03.07.2019 - 14:28 Uhr
PressathOberpfalz

JFG Haidenaabtal löst sich auf

Nach zehn Jahren löst sich die Jugendfördergemeinschaft Haidenaabtal auf. Es fehlt an Trainer und Betreuern, aber auch am Rückhalt aus den Stammvereinen. Spielgemeinschaften könnten nun die Zukunft sein.

Die U17 der JFG Haidenaabtal (grüne Trikots) spielte 2016 bei der bayerischen Futsalmeisterschaft in Weißenburg. Hier eine Szene aus dem Spiel gegen den FC Augsburg (rote Trikots).
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Die JFG Haidenaabtal, die sich aus Teilen der Jugendabteilungen des TSV Pressath, der SV Grafenwöhr, des FC Dießfurt und des SC Schwarzenbach zusammensetzt, löst sich auf. Das beschloss der Verein in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Dienstagabend.

Vorsitzender Alfons Hallmann begründet den Rückzug vom Spielbetrieb vor allem mit dem Fehlen von Betreuern und Trainern. "Ohne die intensive und nachhaltige Unterstützung durch die Stammvereine sei dies nicht möglich", schreibt der Verein. Josef Sirtl, Vorsitzender des TSV Pressath, gibt zu: "Vielleicht fehlte es an der Akzeptanz der JFG. Unter den Jugendliche, die dort spielten, gab es aber keine Rivalität." Er bedauert die Auflösung, vor allem weil die Mannschaften der JFG durchaus erfolgreich waren.

Im November 2009 entschieden sich der TSV Pressath, der FC Dießfurt und der SC Schwarzenbach Teile ihrer Jugendabteilungen in der JFG Haidenaabtal zusammenzuschließen. In der Saison 2010/2011 startete die JFG in den Spielbetrieb. Im Mai 2015 schloss sich auch die SV Grafenwöhr der JFG an. Zu dieser Zeit spielte die U19 der JFG in der Bezirksoberliga Oberpfalz gegen Vereine mit guter Jugendarbeit, wie die SpVgg SV Weiden, den FC Weiden-Ost oder den SV Burgweinting. Auch die U17 war zeitweise erfolgreich. Sie wurde Futsal-Kreis- und Bezirksmeister und spielte beim Bayerischen Finalturnier gegen Mannschaften wie den FC Augsburg, die Würzburger Kickers oder die SpVgg Greuther Fürth. Die U15 steht in der noch laufenden Saison auf dem 1. Platz und damit vor dem Aufstieg in die Bezirksoberliga.

Doch gerade die älteren Jugendmannschaften sind ein Sorgenkind. "Insbesondere im A-Juniorenbereich hat es in den letzten drei Jahren keine Kontinuität gegeben", teilt Hallmann mit. Von den 100 Jugendspielern, die bei der JFG spielen, kommen 90 Prozent aus Grafenwöhr und Pressath. "Es ist an der Zeit die Jugendarbeit (...) an die Stammvereine zurückzugeben", heißt es in der Pressemitteilung der JFG.

Doch nicht nur die fehlenden Trainer und Betreuer sind ein Grund für die Auflösung. Auch die sinkenden Spielerzahlen trugen ihren Teil bei. "Vor zehn Jahren waren es noch mehr als 150 Kinder, jetzt sind es noch um die 100", sagt Sirtl. Als Gründe für den Rückgang verweisen die Verantwortlichen der JFG auf verändertes Freizeitverhalten von Jugendlichen und Belastungen durch das Schulsystem. "Aber einige Spieler verlassen auch den Verein und wechseln zum Beispiel nach Weiden ins Nachwuchsleistungszentrum", ergänzt Sirtl.

Jetzt aber die Auflösung. Wie geht es weiter? Die neuen Statuten des BFV erlauben eine Fortsetzung des Spielbetriebes in Spielgemeinschaften. Die Mannschaften könnten in den von der JFG belegten Spielklassen weiterspielen. "Die bisherigen Stammvereine werden Gespräche zur Bildung von Spielgemeinschaften führen", erklärt Hallmann und bedankt sich bei allen, die in den letzten zehn Jahren aktiv und erfolgreich die JFG in ihren Funktionen mitgestaltet haben. Sirtl bestätigt, dass der TSV Pressath zur neuen Saison wieder eine eigenständige D-Juniorenmannschaft (U13) melden wird. Hinsichtlich der C-, B- und A-Junioren sei der TSV offen für Spielgemeinschaften.

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