08.11.2019 - 10:28 Uhr
PressathOberpfalz

Die Kraft der Sonne nutzen

Sonnenenergie ist umweltverträglich, unbegrenzt vorhanden und noch dazu umsonst. Warum sich Solarthermie und Photovoltaik für den häuslichen Einsatz lohnt, erklärt Ingenieur Matthias Rösch in der Pressather Bürgerversammlung.

Über Solarthermie und Photovoltaik für den häuslichen Einsatz und das Beratungsangebot der Weidener Energieagentur ETZ spricht Ingenieur Matthias Rösch in der Pressather Bürgerversammlung.
von Bernhard PiegsaProfil

Mit Solarthermie und Photovoltaik umweltverträglich die unbegrenzt und gratis verfügbare Sonnenenergie für den häuslichen Bedarf verwerten: In der Pressather Bürgerversammlung lud Ingenieur Matthias Rösch von der Energieagentur ETZ (Energietechnologisches Zentrum Nordoberpfalz) die Pressather Hausbesitzer ein, ihre Domizile auf deren Eignung zur Montage entsprechender Anlagen prüfen zu lassen. Kosten entstünden ihnen daraus nicht, stellte Rösch klar: Die Stadt Pressath, die an dem von der Verbraucherzentrale Bayern initiierten Beratungsprogramm teilnehme, übernehme das 30-Euro-Entgelt für den unverbindlichen „Eignungscheck“. Hierbei nähmen Fachleute nach Terminabsprache die Gebäude etwa zwei Stunden lang in Augenschein und gäben in einem Kurzbericht Handlungsempfehlungen ab.

Ausführlich ging Rösch dann auf die Optionen häuslicher Sonnenenergieverwertung ein. So unterscheide man zwischen Solarthermieanlagen, bei denen Strahlungsenergie auf Wasser übertragen werde, um heißes Heiz- und Brauchwasser zu erhalten, und Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung.

Allerdings könne der Bedarf an Warmwasser und Heizwärme hierzulande nur in den Sommermonaten vollständig aus Sonnenenergie gedeckt werden, gab Rösch zu bedenken. Deshalb sei eine zusätzliche Heizanlage nötig. Aufs Jahr gesehen könnten je nach Bauart zwischen 30 und 60 Prozent der Wärmeenergie solarthermisch gewonnen werden. Für ein Einfamilienhaus koste eine reine Warmwasserbereitungsanlage etwa 6.600, eine Warmwasser- und Heizungsunterstützungsanlage rund 11.500 Euro. Immerhin subventioniere die Bundesregierung den Einbau solcher Anlagen, die dank der Nutzung kostenlos verfügbarer regenerativer Energie zur Verringerung des CO2-Ausstoßes beitrügen, aus sogenannten BAFA-Förderprogrammen.

Um bis zu 60 Prozent, aufs ganze Jahr betrachtet, lasse sich der Strombezug aus dem allgemeinen Netz durch eine Photovoltaik-Hausanlage mit Stromspeicherungsvorrichtung senken, führte Matthias Rösch weiter aus. Auch hier gebe es Förderprogramme, zudem erhalte man für ins öffentliche Stromnetz eingespeiste Überschüsse nach wie vor Einspeisevergütungen, die ab kommendem Jahr je nach Anlagengröße zwischen 7,54 und 9,87 Cent je Kilowattstunde betrügen.

Exemplarisch veranschlagte der Referent die Kosten für eine 6,5-Kilowatt-Peak-Hausanlage auf etwa 9.500 Euro, die jährliche Rendite belaufe sich auf noch immer attraktive vier bis sieben Prozent. Mit einer Amortisation der Aufwendungen für Solarthermie- und Photovoltaikanlagen sei nach etwa zehn bis 15 Jahren zu rechnen. Die Montage einer Photovoltaikanlage sollte man im Übrigen auch dann erwägen, wenn keine ideal nach Süden weisende Dachfläche vorhanden sei: So seien auch sehr effiziente Anlagen verfügbar, deren Kollektoren nach Osten und Westen ausgerichtet seien.

Info:

Beratungstermin buchen

Interessierte Bürger der Stadt Pressath können einen „Eignungs-Check Solar“ für ihr Gebäude bei der Energieagentur ETZ Nordoberpfalz unter Telefon 0961/4802929-0 buchen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.etz-nordoberpfalz.de/energieberatung-der-verbraucherzentrale.html. (bjp)

Info:

Barrierenabbau als Ziel

Wie in den vergangenen Jahren bekräftigte Seniorenbeauftragter Albert Butscher in der Bürgerversammlung die Notwendigkeit, den Interessen älterer Bürger besondere Aufmerksamkeit zu widmen. In Pressath zählten mittlerweile 29 Prozent der Einwohner zu den Über-60-Jährigen und damit zu den „Senioren“ im Sinne der Statistik. Demgegenüber mache die Altersgruppe „0 bis 20 Jahre“ nur mehr 18 Prozent aus.

Ein selbstbestimmtes Leben, so Butscher, sei der erklärte Wunsch aller Senioren. Bewährte Hilfestellung leisteten die VierStädtedreieck-Selbsthilfegemeinschaft GeHiH (Generationen Hand in Hand) und die von den beiden großen Kirchen organisierten Nachbarschaftshilfsdienste. Als Interessenvertreter und Bindeglieder zu Behörden, Beratungs- und Hilfsdiensten fungierten die kommunalen Seniorenbeauftragten. In Pressath gebe es dieses Amt seit zehn Jahren: „Seither besteht mit der Stadtverwaltung eine sehr konstruktive und zielführende Zusammenarbeit.“

Eines der Hauptziele seiner Arbeit sei der Abbau von Barrieren und Unfallgefahren, betonte Butscher. Hierzu gehöre eine rollatorgerechte Gestaltung von Straßen und Wegen, die freilich aus Gründen der Geländeverhältnisse mancherorts schwierig zu verwirklichen sei. Erreicht habe man immerhin erleichterte Zugänge zu Rathaus, Schule und Haus der Heimat, Handläufe an rutschgefährdeten Stellen und ein Tempolimit beim Seniorenheim. Zudem seien Ruhebänke neu aufgestellt worden.

Vom Seniorenbeauftragten initiierte Bildungs- und Unterhaltungsveranstaltungen seien gut angenommen, Lebenserinnerungen aufgezeichnet und im Haus der Heimat archiviert worden. Ein Ärgernis sei, dass Behindertenparkplätze immer wieder von Unberechtigten missbraucht würden. Einen bedeutenden Beitrag zum Abbau von Mobilitätsbarrieren versprach sich Butscher von dem im Aufbau befindlichen Anrufsammeltaxi-Angebot. (bjp)

Auf eine erfolgreiche Arbeit blickt Seniorenbeauftragter Albert Butscher in der Bürgerversammlung zurück.

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.