17.01.2020 - 09:41 Uhr
PressathOberpfalz

Photovoltaikanlage bei Altendorf ein Landschaftsstörer?

Zu den Plänen für eine Photovoltaikanlage bei Altendorf haben Behörden und Vereine reichlich Einwendungen. Nicht alle kann der Pressather Stadtrat nachvollziehen.

Vom geplanten Standort der Altendorfer Photovoltaikanlage aus ist der Basaltkegel Parkstein zu erkennen. Umgekehrt soll auch die fertige Anlage von dort zu sehen sein und laut Untere Naturschutzbehörde das Landschaftsbild stören.
von Stefan NeidlProfil

In der Januarsitzung des Stadtrats entfiel der zweite Tagesordnungspunkt „2. Änderung und Erweiterung Bebauungsplan Industriegebiet Döllnitz BA II“ gleich einmal. Bürgermeister Werner Walberer erklärte, es seien weitere Abstimmungen mit dem Landratsamt nötig, und die Pläne müssten vor einer Diskussion erweitert werden.

Dafür waren zur 10. Änderung des Flächennutzungsplans und Bebauungsplans Sondergebiet Freiflächen-Photovoltaikanlage Altendorf die Reaktionen von Behörden und Vereinen eingetroffen. Das Landratsamt Neustadt/WN wollte demnach eine Fristverlängerung und hatte Einwände bezüglich der Ausgleichsflächen. Die Abteilung für Abfall- und Bodenschutz störte sich an Formalitäten im Aufstellungsentwurf.

Schützenswerte Natur

Die Untere Naturschutzbehörde sah in der Photovoltaikanlage eine Störung des Landschaftsbildes. Dieses sei besonders schützenswert, da dort die Vielfalt und Eigenart der Natur besonders erlebbar sei. Die Begründung der Behörde war für Landschaftsarchitekten Gottfried Blank schwer nachvollziehbar: Da man von dem geplanten Anlagen-Standort den Rauhen Kulm und den Basaltkegel Parkstein sehen könne, zog die Behörde den Umkehrschluss, von den genannten Aussichtsplattformen seien auch die Solarparzellen zu erkennen. Blank sagte, dies sei bei anderen Vergleichsanlagen nicht so.

Das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach bat darum, den Abstand von 15 Metern zur Kreisstraße im Osten zu wahren. Außerdem forderte das Amt, dass die Erschließung des Gebiets über die Flurstraße und nicht über die Kreisstraße erfolgen solle. Weitere Fragen beschäftigten sich mit dem Oberflächenwasser, der Bepflanzung und deren Pflege sowie der Lagerung von Arbeitsmaterialien während des Baus.

Viele Einwände sprach der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz aus – „nicht ungewöhnlich“ informierte Blank. Der Verein sei grundsätzlich gegen Photovoltaikanlagen. Eingriffe in das Landschaftsbild, der ehemalige Hochbehälter sei nun ein Fledermausquartier, der vor Lärm geschützt werden muss, landwirtschaftliche Flächen gingen verloren und für Flora und Fauna änderten sich Standortfaktoren waren nur ein paar Punkte, die der Verein vorbrachte.

Kein Stacheldraht

Die technische Sachbearbeitung des Landratsamts bat zudem um eine Senkung der geplanten Zauns von 2,50 Metern auf 2 Meter. Es solle auch kein Stacheldraht verwendet werden und am Trafogebäude sollten Anpassungen vorgenommen werden. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten beklagte den Verlust der Nutzfläche und forderte Ausgleichsmaßnahmen. Darüber hinaus soll die Fläche in Absprache mit der Naturschutzbehörde gekalkt werden. Ein Rückbau solle ohne Probleme möglich sein und die Zufahrten weiter nutzbar bleiben. Der Stadtrat beschloss, die Einwände – so weit laut Gremium gerechtfertigt – bei der weiteren Planung zu berücksichtigen.

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