17.07.2020 - 11:42 Uhr
PressathOberpfalz

Mehr Stadtteile an „Baxi“ anschließen

Das "Baxi" soll im Landkreis Neustadt/WN vor allem zeitliche Lücken im sonstigen Nahverkehrsangebot schließen. Pressath wird von einer Linie angefahren – aber nicht alle Ortsteile werden bedient. Das soll sich ändern, fordert der Stadtrat.

Über die von der Stadtverwaltung angeregten Ergänzungen im "Baxi"-Angebot für Pressath spricht Rudolf Fuchs vom Ordnungsamt der Verwaltungsgemeinschaft Pressath.
von Bernhard PiegsaProfil

Seit vergangenem Jahr sind zwischen Heinersberg und Tillyschanz die „Baxis“ auf Achse. Auch Pressath hat Anschluss an das Netz der Anrufsammeltaxis: Die Linie 9 mit der Fahrplannummer 8439 führt von Trabitz über Eschenbach, Grafenwöhr und Schwarzenbach zum Bahnhof der Haidenaabstadt.

Doch vielen Bürgern und auch den Stadtverantwortlichen ist das nicht genug: Sie wünschen sich vor allem Haltestellen in mehreren noch nicht einbezogenen Stadtteilen. Deshalb begrüßte der Stadtrat in seiner Sitzung einen Vorstoß der Verwaltung, weitere Haltepunkte auf eine Wunschliste für das Landratsamt zu setzen.

Wie das „Baxi“-Angebot für Pressath derzeit aussieht, erläuterte Rudolf Fuchs vom Ordnungsamt der Verwaltungsgemeinschaft. So fahre die Linie 9 gegenwärtig Hessenreuth, Dießfurt, Troschelhammer und Döllnitz sowie mehrere Haltestellen in Pressath selbst an. „Die Linienplaner haben sich dabei an dem bestehenden Haltestellennetz der RBO (Regionalbus Ostbayern) orientiert, die ja auch das "Baxi"-Konzept erarbeitet hat“, wusste Fuchs.

Wünschenswert seien allerdings auch Zusteigepunkte in Zintlhammer, Riggau und Wollau. Die östlichen Stadtteile Friedersreuth, Altendorf, Pfaffenreuth und Eichelberg wiederum könnten in die „Baxi“-Linie 10 (Fahrplannummer 8440) einbezogen werden, die von Windischeschenbach über Kirchendemenreuth und Parkstein nach Neustadt/WN und Altenstadt führe und derzeit mit Haltestellen in den Parksteiner Ortsteilen Schwand, Niederndorf und Hammerles das Pressather Stadtgebiet beinahe streife.

In der Planungsphase habe das Landratsamt ergänzende Haltestellenwünsche der Stadt mit dem Argument zurückgewiesen, dass die Linienkilometerzahl aus ausschreibungsrechtlichen Gründen noch „gedeckelt“ sei. Zugleich habe man aber eine spätere „Nachjustierung“ in Aussicht gestellt. Im Mai habe die Kreisbehörde nun die Stadt um Vorschläge gebeten: „Daraufhin haben wir am 26. Juni die genannten Anregungen nach Neustadt geschickt.“

Leider sei eine direkte Verknüpfung der Linien 9 und 10 zurzeit nicht vorgesehen, erklärte Rudolf Fuchs. Dies hänge auch damit zusammen, dass der Landkreis die Linien nach wie vor um „so wenige Kilometer wie möglich“ verlängern wolle. Ob die Pressather Vorschläge umgesetzt würden, müsse man abwarten; wenn ja, werde dies wohl zum Fahrplanwechsel im Dezember geschehen.

Auf Andreas Reindls (CSU) Anfrage, wie das „Baxi“ bislang angenommen werde, erwiderte Bürgermeister Bernhard Stangl, dass die Nachfrage nach seiner Kenntnis im östlichen Landkreis größer sei als im Westen, wo es ja noch ein gutes Zugangebot gebe. Kritisch vermerkten Reindl und seine Fraktionskollegin Charlotte Hautmann, dass die Einbeziehung von Friedersreuth, Altendorf, Pfaffenreuth und Eichelberg in die Linie 10 jene Einwohner von dort, die über keinen Führerschein verfügten und etwa zum Einkaufen auf das „Baxi“ angewiesen seien, ein Stück weit von Pressath weg- und nach Neustadt/WN und Altenstadt mit den dortigen Einkaufsgelegenheiten hinorientieren würde. Auch diese "klar Pressath orientierten“ Orte sollten besser an die Linie 9 angeschlossen werden.

Rudolf Fuchs entgegnete, dass derzeit wohl jene Anregungen die größte Aussicht auf Verwirklichung hätten, die die bestehenden Linien um möglichst wenige Kilometer verlängerten. Doch sagte er zu, auch den Vorschlag einer Umlegung der Linie 9 über die östlichen Stadtteile dem Landratsamt zu unterbreiten.

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Für Pressath-App werben

Von Juni bis Dezember 2019 fiel die Einwohnerzahl der Stadt Pressath laut amtlicher Statistik von 4314 auf 4271, also um 43 Personen. Wie kann das sein? Auf diese Frage seines zweiten Stellvertreters Wolfgang Graser (FWB) antwortete Bürgermeister Bernhard Stangl in der Stadtratssitzung, dass dies hauptsächlich mit Ummeldungen von Haupt- in Nebenwohnungen zusammenhänge. Im Übrigen habe man für diesen Zeitraum 13 Sterbefälle und 36 Wegzüge, aber auch 49 Zuzüge verzeichnet.

Zurückstellen will die Stadt den traditionellen Empfang für junge Familien: „Viele Eltern sind wegen der Ansteckungsgefahr besorgt, deshalb kann diese Veranstaltung zurzeit nicht stattfinden. Wir sind derzeit am Planen, um diese Aktion im September wieder durchführen zu können“, gab Stangl zur Kenntnis. Erledigt habe sich das Problem der von Eichenprozessionsspinnerraupen befallenen Bäume beim Kiesibeach-Weiher, nachdem die verpuppten Raupen im Auftrag der Stadt abgesaugt worden seien.

Mehr Werbung solle die Stadt für die kostenlose „Pressath-Smartphone-App“ machen, riet Wolfgang Graser: „Vor allem die Mängelreporter-Funktion ist sehr praktisch – auf diesem Wege kann man beispielsweise Schäden an Straßen oder Laternen an die Verwaltung melden, und ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass solche Hinweise zügig bearbeitet werden.“ Auf reparaturbedürftige Schäden an der Straße bei den Maschinenhallen in Eichelberg sowie an der Straße durch die Flur „Lanz“ wiesen Cornelia Träger und Charlotte Hautmann (beide CSU) hin. (bjp)

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