17.05.2021 - 11:02 Uhr
PressathOberpfalz

Pressath: Mehr Schüler, mehr Investitionen

Mit Unterrichtsbeschränkungen und Hygienekonzepten hat Corona auch die Pressather Grund- und Mittelschule in einen Ausnahmezustand versetzt. Doch es wird ein Leben "danach" geben – und auf dieses ist der Schulhaushalt 2021 zugeschnitten.

Die "Knospe"-Skulptur (links) symbolisiert die Offenheit der Pressather Schule für das in der Zukunft verborgene Neue. Diesem Anspruch will der Schulverband trotz manch krisenbedingter Unwägbarkeit weiterhin gerecht werden: Notwendige Modernisierungen wie etwa die Umgestaltung des Schulvorplatzes sollen so bald wie möglich angegangen werden.
von Bernhard PiegsaProfil

Als erfreuliche Nachricht konnten Schulverbandsvorsitzender Bernhard Stangl und Kämmerer Christian Marzi vermelden, dass die Schülerzahl in Pressath erneut gestiegen ist: 240 Mädchen und Buben aus den drei Kommunen der Verwaltungsgemeinschaft drückten zum Schuljahresbeginn 2020/21 die Schulbänke an der Wollauer Straße – neun mehr als ein Jahr zuvor. Bernhard Stangl, Ulrike Neiser und die anderen Schulverbandsverantwortlichen nehmen dies als Ansporn, den Schulstandort noch attraktiver zu machen. Dabei steht dessen Aufwertung zur „digitalen Schule“ im Mittelpunkt, doch sieht der Vermögenshaushalt noch weitere Anschaffungen an Mobiliar und Ausstattung in Dienst-, Fach- und Klassenräumen vor.

Grund- und Mittelschule Pressath: 133.000 Euro für weitere Digitalisierung

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Alles in allem, so Stangl, sei das Volumen des Gesamtetats des Schulverbands mit 1 089 700 Euro (2020: 914 500) höher bemessen als im Vorjahr. Davon entfielen 801.700 Euro (2020: 766.600) auf den Verwaltungshaushalt, der die laufenden Kosten abdecke. Zu dessen Ausgleich hätten die drei Mitgliedskommunen des Schulverbands eine Verwaltungsumlage zu entrichten, deren Quote mit 2.500 Euro je Schüler auf dem Niveau der drei Vorjahre liege. Wie im vergangenen Jahr werde keine Investitionsumlage zum Ausgleich des für langfristige Investitionen bestimmten, mit 288.000 Euro (2020: 147.900) dotierten Vermögenshaushalts eingefordert, da die Ausgaben durch eine Rücklagenentnahme gedeckt würden. Auch Darlehen müssten nicht aufgenommen werden, der Schulverband bleibe schuldenfrei.

In den nächsten Jahren sei ein neuerlicher Anstieg der Pro-Kopf-Verwaltungsumlage denkbar, zumal die „Kosten für den sächlichen Aufwand“ wie Strom oder Schulbus wohl weiter steigen würden und man mit höheren Landeszuweisungen für die Schülerbeförderung nicht rechnen könne. Die Folgekosten aus der Verwaltung und Betreuung der Digitaltechnik dürften sich ebenfalls auf die Höhe der Umlage auswirken. Als Konsequenz aus der baulichen Aufwertung des Schulhauses durch das Brandschutz-, Sicherheits- und Barrierefreiheitskonzept müsse voraussichtlich ab 2022 auch die vom Schulverband an die Stadt zu zahlende Miete erhöht werden.

„In puncto Investitionen wurde schon einiges vollbracht, aber es stehen uns noch spannende Jahre bevor“, prognostizierte Bernhard Stangl und verwies auf die ebenso umfangreichen wie unumgänglichen Modernisierungsmaßnahmen für Pausenhof, Schulsportanlagen, Schulvorplatz sowie technische und sanitäre Einrichtungen: „Im Interesse unseres Schulstandorts müssen und wollen wir dies so zügig wie möglich angehen, auch wenn die coronabedingt ungewisse Finanzlage der öffentlichen Hand die Planung nicht einfacher macht.“ Auch Details wolle man nicht aus dem Blick verlieren: So habe die Stadt einen Förderantrag für ein Sonnensegel eingereicht, das auf dem Schulhof platziert werden solle. Stangls besonderes Lob galt den Lehrkräften für deren hohe Motivation, die sich gerade unter den derzeitigen schwierigen Verhältnissen bewähre.

Eine Mittelschulgruppe der Offenen Ganztagsschule (OGS) sei in diesem Schuljahr zwar nicht zustande gekommen, berichtete Schulleiterin Ulrike Neiser in der Schulverbandssitzung außerdem: „Hierfür hätte es 13 Anmeldungen gebraucht.“ Die interessierten Mittelschüler seien aber mit den Viertklässlern zu einer gemeinsamen Gruppe zusammengelegt worden. Außerdem gebe es eine OGS-Gruppe für die Erst- bis Drittklässler. Anregungen für eine weitere Sicherung und Festigung des Mittelschulstandorts erhoffe man sich von einer Aufnahme in das bayerische Modellversuchsprogramm „Starke Schulen – starker Verbund“. Über die eingereichte Bewerbung sei aber noch nicht entschieden: „Eschenbach, Grafenwöhr und Kirchenthumbach sind allerdings schon ‚im Boot‘“, hieß es.

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Hintergrund:

600.000 Euro Verwaltungsumlagen

  • Von den bei Schuljahresbeginn 240 Schülern der Grund- und Mittelschule Pressath (Vorjahr: 231) kommen 182 (Vorjahr: 183) aus Pressath, 17 (14) aus Schwarzenbach und 41 (34) aus Trabitz
  • Hieraus ergeben sich die an den Schulverband abzuführenden Verwaltungsumlagen: Die Stadt Pressath hat 455.000 (Vorjahr: 457.500), die Gemeinde Schwarzenbach 42.500 (35.000) und die Gemeinde Trabitz 102.500 Euro (85.000) zu entrichten
  • In den Berechnungen nicht berücksichtigt werden 25 (Vorjahr: 24) Gastschüler, die nicht aus den drei Schulverbandsgemeinden stammen

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