehmen müssen. Diskutiert wurde in den Arbeitsgruppen und auch im Plenum die Berücksichtigung weiterer Kriterien, die Einfluss auf die Aufnahme von Flüchtlingen haben könnten.

Anders als ihre Kollegen im "echten Leben" fanden die Pressather Jugendlichen in konstruktiver Arbeit eine Lösung, bei der sie auch eigene Interessen hinten anstellten und ihre Kompromissbereitschaft unter Beweis stellten. Der Vorschlag, beim Verteilungsschlüssel auch die wirtschaftliche Stärke sowie die aktuelle Arbeitslosigkeit in den Mitgliedsstaaten zu berücksichtigen, wurde letztlich einstimmig angenommen. "Das war ein interessanter Vormittag" lautete die einhellige Meinung sämtlicher Teilnehmer. "Auch wenn unsere Entscheidung anders als im echten Ministerrat ohne Folgen bleibt."

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