6, 50 Euro sind es, die ein Mann am Tag der Festnahme aus dem Pressather Opferstock fischt. Polizisten in zivil ertappen ihn dabei auf frischer Tat. Sie haben die Grotte zwischen dem Katholischen Pfarramt und dem Pfarrsaal schon seit längerem observiert. Am 9. September - wie die Polizei erst jetzt mitteilt - kam es schließlich zu der Festnahme. Der mutmaßliche Täter, ein 61-jähriger Rentner aus Tschechien, habe sich mit dem Geld seine Rente aufbessern wollen, teilte Werner Stopfer, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Eschenbach, mit. Ein 59-Jähriger, vermutlich sein Komplize, habe ihn über die deutsch-tschechische Grenze und zu den Kirchen in Pressath und Parkstein gefahren. Der mutmaßliche Haupttäter soll laut Stopfer dann mit einem präparierten Werkzeug aus Draht und einer Pinzette Geldscheine und Münzen aus den Opferstöcken gefischt haben. "Pressath und Parkstein sind uns bekannt. Ich möchte aber nicht ausschließen, dass noch woanders Geld gestohlen wurde", sagte der Polizeichef. Wie hoch der gestohlene Betrag insgesamt ist, wissen die Beamten nicht. "Keiner kann sagen, wie hoch der Schaden ist, weil keiner weiß, wie viel in die Opferstöcke geworfen wurde", bedauerte Stopfer. Da die Grotte jedoch über viele Monate aufgesucht worden sei, könne schon eine größere Summe Bargeld zusammengekommen sein. Welche Konsequenzen die Tat für die Verdächtigen haben könnte, kann Stopfer nur mutmaßen. Der Fall sei an die Staatsanwaltschaft übergeben worden.
Dass Diebe Opferstöcke heimsuchen, sei ein bayernweites Problem, betonte Stopfer weiter. Immer wieder komme es vor, dass Geld, das Gläubige gespendet haben, gestohlen wird. Der Polizeichef bittet die Kirchen-Vertreter, ein Auge auf ihre Opferstöcke zu haben und diese häufiger zu entleeren. Das hat nun auch Edmund Prechtl vor. Der Pressather Pfarrer ist froh, dass das Heimsuchen der Grotte nun ein Ende hat. "Es war lästig", betonte er. Ihm war immer wieder aufgefallen, dass der Münzbehälter im Opferstock umgekippt war. "Der fällt nicht von selbst um, da muss jemand hin gestochert haben", habe er sich gedacht und die Polizei informiert. Auch das Geld, das der Pfarrer aus dem Opferstock holte, sei oft auffallend wenig gewesen. Wie viel die Diebe insgesamt entwenden konnten, "ist schwierig zu sagen", meinte er jedoch. Künftig will er den Opferstock nun regelmäßiger entleeren und so Diebstählen vorbeugen.













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