15.03.2019 - 13:26 Uhr
PressathOberpfalz

Schule mit Gütesiegel

In der Schulverbandssitzung der Grund- und Mittelschule stellt die Jugendsozialarbeiterin ihre Tätigkeit vor. Dass es ein solches Angebot überhaupt gibt, ist keineswegs selbstverständlich.

In der Schulverbandssitzung stellte Jugendsozialarbeiterin Sonja Bergler (Mitte zwischen Vorsitzendem Werner Walberer und Konrektorin Eva-Maria Ficker) ihre Arbeit an der Pressather Schule vor.
von Bernhard PiegsaProfil

Schüler dabei zu unterstützen, "sich zu eigenständigen, eigenverantwortlichen und selbstbewussten Persönlichkeiten zu entwickeln", ist Sonja Bergler wichtig. Seit 1. April des vergangenen Jahres ist sie die Jugendsozialarbeiterin an der Grund- und Mittelschule. In dieser Position sei sie insbesondere für Kinder und Jugendliche da, die verhaltensauffällig sind oder mit Mobbing, Suchtproblemen und anderen schulischen, familiären und sozialen Konflikt- und Krisensituationen zu kämpfen haben, erläuterte die frühere Kreisjugendamtsmitarbeiterin bei der Schulverbandssitzung. Das Beratungsangebot sei "freiwillig, unverbindlich, kostenlos und vertraulich".

Auch organisiere sie in Zusammenarbeit mit professionellen Beratungsstellen Unterrichtseinheiten zur "Stärkung der Klassengemeinschaft", etwa in Form eines "pädagogischen Tags" am Kiesibeach, Alkohol- und Tabakpräventionskursen, Konzentrationstrainings, Selbstverteidigungskursen, sexualpädagogischen Unterrichtsangeboten sowie Sozialkompetenz- und Medienkompetenztrainings.

"Wir sind sehr dankbar, dass wir an unserer Schule eine der zurzeit elf schulischen Jugendsozialarbeiterstellen im Landkreis haben", betonte Schulleiterin Ulrike Neiser. "Die Lehrkräfte könnten eine solche Einzelfallbetreuung kaum leisten." Konrektorin Eva-Maria Ficker bestätigte diesen Eindruck: "Vor allem Rassismus und Extremismus treten bei uns überhaupt nicht in Erscheinung, wohl aber verschiedenste persönliche Probleme wie Mobbing, mangelndes Selbstbewusstsein, Geschwisterkonflikte und andere innerfamiliäre Spannungen."

Neiser ergänzte, dass sich manche Migrantenkinder schwer täten, sich in ihr neues Lebensumfeld einzufügen. Doch auch dies habe sich stets "auffangen" lassen. "Als Auszeichnung für unsere Arbeit auf den Feldern Integration und Aufklärung gegen Rassismus hat uns das Kultusministerium das ,Gütesiegel Demokratie' verliehen", merkte sie an. Bergler informierte noch, dass sie im Jahr 2018 insgesamt 45 "Einzelfallberatungen" geleistet habe. "Gemessen an der Schülerzahl ist das ein durchschnittlicher Wert." Die Kosten für Berglers Tätigkeit als "Lehrkraft für Jugendsozialarbeit" tragen zu jeweils gut 34 Prozent Freistaat und Schulverband. Den Rest teilen sich die drei Mitgliedsgemeinden des Schulverbands Pressath.

Kurz berichtete Neiser über die derzeitige Nachfrage nach den Angeboten der "Offenen Ganztagsschule" (OGS). In der Grundschule bestünden zwei "Langgruppen" (Betreuungszeit 12.30 Uhr bis 16.15 Uhr) und eine "Kurzgruppe" (13.30 Uhr bis 15 Uhr), in der Mittelschule gebe es eine "Langgruppe". Der Kooperationspartner GFI habe sein Personal aufgestockt. Das als Mittagsverpflegung angebotene Essen werde sehr gelobt. Schulverbandsvorsitzender Werner Walberer ergänzte, dass die OGS allgemein sehr geschätzt werde. "Von den früher durchaus zu vernehmenden Vorbehalten ist nichts mehr zu bemerken."

Info:

Kopiergeld auf dem Prüfstand

Zum Schluss der Schulverbandssitzung stellte Grundschul-Elternbeiratssprecher Andreas Reindl zur Diskussion, das von den Eltern erhobene Kopiergeld in Höhe von zwölf Euro pro Jahr und Kind auszusetzen. Das Beitragsaufkommen von etwa 3.500 Euro pro Jahr könnte aus der Verwaltungsumlage bestritten werden. Der Schwarzenbacher Bürgermeister Thorsten Hallmann hielt dies für diskutabel, da dieser Betrag für den Schulverband angesichts der sonstigen Ausgaben kaum zusätzlich ins Gewicht falle und der Verwaltungsaufwand weit geringer wäre.

Die Verwaltung will Reindls Vorschlag prüfen und auch erwägen, ob und inwieweit andere Schulaktionen wie etwa Autorenlesungen, die auf Anregung des Elternbeirats organisiert werden und zu denen die Familien bislang Teilnahmebeiträge leisten, aus einem besonderen „Topf“ mitfinanziert werden könnten. Einen Beschluss fasste die Versammlung noch nicht.

Weitere Informationen über den Zuschuss aus dem bayerischen Glasfasteranschluss-Förderprogramm für Schulen

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