Pressath
25.01.2022 - 12:22 Uhr

Stets hilfsbereit für Mensch und Tier: In Pressath Trauer um Max Eichermüller

Max Eichermüller war bekannt. Der Tankstellenbetreiber war Tag und Nacht für seine Kunden da, stets hilfsbereit zu Mensch und Tier. Er starb am 16. Januar, ohne den anvisierten Ruhestand genießen zu können.

Max Eichermüller hatte ein großes Herz für Mitmenschen und Tiere. Am 16. Januar verstarb der Pressather. Bild: sne
Max Eichermüller hatte ein großes Herz für Mitmenschen und Tiere. Am 16. Januar verstarb der Pressather.

Wer von Eschenbach und Grafenwöhr nach Pressath kam, musste die Tankstelle auf der linken Straßenseite passieren. Genauso bekannt wie der Wegpunkt war ihr Inhaber Max Eichermüller. Jahrzehntelang versorgte er die Kunden mit Benzin, Zigaretten, Zeitschriften und Snacks. So haben die Menschen ihn lieb gewonnen. Diese Zeiten sind nun vorbei: Max verstarb am 16. Januar nach einer schweren Erkrankung im Klinikum Weiden.

Max wurde am 10. Mai 1947 in Pressath als Sohn von Max und Anna Eichermüller geboren. Nach seiner mittleren Reife an der Realschule Kemnath diente er vier Jahre und absolvierte bei der Bundeswehr eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. Seit 1968 arbeitete Eichermüller in der Fiat-Kfz-Werkstatt und der Tankstelle der Eltern. 1976 wurde er Kfz-Meister.

Sein Vater verstarb am 8. Mai 1993, Max führte die Werkstatt noch bis 1997 fort. Ebenso leitete er bereits informell die 1955 vom Vater gegründete Tankstelle, bevor Mutter Anna ihm diese 1997 überschrieb. Diese betrieb er voller Leidenschaft. Die Tankstelle war von früh bis nachts täglich geöffnet. Dabei versäumte er einiges aus dem Familien- und Privatleben. Nach langer Überlegung beschloss Max 2020, das Versäumte nachzuholen - er wollte im Juli 2022 in den Ruhestand gehen, die Tankstelle war bereits verkauft worden. Im Ruhestand wollte er einen Alterswohnsitz beziehen. Der Rohbau steht und wäre im Frühjahr bezugsfertig gewesen.

Zeit seines Lebens war Max technikbegeistert. Seine Hobbys waren Eisenbahnen. Er hatte eine umfangreiche Sammlung von Märklin. Auch Flugzeuge, Weltraumtechnik und Panzer hatten es ihm angetan. Gerne ging er auf Sammlerbörsen, besuchte auch das Technikmuseum in Sinsheim. In jungen Jahren war er leidenschaftlicher Fußballer ehe Verletzungen ihn am spielen hinderten. Er blieb dem TSV Pressath jedoch sein ganzes Leben erhalten. Auch war er Mitglied im Männerchor 1908, der Feuerwehr und der Modellsportgruppe Kemnath.

Max hinterlässt drei Kinder, Susanne, Max und Kerstin, sowie Ehefrau Annemarie. Diese hatte er 1963 kennengelernt und am 26. Januar 1968 geheiratet. 1992 kam Enkel Benjamin zur Welt. 2003 folgte die Enkeltochter Alisha. Im Dezember 2020 kam Urenkelin Emma auf die Welt - Taufe und ersten Geburtstag durfte Max noch miterleben.

Seit Jahreswechsel führen Ehefrau und Kinder die Tankstelle weiter. Max bleibt den Menschen als stets hilfsbereit in Erinnerung. Seine Tochter Kerstin erinnert sich: "Bei Wind und Wetter und zu jeder Uhrzeit half er beim Birnentausch für die Autoscheinwerfer oder anderen mechanischen Problemen, ohne jemals einen Lohn dafür zu verlangen." Und wenn er bemerkt hatte, dass eine Igelmutter dem Verkehr zum Opfer gefallen ist, suchte er nach deren Nachwuchs, um ihn erfolgreich aufzupäppeln. Egal, wer Hilfe suchte, Max Eichermüller half, wo und wie er nur konnte. In kalten Wintern wussten auch Schwäne, dass sie von Eichermüller gut versorgt werden. Ein besonders zutraulicher Schwan klopfte sogar regelmäßig an der großen Fensterfront, um auf sich aufmerksam zu machen."

Grafenwöhr25.01.2022
 
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