Pressath
06.06.2018 - 09:57 Uhr

Innige Fernbeziehung

Für Bürgermeisterin Marianna Vincze aus Hortobágy ist es keine Frage: 26 Jahre nach der Unterzeichnung des Freundschaftsvertrags hat sich nichts an der Beziehung zwischen der ungarischen Stadt und Pressath geändert.

Speinsharts fast 1000-jährige Geschichte lässt  Barbara Müller (links) bei einer Orts- und Kirchenführung lebendig werden. Zehnter und Zwölfte von links: die Bürgermeister Werner Walberer und Marianna Vincze. bjp
Speinsharts fast 1000-jährige Geschichte lässt Barbara Müller (links) bei einer Orts- und Kirchenführung lebendig werden. Zehnter und Zwölfte von links: die Bürgermeister Werner Walberer und Marianna Vincze.

."Unsere Freundschaft ist längst großjährig geworden, und nach wie vor ist jedes Treffen mit euch ein Grund zur Freude", meinte Bürgermeisterin Vincze. Die Fernbeziehung zwischen dem südungarischen Puszta-Marktflecken und der Haidenaabstadt habe nichts an Innigkeit eingebüßt. Auch Werner Walberer ist zufrieden. "Die langjährigen privaten Freundschaften tragen eine stabile und verlässliche Partnerschaft, die sich noch weiter entfalten wird", bilanzierte der Stadtchef am Freitagabend beim Willkommensempfang für die siebenköpfige ungarische Abordnung im Dostlerhaus.

Ein Garant hierfür sei die seit 1994 gepflegte Schulkooperation mit gegenseitigen Besuchen im jährlichen Wechsel. "Am 1. Juli fahren wieder Schüler und Lehrkräfte unserer Schule nach Ungarn." Den Brückenschlag zwischen den Bildungsstätten hob auch Vincze als bedeutsam hervor: "Es sind die jungen Menschen, in deren Händen die Zukunft unserer Freundschaft liegt." Wie stets fanden die magyarischen Besucher herzliche Aufnahme bei Pressather Familien, und natürlich hatte die Stadt ein attraktives Programm vorbereitet. Der Samstagvormittag stand im Zeichen eines "Crashkurses Regensburger Altstadt", so Walberer augenzwinkernd, mit Spaziergang über die teilweise wieder begehbare Steinerne Brücke und einem Besuch des Doms.

Zu einer geglückten grenzüberwindenden Gemeindefreundschaft passte das Ausflugsziel des Nachmittags: der als Sinnbild für Toleranz, Harmonie und Solidarität angelegte Nepal-Himalaya-Park bei Wörth. Das Herzstück dieses "Gartens der Glückseligkeit" mit seiner Vielfalt verschiedenartigster Pflanzen aus aller Welt bildet der Nepal-Himalaya-Pavillon. Ursprünglich diente dieses Bauwerk, das im Stil einer hinduistischen Tempelpagode gehalten ist, aber von einem kronenartigen, die buddhistische Lehre symbolisierenden "Stupa" überhöht wird, als nepalesischer Pavillon für die Weltausstellung Expo 2000 in Hannover. Der Regensburger Fabrikant Heribert Wirth hatte das vom Abriss bedrohte Gebäude erworben und vor 15 Jahren neu aufbauen lassen. Der Erlös aus den Eintrittsgeldern kommt einer Stiftung zugute, die Menschen in Entwicklungsländern Zugang zu sauberem Trinkwasser erschließt.

Für den geselligen Samstagabend trafen sich Gäste und Gastgeber im Stadel von Stadtrat Norbert Höfer. Barbara Müller vom Förderverein der Kloster-Begegnungsstätte stellte den ungarischen Besuchern am Sonntagvormittag das Klosterdorf Speinshart vor, wobei sie nicht unerwähnt ließ, dass im 19. Jahrhundert ein Zweig der Pressather Familie Girisch dort Fuß fasste, aus dem der spätere Bundestagsabgeordnete Georg Girisch stammt.

Nach dem Mittagessen in Schlammersdorf stand ein Schnupperkurs Zoiglkultur in Pfaffenreuth auf dem Programm. Am Montagmorgen um 7 Uhr hieß es aufs Neue "Viszontlátásra" und "Servus", wobei als Abschiedsgeschenk einige gut gefüllte Oberpfälzer Schmankerlkörbe mit an die Theiß reisten. Das Pressather Rathaus wird dafür künftig eine Reproduktion des Gemäldes "Vihar a Hortobágyon - Gewitter über Hortobágy" des bekannten ungarischen Malers Tivadar Csontváry Kosztka schmücken.



 
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