12.11.2018 - 15:51 Uhr
PressathOberpfalz

Zirkus vor dem Rathaus

Bürgermeister Werner Walberer verbarrikadiert sich mit der Stadtkasse im Rathaus. An der Eingangstür machen sich Gestalten aus der Manege zu schaffen.

von Stefan NeidlProfil

Der Beginn der Faschingszeit bedeutet die Machtübernahme durch das Narrenvolk der Faschingsvereine. Bürgermeister Walberer hoffte, die Kontrolle über seine Gemeinde halten zu können. Bedienten sich der Pressather Faschingsverein (PFV) und Schauspielleiter Dominik Kormann im letzten Jahr noch der Unterstützung sagenhafter Märchengestalten, hieß es dieses Mal: Manege frei für die Artisten und Künstler des Zirkus.

Doch ohne weiteres boten diese ihre Hilfe nicht an - ein Clown forderte die Garde auf, erst einmal selbst ihr Können zu zeigen und zu beweisen, dass sie denn der Hilfe wert seien. So kam es zum ersten Tanz für die Mädchen der Prinzengarde und sie enttäuschten nicht. Schon bald rückte ein Vertreter aus der Artistenfamilie an - und zwar niemand geringerer als der stärkste Mann der Welt. Selbstbewusst und vor Kraft strotzend trat er an die Rathauspforte, nur um daran kläglich zu scheitern. Kormanns gab ihm den Rat, ein paar Knödel mehr zu essen.

Wo reine Muskelkraft nicht ausreicht, hilft ja vielleicht ein wenig Wahnsinn nach? Harley Quinn, bekannt als Freundin des Jokers aus der Batman-Reihe, versuchte sich an der Rathaustür. Ihr Ruf eilte ihr voraus und so schlug sie mit einem Baseballschläger wie von Sinnen auf die Barrikade ein. Wäre sie nicht irgendwann müde geworden, würde sie noch nächste Woche daran herumschlagen, meinte Kormann.

Gewalt schien die falsche Lösung zu sein, deswegen trat eine echte Magierin heran und versuchte mit einem "Dreimal schwarzer Bürgermeister" die Tore zu öffnen. Zu dumm nur, dass Walberer ein echter Roter zu sein scheint und so unbeeindruckt blieb. Aber PFV und Zirkusleute waren noch lange nicht am Ende und griffen zu drastischen Mitteln - die "menschliche Fackel" sollte die Pforte in Schutt und Asche legen. Doch anstelle in Flammen zu glühen, rückte diese nur mit einem Teelicht an? Die Brandschutzverordnung der Stadt verbot offenes Feuer, und so siegte die Bürokratie.

Musik hat nicht nur die Mauern von Jericho zum Einsturz gebracht, und so schreitet der größte Tenor aller Zeiten heran, um mit der Kraft seiner Stimme die Türen zu öffnen. Doch weder Gesang noch Pusten half - und so kamen langsam Zweifel am Erfolg auf. Eine Wahrsagerin musste ran und den weiteren Verlauf des Abends verkünden. Diese sah einen Sieg des PFV, wusste aber weder wann noch wie. Da ein Aufbrechen der Tür nicht funktionierte, könnte man die Pforte vielleicht umgehen? Eine Schlangenfrau sollte sich um die Tore biegen und von innen öffnen. Doch diese präsentierte eine ärztliche Krankschreibung. Kormann wagte einen letzten Versuch und appellierte an die niederen Instinkte des Bürgermeisters - eine echte Schönheit sollte ihn überreden, doch die Tore zu öffnen.

Die bärtige Lady stolzierte heran und begann einen Flirt mit dem Stadtoberhaupt. Als diese "This is me" aus dem Film "The Greatest Showman" sang, begannen ihre Mitstreiter ebenfalls zu tanzen und präsentierten den Hunderten Zuschauern eine tolle Show. Diese Leistung ließ auch Walberer nicht kalt und er überreichte aus dem Fenster die Schlüssel an den PFV.

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