19.03.2019 - 16:05 Uhr
PressathOberpfalz

Wald soll Kies weichen

Mindestens fünf Jahre soll die Ausbeutung des Gebietes zwischen der B 470 und Dießfurt durch die Kieswerke "Römisch und Suttner" andauern. Der Stadtrat äußert Bedenken.

Der Wald bei Dießfurt soll einem weiteren Kies-Abbaugebiet weichen.
von Stefan NeidlProfil

Das Gebiet der bayerischen Staatsforsten zwischen der B 470 und Dießfurt ist als potenzielles Abbaugebiet für Kies und Sand deklariert. Deshalb war Landschaftsarchitekt Wolfgang Fetsch in der vergangenen Stadtratsitzung zu Gast - sein Büro hat für die Dießfurter Kieswerke "Römisch und Suttner" die Planungen für dieses Gebiet übernommen. In einer Abbautiefe von bis zu fünf Metern soll gefördert werden und mittig ein Damm entstehen. Die Ausbeutung soll mindestens fünf Jahre dauern. Der dabei entstehende See soll danach bestehen bleiben, da eine Zuschüttung sehr aufwendig wäre.

Eine Prüfung der naturschutzrechtlichen Bestimmungen habe keine Bedenken ergeben. Östlich und westlich befinden sich zwar "Natura 2000"-Gebiete. Spezielle Anpassungen seien jedoch nicht notwendig, da der Abstand als ausreichend gelte. In dem Gebiet gibt es verschiedene Schneckenarten und Zauneidechsen. Nistkästen für verschiedene Fledermausarten sollen in die angrenzenden Wälder umgesiedelt werden.

Ein schalltechnisches Guthaben ergab, dass durch den Wegfall der Bäume eine erhöhte Lärmbelastung von einem Dezibel an der B 470 und einem halben Dezibel in Dießfurt entstehe. Entlang der Bundesstraße soll ein Weg für den Abtransport führen. Deshalb bleibe ein 25 Meter breiter Waldstreifen bestehen.

Bürgermeister Werner Walberer erklärt: "Es sollen keine Autos von den Lkws, oder umgekehrt, geblendet werden. Außerdem soll dort ein Lebensraum für Amphibien bleiben." Sabine Eichermüller von der SPD äußerte Bedenken im Hinblick auf die Verkehrsentwicklung durch die verstärkte Kiesförderung.

Diese Sorge teilte Stefan Brüderer (CSU). Der Dießfurter fordert eine verstärkte Einwirkung auf das Landratsamt, um das Tempolimit auf 30 km/h zu beschränken. CSU-Stadträtin Susanne Reithmayer ergänzte: "Mit einem weiteren Abbaugebiet ist Dießfurt rundum mit Wasser umgeben. Wo sollen die jungen Leute, die in Dießfurt bleiben wollen, denn noch bauen?" Das Vorhaben wurde trotz aller Einwände einstimmig beschlossen.

An dieser Stelle soll das neue Feuerwehrhaus in Dießfurt entstehen. Die Verhandlungen mit der Förderstelle sollen bald abgeschlossen sein.
Neues Feuerwehrgebäude:

Lange schon dauert die Planung für das neue Feuerwehrgebäude in Dießfurt. Die alte Bäckerei und das Wohnhaus, das auf dem betreffenden Grundstück standen, sind mittlerweile abgerissen. Die Förderstelle der Regierung der Oberpfalz hat erneut Änderungen an dem Entwurf gefordert. Nach den verlangten Anpassungen soll eine Förderung beantragt werden können.

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