23.08.2019 - 07:47 Uhr
PressathOberpfalz

US-Hubschrauber über Pressath: Blendung mit Laserpointer "kein Kavaliersdelikt"

Am Mittwochabend wird der Pilot eines US-Hubschraubers bei Pressath mit einem Laserpointer geblendet. Die Polizei spricht von einem "gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr". Vorfälle dieser Art gibt es im Landkreis nicht zum ersten Mal.

Ein Black Hawk der US-Armee.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Die Meldung vom Februar zeigte, wie gefährlich Laserpointer sein können: In der Nähe des Kloster Speinshart wurde damals der Fahrer eines Rettungswagens während einer abendlichen Fahrt auf der Staatsstraße 2168 mit einem Laserpointer geblendet (wir berichteten). Der Lichtstrahl verletzte den 35-Jährigen am Auge, sodass eine ärztliche Behandlung nötig wurde.

Noch gefährlicher ist eine solche Blendung im Luftverkehr, wie sie sich im Falle eines am Mittwochabend über Pressath fliegenden Hubschraubers des US-Militärs ereignete. Als der "Black Hawk" gegen 22 Uhr über dem Kiesi-Beach eine Platzrunde drehte, richtete ein Unbekannter einen grünen Laserstrahl auf den Helikopter. Laut Erwin Ackermann von der Polizeiinspektion Eschenbach handele es sich dabei keinesfalls um Kavalierdelikte, sondern um einen "schweren Eingriff in den Luft- bzw. Straßenverkehr. Das ist vergleichbar mit der Errichtung einer Straßensperre, wir haben es hier eindeutig mit einem Straftatbestand zu tun."

"Tragischer Vorfall"

Der Polizeihauptkommissar bezeichnet die möglichen Folgen des Vorfall als "tragisch", da der "Pilot geblendet wird und das Fluggerät unter Umständen nicht mehr richtig steuern kann". Obwohl es sich bei dem Betroffenen um einen US-Armeeangehörigen handelt, hat die bayerische Polizei die Ermittlungen übernommen. "Der Vorfall ereignete sich über deutschem Hoheitsgebiet. Von daher werden die Ermittlungen auch von einem deutschen Staatsanwalt geleitet und nach unserem Strafgesetzbuch verfolgt", erklärt Ackermann die behördlichen Zuständigkeiten. Ob es tatsächlich zu einer Verurteilung kommt, ist jedoch ungewiss. "Wir sind in erster Linie auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen", bittet der Beamte unter Telefon 09645/92040 um Zeugenhinweise an die Inspektion Eschenbach. Dies würde die Chancen zur Ermittlung des Täters deutlich erleichtern.

Blendungen sind Einzelfälle

Ackermann betont aber auch, dass Blendungen mit Laserpointern in der Region nach wie vor die Ausnahme sind: "Ich bin jetzt seit 15 Jahren hier im Dienst, und meiner Erinnerung nach hatten wir höchstens fünf solcher Fälle. Es ist zwar tragisch, ich denke aber, dass es Einzelfälle sind."

Bereits im Februar ereignete sich im Landkreis Neustadt/WN eine Attacke mit einem Laserpointer. Damals sogar mit einem Verletzten.

Speinshart

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