12.05.2020 - 12:09 Uhr
PressathOberpfalz

Pressatherin nähte bereits rund 400 Mund-Nasen-Masken

Corona schweißt für den guten Zweck zusammen: Landauf, landab engagieren sich zahlreiche Menschen und nähen ehrenamtlich Mund-Nasen-Masken. Bei Claudia Melchner aus Pressath sind das in der Summe rund 400 Stück.

Was für eine Aktion der Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit: Unzählige Stunden an der Nähmaschine liegen hinter der Pressatherin Claudia Melchner. Genäht hat sie die vielen Mund-Nase-Masken nur dank zahlreicher Materialspenden. Sonst wäre es gar nicht möglich, derart viele Exemplare herzustellen.
von Martin GraserProfil

Als sich Ende März eine Verschärfung bei den Corona-Schutzmaßnahmen abzeichnete, beschloss Melchner, für ihre Familie Mund-Nase-Masken zu nähen. Als Stoff hierfür musste der im letzten Urlaub erworbene Pareo herhalten.

Als Bügel zur Verstärkung der Masken im Nasenbereich dienten Metallstreifen von Schnellheftern. Dazu wurden sie sorgfältig aus der Plastikumhüllung getrennt, die Widerhaken mit einem Messer umgebogen und mit einer Kombizange glatt gedrückt. Fertig war das biegsame Teil.

Neben ihrer Mutter versorgten dann auch Bekannte Claudia Melchner mit Bettwäsche, Betttüchern, Gummibändern und mit Schnellheftern, aus denen die Metallstreifen entnommen wurden. Und die daraus gefertigten Masken fanden reißenden Absatz. Während der Osterfeiertage stand die mehr als 70 Jahre alte Nähmaschine ihrer Mutter, mit denen Melchner näht, nicht mehr still.

Als dann aus den Medien zu erfahren war, dass insbesondere in den Altenheimen viel zu wenig Schutzausrüstung vorhanden ist, war es für Claudia Melchner klar, in der Pressather Einrichtung nachzufragen, ob Bedarf bestehe. In der Folge erhielt das dortige Personal 50 Masken.

Aber auch Ärzte nahmen ihr Angebot dankend an: Die Praxis von Dr. Burger wurde mit 40 Exemplaren versorgt, die dort an Patienten verteilt wurden, die keine eigene besaßen oder diese vergessen hatten. Mitte April startete die örtliche Feuerwehr auf Facebook einen Aufruf, dass auch sie derartige Utensilien dringend benötige: Grund genug für Claudia Melchner, weitere 50 Masken zu nähen und sie den Floriansjüngern zu spenden.

So kamen bis jetzt in der Summe rund 400 Exemplare zusammen. Für die Pressatherin stand bei ihrem Engagement der gute Zweck im Vordergrund: „Ich wollte einfach etwas Nützliches tun, und es war daher für mich Ehrensache, die Ware vorrangig an medizinische und Pflegeeinrichtungen sowie Hilfsorganisationen zu verschenken.“

Das alles wäre aber nicht möglich gewesen, wenn ihr nicht das benötigte Material zur Verfügung gestellt worden wäre. Hierfür gilt ihr ganz besonderer Dank allen Spendern. Übrigens: Wer noch Masken benötigt, kann sich gerne an Claudia Melchner unter Telefon 09644/8775 wenden. Ein kleiner Restbestand ist noch vorhanden.

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.