Einige Jahre lang stiegen in den 1970ern Faschingsbälle mit Musik im Gasthaus Jägerheim in Pruihausen. Eine Bar in der Kegelbahn fand großen Zuspruch. Die zunehmenden Alkoholkontrollen der Polizei dämpften dann die Lust am feucht-fröhlichen Feiern und ließen den Hausfasching einschlafen. 40 Jahre später erweckte ihn die Dorfgemeinschaft zu neuem Leben und gab das Motto "Der Weinberg ruft" aus.
Der Wirt Herbert Renner war skeptisch. "Da kommen doch höchstens 40 Leute", meinte er. Doch weit gefehlt: Das gesamte Gasthaus füllte sich mit Maskierten. Sogar die alte Bar aus den 1970er-Jahren wurde in der Kegelbahn wieder aufgestellt.
Einige Einlagen hatte die Dorfgemeinschaft einstudiert. So unterhielt sich eine Bochschnoukn - so nennt der Volksmund die Bewohner Pruihausens - mit einer Weinrebe. Da erfuhren die Zuhörer, dass Pruihausen aus zwei Teilen besteht. Das Oberdorf wird auch Beamtensiedlung genannt und bekommt bald ein schnelles Internet. "Gerade die Beamten! Denen pressiert es doch sonst auch nicht so", kommentierte die Bochschnoukn. "Die liebste Tätigkeit des Unterdorfes ist Holzfahren und Wirtshaus gehen", wusste die Weinrebe. Sie hatte einen selbst gemachten Rebensaft aus Pruihausen dabei mit dem Namen "Schädelsprenger".
Erfunden war das Ganze übrigens nicht: Pruihausen besaß früher wirklich einen Weinberg, woran heute noch der Flurname "Zum Weinberg" erinnert. Allerdings ist nicht überliefert, wie wohl der Wein geschmeckt haben mag.













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